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Titel
Der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch : Etablierung eines multidisziplinären Behandlungsprogramms und Analyse der Therapieergebnisse / vorgelegt von Peter Storch
Verfasser / VerfasserinStorch, Peter
GutachterKraya, T.
Erschienen2015
Umfang56 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2015
Datum der AbgabeMai 2015
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Kopfschmerz / Medikamentenübergebrauch
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11698 Persistent Identifier (URN)
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Der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch [0.4 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch tritt bei Patienten mit einer primären Kopfschmerzerkrankung wie Migräne oder Kopfschmerzen vom Spannungstyp auf, wenn zu regelmäßig Schmerzmittel eingenommen werden. Die zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln führt dann zu einer signifikanten Verschlechterung der vorbestehenden Kopfschmerzsymptomatik.

Die Therapie der Wahl ist ein Schmerzmittelentzug, der in der Regel zu einer deutlichen Verbesserung der Kopfschmerzen führt. Nur bei Patienten mit Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch und gleichzeitigem Vorliegen einer Chronischen Migräne ist auch eine medikamentöse Behandlung mit Topiramat oder Botulinumtoxin ohne vorherigen Schmerzmittelentzug wirksam.

Zur Optimierung der Therapie von Patienten mit Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch wurde am Mitteldeutschen Kopfschmerzzentrum Jena ein eintägiges multimodales Behandlungsmodul zur Vorbereitung eines ambulanten Schmerzmittelentzuges etabliert. In der vorliegenden Arbeit wurden die Therapieergebnisse von 47 Patienten mit einem Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, die innerhalb eines Jahres eine solche strukturierte Entzugsbehandlung am Kopfschmerzzentrum absolvierten, analysiert. Die kopfschmerzbezogenen Daten wurden retrospektiv nach 6 und 12 Monaten erhoben. Bei 83% der so behandelten Patienten bestand nach 12 Monaten kein Schmerzmittelübergebrauch mehr. Die Rückfallquote des Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch betrug 6 Monate nach Beginn der Behandlung 10,6% und 17% nach 12 Monaten. Im Vergleich dazu wurden im gleichen Zeitraum 13 Patienten, bei denen eine Chronische Migräne mit Medikamentenübergebrauch bestand, mit Botulinumtoxin behandelt, ohne dass vor Beginn der Behandlung gezielt ein Schmerzmittelentzug durchgeführt wurde. Bei 92,3% der so behandelten Patienten bestand nach 12 Monaten kein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch mehr.

Diese Arbeit zeigt, dass das am Mitteldeutschen Kopfschmerzzentrum Jena etablierte Behandlungsmodul zur Vorbereitung eines ambulanten Schmerzmittelentzuges bei Patienten mit Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch wirksam ist, und dass die Therapieerfolge der Entzugsbehandlung nach 12 Monaten vergleichbar oder besser sind, als die durchschnittlich in der Literatur angegebenen Therapieergebnisse. In der Gruppe der Patienten mit Chronischer Migräne und Medikamentenübergebrauch war die primäre Behandlung mit Botulinumtoxin in Bezug auf die Reduktion der Schmerzmitteleinnahme auch ohne vorherige Entzugsbehandlung sehr gut wirksam.