Titelaufnahme

Titel
Kopfschmerzen beim akuten Schlaganfall - unterdiagnostiziert und unterbehandelt
Verfasser / VerfasserinFunk, Georg
GutachterMatz, Karl
Erschienen2009
Umfang69 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2009
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeMärz 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Schlaganfall
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11010 Persistent Identifier (URN)
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Kopfschmerzen beim akuten Schlaganfall - unterdiagnostiziert und unterbehandelt [0.19 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung:

In einer prospektiven Erhebung wurden in einem Zeitraum von 8 Monaten 328 Patienten mit akutem Zerebralinsult an einer Stroke Unit erfasst. Mittels eines selbst entworfenen Fragebogens wurden biographische Daten, Angaben zu Insult und Risikofaktoren sowie eine Schmerzanamnese erhoben. Insbesondere Patienten mit schlaganfallassoziierten Kopfschmerzen wurden erhoben, ebenso wie die Etablierung einer analgetischen Therapie.

Ergebnis:

Von allen beurteilbaren Patienten (304 Patienten) litten 86 an Kopfschmerzen (28,3%), wobei für ischämische Ereignisse eine Inzidenz von 27,6%, für hämorrhagische Insulte eine Inzidenz von 36% errechnet werden konnte. Höhere Wahrscheinlichkeiten für Kopfschmerzen hatten Patienten mit jüngerem Lebensalter, Anamnese von Vorinsult und koronarer Herzkrankheit sowie Alkohol - und Nikotinabusus. Die Kopfschmerzen waren in 89,5% vom Spannungstyp, in 10,5% migräniform. Die Dauer lag durchschnittlich bei 1,9 Tage, die Lokalisation des Kopfschmerzes war vorwiegend bilateral bis holokran, gefolgt von ipsilateral zur Läsion. Die Intensität, gemessen mit der VAS lag bei 4,5, wobei Patienten mit Dissektion stärkere Kopfschmerzen angaben (VAS 7,3), gefolgt von Hirnblutungen (VAS 5,4) und Territorialinfarkten (VAS 4,4). Als Ursache für die Cephalea wurde der trigeminovaskuläre Reflex favorisiert. Die Behandlung der Kopfschmerzen erfolgte nur bei etwa 40% der Patienten, in erster Linie mit Paracetamol, NSAR und Opioiden.

Diskussion:

Die Gründe hierfür liegen vermutlich im fehlenden Bewusstsein der behandelnden Ärzte, Ablehnung einer analgetischen Behandlung durch die Patienten sowie den Charakter der Cephalea selbst. Die Schmerzen sind zumeist von kurzer Dauer, mäßiggradiger Intensität und fallen zeitlich in das Akutmanagement der Insultabklärung und Therapie, weshalb eine Vernachlässigung nicht selten scheint. Daraus sollte man den Schluss ziehen, dass von Seiten der Ärzte gezielt nach schlaganfallassoziierten Kopfschmerzen gefragt werden sollte und die Schlaganfallbehandlung um die Option einer Analgesie erweitert werden sollte.