Titelaufnahme

Titel
Management der Schmerztherapie in der Onkologie : Hindernisse und Chancen / vorgelegt von Clemens Leitgeb
Verfasser / VerfasserinLeitgeb, Clemens
GutachterJaksch, Wolfgang
Erschienen2015
Umfang38 Seiten
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2015
Datum der AbgabeApril 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)onkologische Erkrankungen
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11522 Persistent Identifier (URN)
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Management der Schmerztherapie in der Onkologie [2.72 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund:

Schmerz stellt in der Betreuung und Behandlung von onkologischen Patienten ein relevantes Problem dar. Der Großteil von Patienten mit Schmerzen, die mit einer Krebserkrankung oder deren Therapie assoziiert sind, wird von Onkologen behandelt. Die internationalen onkologischen Fachgesellschaften haben daher Guidelines zur Schmerztherapie erstellt.

Diese empfehlen umfassendes und wiederkehrendes Assessment von Schmerzen hinsichtlich ihrer Intensität und ihrer Umstände, die Anwendung von standardisierten Messinstrumenten, sowie eine Therapie, die einen multidisziplinären Ansatz berücksichtigt.

Die Erfahrung der täglichen Praxis zeigt jedoch, dass die Schmerztherapie bei onkologischen Patienten in hohem Maße ungenügend ist.

Zielsetzung:

Von den Beobachtungen der Praxis ausgehend wird in der vorliegenden Arbeit das Management der Schmerztherapie, nicht jedoch die Scherzbehandlung selbst, an einer internistischen Abteilung mit onkologischem Schwerpunkt in einem ausgewählten Patientenkollektiv untersucht und dabei die These aufgestellt, dass es zu wesentlichen Abweichungen von den Empfehlungen der Guidelines kommt.

Methode:

Analysiert werden die Patientenakten der Patienten der Jahre 2012 bis 2014, die multidisziplinär mit dem spezialisierten Schmerzkonsiliardienst betreut wurden (n=79). Die Krankenakten der Patienten mit onkologischen Erkrankungen (n=43) werden hinsichtlich des Vorhandenseins standardisierter quantitativer (VAS, NRS, VRS) oder qualitativer (Schmerztagebücher) Assessmentinstrumente, der vorgenommenen Interventionen, der Dauer bis zur Beiziehung des Schmerzkonsiliardienstes und der Zeit bis zum Tod ab Beginn der multidisziplinären Betreuung ausgewertet. Diese Ergebnisse werden einer Erhebung der Einstellungen des ärztlichen Personals der Abteilung zu Aspekten des Schmerzmanagements und den Empfehlungen der Guidelines gegenübergestellt.

Ergebnisse:

Quantitative dokumentierte Messungen mittels VAS/NRS erfolgen nur bei 2,3% der Patienten, ein schriftlicher Vermerk eines Scores wird zu Beginn einer Therapie in 25,6% der Fälle angegeben, im weiteren Verlauf nur bei 9,3%. Eine qualitative Erfassung mittels Schmerztagebuch erfolgt nur bei 2,3% der Patienten. Die Zusammenarbeit mit dem Schmerzkonsiliardienst bei onkologischen Patienten stellt eine Rarität dar (2,5%) und erfolgt vorwiegend für interventionelle Prozeduren, wie Neurolysen und intrathekale Therapien.

Die Arbeit zeigt also wesentliche Abweichungen von den Empfehlungen der Guidelines bezüglich des standardisierten Einsatzes von Assessment-Instrumenten und multidisziplinärer Therapie in der täglichen Praxis des Schmerzmanagements an einer onkologischen Schwerpunktpraxis auf. Diese finden ihre Ursachen nicht zuletzt in den Einstellungen des ärztlichen Personals zum Management der Schmerztherapie.

Mit diesen Ergebnissen ergeben sich Chancen zur Verbesserung des

Schmerzmanagements durch Schulung und Etablierung von Behandlungspfaden, und dadurch Intensivierung der multidisziplinären Zusammenarbeit.