Titelaufnahme

Titel
Opioid Langzeit-Therapie bei chronischem Schmerz / vorgelegt von: Breban Carmen
Verfasser / VerfasserinBreban, Carmen
GutachterAigner, Martin
Erschienen2009
Umfang143 Blatt : Illustrationen
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2009
Datum der AbgabeDezember 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Opioidtherapie / chronische Schmerzen
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11109 Persistent Identifier (URN)
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Opioid Langzeit-Therapie bei chronischem Schmerz [2.85 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Wirksamkeit der Opioide für die Behandlung akuter Schmerzen ist bereits etabliert und schon seit Jahrtausenden angewendet. Für die Langzeitanwendung der Opioide gibt es noch nicht ausreichend Daten, die existierenden Daten sind kontroversiell.

Fragestellung:

Der Stellenwert der Opioidtherapie als Langzeittherapie für die chronischen Schmerzen zu untersuchen ist das Ziel dieser Arbeit.

Vier Hauptdiagnosegruppen wurden untersucht:

-chronische muskuloskelettale Schmerzerkrankungen

-neuropatische nicht maligne Schmerzen

-Schmerzen bei malignen Erkrankungen

-Fibromyalgie/somatoforme Schmerzstörung

Der richtige Umgang mit Opioiden für die Therapie chronischer Schmerzen kann erleichtert werden durch Beantwortung folgender Fragen:

- Welche Evidenz unterstützt die Langzeittherapie mit Opioiden für die chronischen Schmerzen?

- Welche Rolle spielen die Nebenwirkungen für die Beeinträchtigung der Lebensqualität?

- Welche Besonderheiten betreffend der Opioidabhängigkeit gibt es bei chronischen Schmerzpatienten?

- Wann kann/soll eine Opioidtherapie beendet oder abgelehnt werden?

Methode: Die Untersuchung erfolgte durch Literaturrecherche und strukturierter Evaluierung eigener Patienten.

Literaturrecherche: PubMed Datenbank wurde durchsucht, als Stichwörter wurden: Opioid und chronic pain, long acting opioid verwendet. Die Suche wurde auf RCT`s, Mataanalysen, Leitlinien, und Reviews limitiert, in dem Zeitraum Januar 2000 bis Juli 2009.

Weiters, wurde, mit den obengenannten Stichwörter eine Internetsuche durchgeführt.

1276 Publikationen wurden gefunden und schließlich 84 Publikationen identifiziert, die unsere Fragestellung am besten beantworten.

Ergebnisse:

Die Literaturrecherche ergab: Die Opioidtherapie ist eine Option für die Behandlung chronischer Schmerzen in einem multimodalem Setting, die Führung der Therapie sollte durch einem interdisziplinären Team erfolgen mit der Berücksichtigung der Komorbidität, dem Nebenwirkungsprofil, dem Alter, der Komedikation, individueller Zielsetzung und sozialer Aspekte.

Die Untersuchung der eigenen PatientInnen ergab: die Gruppe der Fibromyalgie/Somatoformeschmerzstörung ist eine heterogene Gruppe, diese Patienten sind jünger, die Nebenwirkungen sind im Durchschnitt ausgeprägter, bei sehr unterschiedlichen Werten innerhalb der Gruppe. Auch die anderen Parameter sind in der FM/SSS-Gruppe heterogen: Zustandsänderung, therapeutische Wirksamkeit, Missbrauchskriterien, Schmerzreduktion mit signifikant ungünstigeren Mittelwerten.

Die Dauer der Opioidtherapie ist in dieser Gruppe signifikant länger, Missbrauch wurde nur in dieser PatientInnengruppe festgestellt.

Für die anderen Diagnosegruppen: degenerative muskuloskelettale Erkrankungen, neuropatische Schmerzen und maligne Erkrankungen, kann die analgetische Opioidtherapie eine wirksame Therapie sein.

Schlussfolgerung: Die Langzeitanwendung für chronische Schmerzen kann je nach Diagnose und Gesamtkonstellation eine wirksame Therapieoption sein. Die Sorgfältige Indikationsstellung, die Beherrschung der Strategien zur Nebenwirkungsminimierung, rechtzeitige Diagnostizierung des Missbrauchsverhaltens und die strukturierte Patientenführung (schriftlicher Vertrag, Monitorisierung mit regelmässiger Reevaluierung, Schulung zur korrekten Durchführung, ausreichende Dosierung, Substanzauswahl, Nebenwirkungsmanagement, Interaktionen mit anderen Arzneimitteln, geriatrische Patienten) sind wichtige Parametern die zu einer erfolgreichen Schmerztherapie beitragen können.

„Nach den Ergebnissen von LONTS wird klar, dass Konzepte wie „Opioide sind immer wirksam...“ oder „... einmal Opioid immer Opioid...“ obsolet sind. Die Frage nach „geben oder nicht geben“, , ist immer nur im umfänglichen Wissen über den individuellen Patienten zu beantworten. Und die Frage muss im Verlauf der Behandlung regelmäßig neu gestellt werden.“ ( Tölle et. al, 2009)