Titelaufnahme

Titel
Projekt zur Optimierung der Peripostoperativen Schmerztherapie und Qualitätssicherung durch Patientenbefragung
Verfasser / VerfasserinMair, Wolfgang
GutachterGustorff, Burkhard
Erschienen2009
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2009
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeFebruar 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Akut-Schmerzdienst (ASD) / postoperative Schmerztherapie / Basisanalgesie / Patienten-kontrollierte Analgesie (PCA) / regionale Katheterverfahren / Patientenbefragung
Schlagwörter (EN)Acute pain service / postoperative analgesia / basic analgesia / patient controlled analgesia (PCA) / regional anaesthesia / patient`s questionnaire
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11066 Persistent Identifier (URN)
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Projekt zur Optimierung der Peripostoperativen Schmerztherapie und Qualitätssicherung durch Patientenbefragung [2.95 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Fragestellung: Durch dieses Projekt sollte gezeigt werden, dass durch die Einrichtung eines Akut-Schmerzdienstes das Management der peri-/postoperativen Schmerztherapie verbessert werden kann. Weiters sollte durch Befragung der Patienten evaluiert werden, ob diese ausreichend über die Möglichkeiten der peri-/postoperativen Schmerztherapie aufgeklärt wurden.

Methodik: Der Ist-Zustand der peri-postoperativen Schmerztherapie im BKH Hall wurde evaluiert. Mittels Picker-Fragebogen (8 Fragen, Anhang Nr.9) wurde die Zufriedenheit von 840 Patienten vor und nach Beginn des Projektes durch eine Befragung erhoben. Nach Festlegung der Zuständigkeiten für die postoperative Schmerztherapie wurde ein Akut-Schmerzdienst (ASD) installiert. Dieser stellte den zentralen Punkt in der Änderung des organisatorischen Managements in der peri-/postoperativen Analgesie dar. Die Schmerztherapie wurde mittels Algorithmus standardisiert und allen beteiligten Berufsgruppen nähergebracht. Eine Arbeitsgruppe für postoperative Schmerztherapie wurde gebildet und regelmäßige Besprechungen und Fortbildungen initiiert. Die Dokumentation der Schmerzmessung und Analgesie erfolgte in einer neuen Patientenkurve. Die Effektivität der Neuorganisation und die Zufriedenheit der Patienten wurden danach neuerlich durch Befragung der Patienten evaluiert.

Ergebnisse: Es wurden vor Beginn des Projektes 438 und nach Beginn des Projektes 402 Fragebögen von Patienten ausgefüllt. Nach der ersten Befragung, vor Beginn des Projektes gaben 60,50% der Patienten an, postoperativ an Schmerzen zu leiden. Nach Beginn des Projektes konnte die Inzidenz für postoperative Schmerzen auf 50,75% signifikant gesenkt werden (p=0,005). Der Anteil von Patienten mit starken postoperativen Schmerzen konnte von 9,59% auf 2,24% (p<0,001) gesenkt werden. Mit der Änderung der organisatorischen Strukturen konnte gewährleistet werden, dass Patienten spätestens nach 15 Minuten eine Analgesie erhalten haben. Vor Projektbeginn dauerte es bei vier Patienten (0,91%) länger als 30 Minuten bis zum Erhalt einer Schmerztherapie und drei Patienten (0,68%) erhielten kein Analgetikum trotz Anfrage. Nach Eindruck der Patienten war in 96 97% gewährleistet, dass sowohl vor wie auch nach Beginn des Projektes das Krankenhauspersonal sein Möglichstes getan hat, um die Schmerzen der Patienten zu lindern. 96,80% der Patienten vor Beginn des Projektes und 97,26% nach Beginn des Projektes zeigten sich mit der Aufklärung vor der Operation über die Möglichkeiten der postoperativen Schmerztherapie zufrieden. Dementsprechend war die Zufriedenheit mit der gesamten postoperativen Schmerztherapie schon vor Beginn des Projektes sehr hoch (96,35%) und konnte nach dem Projekt auf 99% gesteigert werden.

Zusammenfassung: Mit unserem Projekt konnte gezeigt werden, dass durch Änderung organisatorischer Strukturen die Qualität der postoperativen Schmerztherapie im Bezirkskrankenhaus Hall signifikant verbessert werden konnte. Das Projekt führte zu einer deutlichen Sensibilisierung der Anästhesisten, der ärztlichen Kollegen der operativer Fächer und des Stationspflegepersonals für die postoperative Schmerztherapie. Insbesondere durch die Einführung eines ASD (Akut-Schmerzdienst) wurde das Management der peri-/postoperativen Schmerztherapie für größere Operationen, sowie die Qualität interventioneller Verfahren (patientenkontrollierte Analgesie und regionale Katheterverfahren) verbessert.

Therapiestandards für Basis- und Rescuedosierungen durch einen Behandlungs-Algorithmus gewährleisteten eine höhere Effizienz und Therapiesicherheit.

Zusammenfassung (Englisch)

Objective: The aim of our project was to show that the installation of an acute pain service provides a better management in peri- and postoperative analgesia. Moreover, in a patients questionnaire we evaluated if patients had been sufficiently informed about the methods of peri- and postoperative pain therapy.

Methods: The actual condition of peri- and postoperative pain management in our district hospital in Hall in Tirol was evaluated. The Picker questionnaire (consisting of 8 questions) was used to query 840 patients before and after beginning of our study. After the responsibility for postoperative pain management was defined, an acute pain service was installed. This pain service was the main topic in the new organisation of postoperative analgesia. We standardized pain management using an algorithm which was mandatory for all involved medical and nursing staff. A working group for postoperative analgesia was initiated, meetings and training was regularly started. Pain scores and analgesic therapy was performed in a new patient chart. Thereafter, effectivity of this new standards was evaluated by a second questionnaire.

Results: 438 patients before and 402 patients after beginning of our project were questioned. After the first query, 60,5% of patients reported postoperative pain. After starting the project the incidence of postoperative pain could be reduced to 50,75% (p=0,005). The rate of patients suffering from severe postoperative pain could be reduced from 9,59% to 2,24% (p<0,001). Patients received analgesic therapy after 15 minutes at the latest after having modified our organisational structure. Before starting our project four patients (0,91%) had to wait longer than 30 minutes to get analgesia and three patients (0,68%) did not get any analgesic medication on request. 96 97% of patients were convinced, that the involved staff did the best to alleviate pain before as well as after the project. Correspondingly, 96,8% of patients before and 97,26% after beginning of the study felt well-informed about postoperative pain management. The overall satisfaction of patients with postoperative analgesia was very high before the study (97,5%) and even increased to 99% after the study.

Conclusion: Our project demonstrated that quality of postoperative analgesia could be increased by modifying the organisational structure at our district hospital. Anaestesiologists, general medical and nursing staff became equally sensitised to the problem of postoperative pain. The acute pain service in particular enhanced the pain management after major surgery and the quality of continuous analgesic methods (patient-controlled analgesia and continuous regional anaesthesia). Therapeutic standards for basic- and rescue-medication applying an algorithm provide high efficiency and safety.