Titelaufnahme

Titel
Effekte der Arsonval - Ströme bei Patienten mit chronischen Wirbelsäulenerkrankungen im Kur und Rehabilitationszentrum Dr. Nuhr, Senftenberg
Verfasser / VerfasserinNuhr, Martin
GutachterMichael, Hirschl
Erschienen2009
Umfang19 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2009
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeJanuar 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Arsonvalströme / Schmerztherapie / stimmungsaufhellender Effekt Cortisol
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11130 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Effekte der Arsonval - Ströme bei Patienten mit chronischen Wirbelsäulenerkrankungen im Kur und Rehabilitationszentrum Dr. Nuhr, Senftenberg [0.25 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Anwendung von physikalischen Therapiemaßnahmen, insbesondere der Elektrotherapie, bei Schmerzpatienten hat eine lange Tradition in der Medizin, die bis in die Zeit Kaiser Claudius 46 n. Chr. zurückreicht. Die Datenlage zur Evaluierung hinsichtlich der Effektivität nach den modernen EBM Kriterien ist für einzelne Physikalischen Therapiemodalitäten eher gering und liegt oftmals in der Tatsache begründet, dass es bei der Zusammenstellung des Therapiekonzeptes gilt, kein allgemeines Rezept anzuwenden, sondern auf die jeweiligen Probleme des einzelnen Patienten einzugehen und die dafür geeignete Behandlungsmöglichkeit auszuwählen und gegebenenfalls zu kombinieren. Jaques Arsène d Arsonval (1851 - 1940) war französischer Professor für experimentelle Medizin. Er war Schüler des Physiologen Professor Claude Bernard am Collège de France in Paris und stellte 1891 fest, dass die Reizwirkung der Wechselströme mit der Zunahme der Frequenz abnimmt. Er führte 1892 die Hochfrequenzströme in die Therapie ein und legte das Fundament für die medizinische Anwendung der Hochfrequenzströme. Der österreichische/jugoslawische Ingenieur Nikola Tesla (1856 - 1943) berichtete 1891, dass Ströme hoher Frequenz selbst bei sehr hoher Spannung, welche bei Gleichstrom oder Wechselströmen niederer Frequenz lebensgefährlich oder tödlich gewirkt hätten, keine Reizwirkung beim Durchtritt durch den Menschen erkennen ließen. Er meldete 1891 den „Tesla-Transformator“ zum Patent an.

Heute erinnert unter anderem die Einheit der magnetischen Induktion (Kraftflussdichte), das Tesla (T), an das Genie. Wenn man Tesla und dArsonval nennt, so darf man einerseits den deutschen Physiker Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 - 1894, oszillierende Entladung von Kondensatoren 1847) und andererseits Heinrich Rudolf Hertz (1857 - 1894, grundlegende Versuche mit elektrischen Wellen 1888) nicht vergessen. Die Arsonvalisation wurde am Beginn begeistert aufgenommen. Ihre Benennung im internationalen Schrifttum erfolgte durch den Wiener Neurologen Professor Benedikt. Es gab auch von Anfang an kritische Beurteilungen, die die Nebeneffekte wie Funken, zischende Geräusche und charakteristische Geruch Infolge Ozonproduktion anprangerten. Um 1905 wurde die Arsonvalisation durch Zeynek modifiziert, der die Spannung herabsetzte und die Stromstärke steigerte und so zur Diathermie gelangte. Durch die Diathermie wurde die Arsonvalisation etwas in den Hintergrund gedrängt. In den älteren Lehrbüchern der Physikalischen Therapie wird die Arsonvalisation beschrieben und auch eine Aufzählung ihrer Indikationen gegeben. Aufgrund des hohen technischen Aufwandes wird diese Therapieform nur noch in wenigen spezialisierten Kliniken kurmäßig angewendet.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war das Erarbeiten von Daten zur Objektivierung von Effekten der Arsonvalbehandlung im Kur- und Rehabilitationszentrum Dr. Nuhr. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Assessmentinstrumente während des zweiwöchigen Kuraufenthaltes auf eventuell auftretende Veränderungen bei zwei Gruppen von Patienten untersucht, die sich hinsichtlich der physikalisch-rehabilitativen Therapie lediglich durch die Anwendung der Arsonvalströme unterschieden haben. Die Ergebnisse zeigten, dass es in der Gruppe mit der Arsonvalbehandlung neben einer deutlichen Reduzierung der Schmerzintensität auch zu einem stimmungsaufhellenden Effekt gekommen ist. In der Kontrollgruppe waren diese Veränderungen nur auf die Schmerzintensität begrenzt nicht aber auf die Stimmungslage. Auffällig war auch die nach Beendigung der Therapie weiterhin abnehmende Schmerzintensität im Rahmen einer 1-monatigen Nachuntersuchung. Diese gefundenen Veränderungen sind gut vereinbar mit vorangegangenen Studien, die neben einer Schmerzreduktion eine Erhöhung der Cortisolproduktion gezeigt haben. Die gefundenen Veränderungen sowie eine Phasenvoreilung von freien Cortisol im Harn stehen in Übereinstimmung mit der Anregung der Sekretionsleistung der Nebennierenrinde, womit sich auch die in der älteren Literatur beschriebenn Effekte über die Arsonvalströme erklären lassen.