Titelaufnahme

Titel
Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie : ist die momentane Datenlage ausreichend, um eine effiziente Diagnostk und Therapie bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie anbieten zu können?
Verfasser / VerfasserinSchlögl, Gerda
GutachterGlatz, Margot
Erschienen2009
Umfang87 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2009
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeMärz 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)diabetische Polyneuropathie
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11178 Persistent Identifier (URN)
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Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie [4.73 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung und Fragestellung: Bis ins Jahr 2025 ist nach Schätzungen der WHO weltweit mit circa 300 Millionen Diabetiker zu rechnen. Bei 16-26% wird sich eine diabetische Neuropathie entwickeln. Die distale symmetrische PNP stellt mit 75% die häufigste Manifestationsform dar. Intensive Schmerzen stehen bei 10-15% der Fälle im Vordergrund.

Diese führt somit zu schweren medizinischen und sozioökonomischen Folgen, die noch ansteigen werden. Die Fragestellung nach der Datenlage für Diagnostik und Therapie bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie ist somit bedeutsam.

Das Hauptziel der Masterthese war die Suche nach effizienten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, wenn möglich mit Hilfe von randomisierten, kontrollierten Studien um Evidenzempfehlungen vorschlagen zu können.

Methodik: Eine ausführliche Literatursuche (Pub Med, Medscape, Cochrane central, NEJM) wurde, um vor allem randomisierte, kontrollierte Studien für die Diagnostik und Therapie bei schmerzhafter diabetischer PNP zu erfassen, durchgeführt. Zur Evaluation der relativen Effizienz und Sicherheit wurden Number needed to treat (NNT), Odds Ratio für 30%-ige, 50%-ige Schmerzreduktion und NW, weiters Evidenzempfehlungen nach EFNS Leitlinien 2006 und der DGN 2008 eingesetzt.

Ergebnisse: Zur Diagnostik wurden jährliche Anamnese, klinische Untersuchung, Inspektion, neurologische Tests, einfache Scores wie der NSS und NDS und validierte Schmerzfragebögen für die Beurteilung der Schmerzen und als Screeningtool (zum Beispiel painDETECT) vorgeschlagen.

Die zusätzliche Untersuchung der Schmerz- und Temperaturempfindung ist für die Überprüfung der dünnen A- und C-Fasern wichtig.

Der Einsatz der NLG-Messung erhöht den Level der Diagnostik bei Veränderungen der großkalibrigen, myelinisierten Nervenfasern. Die A- und C-Fasern entgehen der Routinediagnostik.

Für SFN und PNP werden effektiv die QST und Messung der neurogenen Flarereaktion mittels LDI angewandt, welche eine Möglichkeit zur Objektivierung und Quantifizierung von Störungen der C-Faser-Funktion in der Diagnostik von Polyneuropathien darstellen.

Die Effizienz der Therapiemaßnahmen wurde, basierend auf Klasse I Studien, als Hauptergebnis TCA, Duloxetin, Venlafaxin, Gabapentin, Pregabalin, Oxycodon und Tramadol mit etablierter Effizienz empfohlen.

Die TCA wiesen bei einer NNT 2,1-2,4 die höchste Effizienz auf. Mit hoher NW-Rate werden sie möglicherweise von besser verträglichen SNRI (Duloxetin) abgelöst. Innerhalb der Antikonvulsiva zeigten die -2--Liganden die beste Evidenz. Die Kombinationstherapie Oxycodon/Gabapentin wurde als signifikanter Fortschritt bezüglich Reduktion der Schmerzscores und Verbesserung der Lebensqualität erkannt.

Lacosamid, ein Antikonvulsivum mit dualem Mechanismus und mit möglichem Bindungspartner Collapsin Response Mediator Protein 2 (CRMP-2) stellt eine viel versprechende Option in der künftigen Behandlung dar.

Für die Prävention wurde eine optimale Diabeteseinstellung und auf die Pathogenese einwirkende Therapiemaßnahme die -Liponsäure evaluiert.

Zur Optimierung der Behandlung der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie sollten, um Sekundärkomplikationen zu vermeiden, interdisziplinär einheitliche evidenzbasierte Therapieempfehlungen, validierte Evaluationsmethoden und eine Optimierung des Organisationskonzeptes für Patienten mit neuropathischen Schmerzen erforscht werden.