Titelaufnahme

Titel
Einsatz und Grenzen der Anwendung des Softlasers in der Schmerztherapie am Beispiel des chronischen Rückenschmerzes - eine Literaturübersicht
Verfasser / VerfasserinKoeck, Heiko
GutachterGustorff, Burkhard
Erschienen2009
Umfang109 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2009
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeMärz 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Rückenschmerz
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11072 Persistent Identifier (URN)
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Einsatz und Grenzen der Anwendung des Softlasers in der Schmerztherapie am Beispiel des chronischen Rückenschmerzes - eine Literaturübersicht [3.91 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Rückenschmerzen müssen frühzeitig und ausreichend therapiert werden, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Bei chronischen Rückenschmerzen sind gängige Schmerzmittel allein häufig nicht mehr wirksam, weil sich ein Schmerzgedächtnis entwickelt hat, d.h. der Rückenschmerz sich in der Psyche des Betroffenen verselbständigt hat. Eine Therapie der Rückenschmerzen ist dann ungleich schwieriger. Ein interdisziplinäres Vorgehen im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie ist hier angezeigt.

Die Mobilisierung des Patienten ist von großer Bedeutung. Akute Schmerzzustände verleiten jedoch dazu, sich länger als vielleicht notwendig zu „schonen“. Um diese eventuell länger anhaltenden „Schonzustände“ zu verkürzen, und den Patienten möglichst schnell wieder in Bewegung zu setzen, können starke Schmerzen mittels Schmerzmittel gelindert werden.

Wichtig zu erwähnen ist aber, dass Schmerzmittel lediglich den Schmerz dämpfen, allerdings nicht die Schmerzursache behandeln / beseitigen. Sie sollen wirklich nur dazu dienen, den Patienten möglichst schnell schmerzfrei zu bekommen, damit er sich wieder bewegen kann.

Immer muss darauf hingewiesen werden, dass Medikamente nicht nur Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen haben.

Aus diesem Grund war das Ziel der vorliegenden Arbeit, einen Überblick über den momentan bestehenden Wissensstand zum Einsatz sogenannter Softlaser im Bereich der Schmerztherapie und speziell im Einsatz bei chronischen Rückenschmerzen (Synonyme: Low back pain, Lumbalgie, Lumbago, Kreuzschmerzen, Lumbalsyndrom, lumbales Wurzelreizsyndrom, Kompressionssyndrom, lumbales Bandscheibensyndrom, Ischiassyndrom, Ischialgie, Lumboischialgie, Ischias, Facettensyndrom, Wirbelgelenkschmerz, myofasziales yndrom, Tendomyose, spondylogenes Reflexsyndrom, Zervikobrachialsyndrom, Cervicobrachialgie, Englisch: chronic back pain) zu geben.

In einem zweiten Schritt soll anhand von eigenen erlaufsbeobachtungen mittels eines Laser-Scanners die Effektivität und Praktikabilität eines solchen Gerätes unter den lltagsbedingungen einer schmerztherapeutisch ausgerichteten Sprechstunde überprüft und mit den Ergebnissen der Literatur verglichen werden.

Aus meiner Sprechstunde wurden Patienten, die sich mit chronischem Rückenschmerzen vorstellten, befragt, ob sie sich einer einmonatigen Lasertherapie mit 2-3 Sitzungen/Woche unterziehen würden. Bei entsprechender Aufklärung und mündlichen Einwilligung begann ich im November 2008 mit der Lasertherapie. Keine Berücksichtigung erfuhren Patienten in diese Verlausbeobachtung, die bereits Erfahrungen in der Behandlung mit Softlasern hatten.

Insgesamt wurden 10 Patienten in diese Verlaufsbeobachtung aufgenommen, was natürlich die Aussagekraft der erhobenen Daten und die sich daraus ergebenen Schlussfolgerungen stark einschränken.

Mit den an dieser Verlaufsbeobachtung teilnehmenden Patienten war vereinbart worden, dass die Dosis einer bestehenden medikamentösen Schmerztherapie im Therapiezeitraum nicht erhöht wird sowie parallel keine anderen schmerztherapeutischen Maßnahmen stattfinden können.

Mittels einer Verlaufs-Software von Pfizer Deutschland (painDetect® Version 4.1.2) wurden die Daten zum momentan bestehenden Schmerz, dem Durchschnittsschmerz, dem maximal vorhandenen Schmerz, der zu tolerierenden Schmerzobergrenze sowie der schmerzbedingten Beeinträchtigung von Schlaf und Wohlbefinden zu jeder Therapiesitzung abgefragt und dokumentiert.

Durchschnittlich war in dieser Patientengruppe eine Schmerzanamnese von 18,2 Jahren zu eruieren (Frauen 21 Jahre/ Männer 15,5 Jahre). Unter der Lasertherapie ließ sich der bestehende Schmerz um 20,3% % (Männer 11,8 % und Frauen 25,8%) reduzieren, der maximal empfundene Rückenschmerz ging durchschnittlich um 11,4% zurück (Männer 13,2 und Frauen 8,6 %). Der durchschnittlich bestehende Schmerz blieb unverändert.

Die schmerzbedingte Beeinträchtigung von Schlaf und Wohlbefinden konnte mit 7,7 % bzw. 15,6 % verbessert werden. Hier war eine deutliche geschlechtsspezifische Verteilung zu belegen.

Ergaben sich bei den männlichen Patienten mit 43,2 % bzw. 31,6 % deutliche Reduktion dieser Parameter zum Ende der Therapie, zeigte sich die schmerzbedingte Beeinträchtigung des Schlafes bei den weiblichen Teilnehmern mit einer Zunahme um 30% als eindeutige Verschlechterung. Die schmerzbedingte Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens zeigte sich im Vergleich zum Therapiebeginn unverändert. Dies erstaunt um so mehr, da bei den weiblichen Teilnehmern die Reduktion des momentan empfundenen Schmerzes am ausgeprägtesten war, sodass zu vermuten gewesen wäre, das Schlaf und Wohlbefinden sich ebenfalls deutlich gebessert zeigen müssten.

Dem Autor ist bekannt, dass mittels der Verlaufsbeobachtung an nur 10 Patienten keine allgemeingültigen Aussagen zum Einsatz des Softlasers beim chronischen Rückenschmerz zu treffen sind. Trotzdem stimmt diese Beobachtungsstudie positiv, dass selbst an Patienten mit einer langen Leidens- und Therapieanamnese mittels der modernen Lasertherapie therapeutische Effekte erzielbar sind. Diese sind aber nicht sicher von Placeboeffekten abgrenzbar (größere Terminzahl beim Facharzt, vermehrte Zuwendung durch das Personal, Erwartungshaltung Personal und Patient u.v.m.), sodass diese Überprüfung in einer höheren Fall zahl zu wiederholen ist, um genauere Aussagen zum klinischen Einsatz der Lasertherapie treffen zu können.

Wenn der Softlaser in der Lage ist, bei chronischen Rückenschmerzen therapeutische Effekte zu erzielen, sollte in einer weiteren klinischen Beobachtungsstudie der Frage nachgegangen werden, ob sein Nutzen nicht um vieles höher wäre, wenn er bereits beim akuten Rückenschmerz zum Einsatz kommen könnte. Vielleicht wäre es möglich, natürlich immer in einem bio-psycho-sozialem Behandlungsmodell eingebettet, so einer drohenden Chronifizierung von Rückenschmerzen wirksamer entgegen wirken zu können.