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Title
Behandlung chronischer Iliosakralgelenksschmerzen mittels gekühlter Radiofrequenz ("cooled radiofrequency", cRF) / vorgelegt von: Barbara Kleinmann
AuthorKleinmann, Barbara
Thesis advisorWeyerbrock, Astrid
Published2015
Description65 Blatt : Illustrationen
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2015
Date of SubmissionApril 2015
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)chronische Iliosakralgelenksschmerzen / cooled radiofrequency (cRF)
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11515 Persistent Identifier (URN)
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Behandlung chronischer Iliosakralgelenksschmerzen mittels gekühlter Radiofrequenz ("cooled radiofrequency", cRF) [1.35 mb]
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Abstract (German)

Inhalt dieser Masterarbeit ist die Behandlung chronischer Iliosakralgelenksschmerzen mittels gekühlter Radiofrequenz („cooled radiofrequency“, cRF) am Beispiel eines Patientenkollektivs eines überregionalen Schmerzzentrums.

Das Iliosakralgelenkssyndrom ist für Schmerztherapeuten eine diagnostische und therapeutische Herausforderung und hat mit einer Prävalenz von 10-26% als Ursache für lumbale Rückenschmerzen einen hohen Stellenwert in der Schmerztherapie. Da konservative medikamentöse und physiotherapeutische Maßnahmen in vielen Fällen keine ausreichende Schmerzlinderung bewirken, kommt interventionellen schmerztherapeutischen Behandlungsansätzen eine zunehmende Bedeutung zu. Die gekühlte Radiofrequenz wird seit einigen Jahren in der Therapie chronischer ISG-Schmerzen eingesetzt und zeigte in den bisher dazu vorliegenden Untersuchungen eine ausreichende Evidenz für ihre Effektivität in der Therapie schmerzhafter ISG-Syndrome. Unklar ist, inwieweit andere Faktoren wie psychische Komorbiditäten auf das Ergebnis dieser Behandlung Einfluss nehmen. Zu dieser Fragestellung gibt es bisher nur wenige Studien mit dem Nachweis von Depression als negativem Prädiktor für das postoperative Ergebnis in Bezug auf die Lebensqualität.

In dieser Arbeit wurde die Effektivität der gekühlten Radiofrequenz in der Therapie des ISG-Syndroms im Patientenkollektiv eines überregionalen Schmerzzentrums untersucht und mit den bisher vorliegenden Daten verglichen werden. Es wurde zudem untersucht, ob die Effektivität der gekühlten Radiofrequenz in der Behandlung von Iliosakralgelenksschmerzen durch Faktoren wie präinterventionelle schmerzbedingte Beeinträchtigung, Angst, Depression, Anamnesedauer und Medikamentengebrauch beeinflusst wird. Als Zielkriterien verwendeten wir die mittlere, höchste und niedrigste Schmerzstärke vor und sechs Wochen nach der Prozedur bzw. zum Zeitpunkt des Follow-ups, HADS-Werte auf Angst und Depressivität, PDI-Werte, Medikamentengebrauch vor der Prozedur und zum Zeitpunkt des Follow-ups. Zusätzlich wurden die Patientenzufriedenheit und das Schlafverhalten nach dem Eingriff erfasst. Die gekühlte Radiofrequenz wurde nach den Standards von Stelzer et al. und Cohen et al. durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte über eine retrospektive Auswertung validierter Patientenfragebögen und Telefoninterviews. In einem Patientenkollektiv von 20 chronischen Schmerzpatienten, bei denen das Vorliegen eines ISG-Syndroms durch zweifache intraartikuläre Testinfiltration gesichert wurde, fand sich sowohl nach einer Woche als auch zum Zeitpunkt des Follow-ups über einen untersuchten Zeitraum von durchschnittlich 15,4 Monaten bei 40% (8/20) der Patienten eine statistisch signifikante Besserung der Schmerzstärke um 50% oder mehr. Die Therapie des ISG-Syndroms wurde von der Mehrzahl der Patienten (66.67%) sehr gut toleriert und führte zu einer Verbesserung der Schlafqualität und einer Reduktion der antidepressiven und antikonvulsiven Medikation um ca. 50%. Es zeigte sich jedoch kein signifikanter Zusammenhang zwischen erhöhten Werten in den Testverfahren auf Angst und Depression und den postinterventionell erfassten Schmerzstärken. Der positive Effekt auf die Schmerzstärke ging jedoch postinterventionell nicht mit einer verminderten Beeinträchtigung durch den Schmerz im Alltag einher und führte nicht zu einer Reduktion der Analgetikaeinnahme.

Es handelt sich folglich um eine gute, verträgliche lokale Therapieform zur Behandlung des ISG-Syndroms, die auch bei chronischen Schmerzpatienten mit psychischen Komorbiditäten erfolgreich einsetzbar ist und neben einem anhaltenden Einfluss auf den Schmerz auch andere Parameter wie Schlafqualität und Einnahme von antidepressiver und schmerzmodulierender Medikation positiv beeinflusst. Eine Validierung und die Identifikation prognostischer Faktoren für diese Therapieform müssen im Rahmen einer prospektiven, kontrollierten Studie an einem größeren Patientenkollektiv erfolgen.

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