Bibliographic Metadata

Title
Analyse zur Komorbidität älterer Schmwerzpatienten im Hinblick auf deren Bedeutung für Programme zur multimodalen Schmerztherapie / vorgelegt von Karin Wülfing-Palitzsch
AuthorWülfing-Palitzsch, Karin
Thesis advisorGustorff, Burkhard
Published2013
Description65 Blatt : Illustrationen
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2013
Date of SubmissionJune 2013
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)chronische Schmerzen
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11407 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
Files
Analyse zur Komorbidität älterer Schmwerzpatienten im Hinblick auf deren Bedeutung für Programme zur multimodalen Schmerztherapie [0.73 mb]
Links
Reference
Classification
Abstract (German)

Chronische Schmerzen stellen in Europa ein großes Gesundheitsproblem dar.

Besonders betroffen sind ältere Menschen, da die Häufigkeit chronischer Schmerzerkrankungen mit fortschreitendem Alter zunimmt. Von großer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Komorbiditäten, die ebenfalls im Alter zunehmen und zu komplexen Erkrankungen führen.

Im ersten Teil der Arbeit wurden anhand von Krankenkassendaten der größten gesetzlichen deutschen Krankenversicherung BARMER GEK die zehn häufigsten ambulanten und stationären Diagnosen und Nebendiagnosen bei Patienten mit chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren analysiert. Die Diagnosen wurden als Komorbiditäten gewertet und im Altersvergleich der Gruppen < 65 Jahre und 65 Jahre betrachtet, wobei das Hauptaugenmerk auf der Altersgruppe 65 Jahre lag.

Die Ergebnisse ergaben, daß bei den 65-jährigen Schmerzpatienten folgende Komorbiditäten im Vordergrund standen:

Hypertonie- und Herz-Kreislauferkrankungen

Somatoforme und andere chronische Schmerzerkrankungen

Fehlsichtigkeit verschiedener Ursachen

Muskuloskelettale Erkrankungen

Außerdem wurden die Krankenkassendaten in Bezug auf die Prävalenz von Demenz und Herzinsuffizienz, Krankenhausbehandlungen, Pflegebedürftigkeiten und Kosten untersucht.

Im zweiten Teil der Arbeit wurde mit Hilfe des Internets und mittels persönlicher Befragungen recherchiert, inwieweit in Österreich, der Schweiz oder Deutschland speziell für ältere Menschen multimodale Schmerzprogramme angeboten werden und wie diese Seniorenprogramme im Unterschied zu Programmen für jüngere Schmerzpatienten aussehen.

Unter Berücksichtigung aller Ergebnisse wurde andiskutiert, welche Therapieoptionen im Rahmen multimodaler Therapieprogramme bei chronischen Schmerzpatienten im Alter sinnvoll erscheinen.

Fazit der Arbeit ist, daß multimodale Schmerzprogramme für Senioren die individuelle Multimorbidität älterer Patienten besonders berücksichtigen sollten. Zusätzlich ist es erforderlich, daß der Aufbau multimodaler Schmerzprogramme für ältere Patienten vereinfacht und übersichtlich ist sowie ausreichend Wiederholungen und Pausen gewährt.

Unter den genannten Voraussetzungen scheinen multimodale Programme einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung oder Erhalt der Lebensqualität, der Autonomie, der sozialen Kompetenz und funktionalen Gesundheit älterer Menschen leisten zu können.

In Anbetracht des demographischen Wandels und der Bedeutung des Gesundheitsproblems „Chronischer Schmerz im Alter“ wäre ein erweitertes Angebot an multimodalen Schmerzprogrammen für ältere Menschen absolut wünschenswert.