Titelaufnahme

Titel
Wirksamkeit und Kosteneffektivität einer ambulanten multimodalen Rehabilitation beim chronischen Rückenschmerz / vorgelegt von: Cornelia Grunt-Göschl
Verfasser / VerfasserinGrunt-Göschl, Cornelia
GutachterHabelsberger, Winfried
Erschienen2011
Umfang77 Blatt : Illustrationen
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2011
Datum der AbgabeMärz 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)chronischer Rückenschmerz
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11256 Persistent Identifier (URN)
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Wirksamkeit und Kosteneffektivität einer ambulanten multimodalen Rehabilitation beim chronischen Rückenschmerz [0.42 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Patienten mit Rückenschmerzen verursachen in den westlichen Industrieländern enorme Kosten, wobei die chronischen Krankheitsverläufe den Großteil der dafür aufzuwendenden direkten und indirekten Krankheitskosten ausmachen.

Aufgrund der Häufigkeit von chronischen Rückenschmerzpatienten und deren hohen Krankheitskosten stellt sich für die Kostenträger (Kranken- und Pensionsversicherung) die Frage nach effizienten Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen.

Wirksamkeit und Ökonomie verfügbarer Rehabilitationsmaßnahmen in der Therapie von chronischen Rückenschmerzpatienten sind daher ein wichtiges Thema.

So wurde 2005 im Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse in Linz als erste Einrichtung Österreichs ein ambulantes Rehabilitationsprogramm für chronische Rückenschmerzpatienten nach dem Vorbild des Göttinger Rücken-Intensiv-Programms (GRIP) implementiert.

Es handelt sich wie beim GRIP um ein vierwöchiges multimodales ambulantes Rehabilitationsprogramm mit psychotherapeutischen Elementen (Psycho- Education, Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie), Trainingstherapie (Kraft , Ausdauer-, Koordinationstraining und Sport) und Ergotherapie (Rückenschule, Work Hardening, mehrdimensionales Bewegungstraining).

Die Patienten werden im Gruppensetting von 6-8 Teilnehmern 4 Wochen lang an 5 Tagen pro Woche 6 Stunden täglich rehabilitiert.

Ziele:

Primäre Interventionsziele sind die Wiederherstellung der für Beruf und Alltag erforderlichen funktionellen Fähigkeiten, die Reintegration ins Berufsleben und die Senkung der indirekten Gesundheitskosten, sowie die Senkung der durch Behandlungen entstehenden direkten Gesundheitskosten.

Sekundäre Ziele sind Reduktion von Schmerz und Depression.

Ergebnisse:

Von 2005 2009 wurden 18 Turnusse mit je 6-8 Patienten und einer Gesamtanzahl von 120 Patienten rehabilitiert und 118 Patienten (2 drop outs) retrospektiv statistisch ausgewertet.

60 Personen waren männlich, 58 weiblich.

Das Durchschnittsalter betrug im Mittelwert 43,5 Jahre (MD 44 Jahre).

Die Arbeitsunfähigkeitsdauer vor Beginn der Rehabilitation betrug im Mittelwert 115,3 Tage (MD 105Tage).

In einer retrospektiven Untersuchung wurden subjektive Krankheitsparameter wie Schmerz, Depressivität, Schmerzempfindung und Schmerzbeeinträchtigung zu Beginn und am Ende der Rehabilitation, die Return-to-work-Rate nach 1,3, 6 und 12 Monaten, die direkten Krankheitskosten und die Arbeitsunfähigkeitstage sowie die Krankengeldausgaben 365 Tage vor und 365 Tage nach Behandlung ausgewertet.

Die Numerische Rating Skala NRS verbesserte sich von 6,8 auf 4,9, die Schmerzempfindungsskala SES von 67,5 auf 54,3, die Allgemeine Depressionsskala ADS von 23,3 auf 19,3, der Pain Disability Index PDI von 36,6 auf 28,9.

Zu Beginn der Rehabilitation war der Großteil der der Patienten im Krankenstand (93,9 %) und nur 6% arbeitsfähig. 1 Jahr nach Absolvierung des Programms waren 90,3% wieder arbeitsfähig, 5,3% arbeitsunfähig und 4,4% in Invaliditätspension.

Die direkten von der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse getragenen Krankheitskosten (ärztliche Behandlungen, stationäre Aufenthalte, Heilmittel, Heilbehelfe und Transportkosten) reduzierten sich von 340.757,30 Euro 365 Tage vor der Rehabilitation auf 238.916,02 Euro 365 Tage nachher.

Die Auswertung der Arbeitsunfähigkeitstage ergab eine Reduktion von 18.224 Tage 1 Jahr vor auf 12.828 Tage 1 Jahr nach der Reha (minus 29,6%), bei den „Rückenschmerzdiagnosen“ (M51-M54) sanken die AU Tage von 13962 auf 9602 und bei den „Nicht Rückenschmerzdiagnosen“ von 4262 auf 3227.

Bei Durchsicht aller Krankenstandstage beträgt der durchschnittliche Anteil der Krankengeldtage 66,9%. (ohne Dienstgeberlohnfortzahlungen).

Somit ergibt sich eine Senkung der Krankengeldkosten von 413.304 Euro auf 290.927 Euro und eine Ersparnis von 122.377 Euro.

Die Kosten unseres ambulanten Rehabilitationsprogramms betragen 99 Euro pro Tag und 1980 Euro für 4 Wochen.