Titelaufnahme

Titel
Stellenwert interventioneller schmerztherapeutischer Verfahren bei Tumorpatienten
Verfasser / VerfasserinKrall, Karin
GutachterLikar, Rudolf
Erschienen2013
Umfang58 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2013
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeMai 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Tumorschmerztherapie
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11321 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Tumorschmerztherapie stellt für jeden Behandler eine Herausforderung dar. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der Fortschritte in der antineoplastischen Therapie ist mit einer Zunahme der an Tumorschmerzen leidenden Patienten zu rechnen.

Das WHO-Stufenschema stellt dabei seit der Einführung in den 1980er Jahren das wichtigste Instrument in der medikamentösen Therapie dar. Davor wurden bei therapieresistenten Tumorschmerzen beispielsweise chemische Neurolysen mit teils hohem Risiko für Langzeitschäden eingesetzt.

Einen wesentlichen Fortschritt in der Therapie dieser schwer zu behandelnden Schmerzbilder brachte die Einführung der retardierten Opioide und der transdermalen Systeme. Damit wurde eine Opiatbasistherapie mit konstanten Medikamentenspiegeln ermöglicht. Die Opiate können niedriger dosiert werden und sind damit besser verträglich. Auch die Therapie neuropathischer Schmerzen hat nach Einführung neuer Pharmaka Veränderungen erfahren, die sich auch auf die interventionelle Schmerztherapie auswirken.

Nach den bedeutenden Entwicklungen in der Tumorschmerztherapie sind invasive schmerztherapeutische Verfahren mehr und mehr in den Hintergrund gerückt. Die komplikationsreichen chemischen Neurolysen wurden von der intrathekalen Analgetikaapplikation abgelöst.

Aufgrund der Neuerungen in der Opiat- und allgemeinen medikamentösen Schmerztherapie stellt sich die berechtigte Frage, ob interventionelle Verfahren bei Tumorpatienten noch notwendig sind. Gibt es klare Richtlinien für deren Einsatz? Wo finden sie Platz in komplizierten Therapiealgorithmen und welche Kriterien müssen für die Auswahl eines Patienten für ein bestimmtes Verfahren erfüllt sein? Schließlich ist jede Schmerzblockade selbst mit Schmerzen und Risiken verbunden. Gerade bei Patienten mit eingeschränktem Allgemeinzustand sind Bedenken berechtigt, ob der Aufwand der invasiven Methoden noch zumutbar ist. Eine gute Lebensqualität soll in der letzten Lebensphase möglichst lange erhalten bleiben. Anderseits können interventionelle Verfahren gerade dazu beitragen.

Gerade bei Tumorpatienten sind komplexe Schmerzsyndrome keine Seltenheit. Bei Vorliegen von zwei oder mehreren Schmerzbildern ist eine genaue Anamnese und klinische Untersuchung unabdingbar. In dieser Arbeit soll daher auch auf die wesentlichen Inhalte der Tumorschmerzanamnese eingegangen werden. Auch der neuropathische Tumorschmerz wird dabei näher beleuchtet.

Durch Beschreiben der einzelnen Verfahren soll ein Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten invasiver Methoden und der verwendeten Medikamente in der Schmerztherapie geschaffen werden. Dabei werden neben der intrathekalen Analgesie und neuroablativen Verfahren auch Blockaden des autonomen Nervensystems beschrieben und die verwendeten Medikamente charakterisiert. Weiters wird auf antineoplastische und interventionelle Maßnahmen bei Knochenschmerzen durch ossäre Metastasen der Wirbelsäule eingegangen. Schließlich soll die Frage beantwortet werden, welchen Stellenwert die interventionellen Verfahren aus heutiger Sicht in der Tumorschmerztherapie haben.