Titelaufnahme

Titel
Messung der Effektivität einer kontinuierlichen intraartikulären Lokalanästhetikainfusion mittels ON-Q® PainBuster® im Vergleich zu einer kontinuierlichen Blockadetechnik an peripheren Nerven bei Kniegelenkstotalersatz / vorgelegt von: Heike Hofmann
Verfasser / VerfasserinHofmann, Heike
GutachterGraf, Bernhard M.
Erschienen2015
Umfang57 Blatt : Illustrationen
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2015
Datum der AbgabeApril 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Endoprothetische Operationen
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11503 Persistent Identifier (URN)
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Messung der Effektivität einer kontinuierlichen intraartikulären Lokalanästhetikainfusion mittels ON-Q® PainBuster® im Vergleich zu einer kontinuierlichen Blockadetechnik an peripheren Nerven bei Kniegelenkstotalersatz [1.04 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Einführung: Endoprothetische Operationen am Kniegelenk gehören zu den Operationen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für das Auftreten starker postoperativer Schmerzen. Das Standardverfahren zur postoperativen Schmerztherapie ist die kontinuierliche Blockade des Nervus femoralis in Kombination mit einer kontinuierlichen Nervus ischiadicus-Blockade. Das Verfahren der intraartikulären Wundinfusion sollte hinsichtlich seiner Gleichwertigkeit in der postoperativen Schmerztherapie nach endoprothetischen Eingriffen am Kniegelenk zum Standardverfahren als Alternative überprüft werden.

Patienten und Methode: Retrospektive Analyse der Schmerzstärkenangaben aller Patien-ten (n = 40), die zwischen 01.01.2014 bis 31.12.2014 am Evangelischen Krankenhaus Re-gensburg mit einer Knieendoprothese versorgt wurden und zur postoperativen Schmerzthe-rapie eine intraartikuläre Wundinfusion mit On-Q® PainBuster®-System (Gruppe I, n=19) oder periphere Schmerzkatheter (Gruppe II, n=21) erhalten haben. Hinsichtlich der demo-graphischen und klinischen Daten gab es zwischen den beiden Gruppen keinen Unterschied.

Ergebnisse: Beide Schmerztherapieregime (ON-Q® PainBuster®, peripherer Schmerzka-theter) haben eine adäquate postoperative Schmerztherapie gewährleistet. Beide Systeme führten im postoperativen Verlauf sowohl in Ruhe als auch bei Belastung zu vergleichbaren Schmerzstärkenangaben durch die Patienten im Aufwachraum und am zweiten bzw. dritten postoperativen Tag. Am Operationstag und am ersten postoperativen Tag lagen die Schmerzstärkenangaben in Ruhe in der ON-Q® PainBuster®-Gruppe deutlich über den der Katheter-Gruppe. Am Operationstag war dieser Unterschied signifikant (p<0.001) erhöht. Bei Belastung waren Schmerzangaben mit NRS 4 in beiden Behandlungsgruppen vergleich-bar. Präoperativ bestehende Bewegungseinschränkungen im Sinne eines Streckdefizits hat-ten sowohl in der Katheter- als auch in der ON-Q® PainBuster®-Gruppe keinen Einfluss auf die postoperativen Schmerzstärkenangaben im Vergleich zu Patienten ohne Streckdefizit. Bei der zusätzlichen Schmerzmittelapplikation erhielten die Patienten der Gruppe I signifikant höhere Dosierungen von unretardiertem Oxycodon (p=0,047) und Piritramid (p=0,03). Die Gesamtmenge an unretardiertem Oxycodon war bis zum dritten postoperativen Tag in der Gruppe I signifikant erhöht (p=0,02). Die Anzahl der Patienten, die am Operationstag Meta-mizol erhielten war in der Gruppe I signifikant erhöht (p=0,003).

Zusammenfassung: Die intraartikuläre Wundinfusion mit ON-Q® PainBuster®-System ge-währleistet eine ausreichend gute postoperative Schmerztherapie. Im Vergleich zur postope-rativen Schmerztherapie mit einer kombinierten kontinuierlichen Nervus femoralis- und Ner-vus ischiadicus-Blockade bestehen jedoch in Ruhe am Operationstag deutliche Defizite in der Schmerztherapie, die durch die zusätzliche Gabe von Opioid-Analgetika aufgefangen werden müssen.