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Bibliographic Metadata

Title
Erhebung von Dysfunktionen im stomatognathen System bei Tinnituspatienten im Vergleich mit einer historischen Kontrollgruppe
Additional Titles
Evaluation of stomatognathic dysfunctions in tinnitus patients compared to a historical control group
AuthorDietrich, Lucas
Thesis advisorKnaus, Anna
Published2017
Description80 Blatt : Illustrationen, Diagramme
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2017
Annotation
Paralleltitel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Date of SubmissionDecember 2017
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Tinnitus / temporomandibuläre Dysfunktion / Okklusion / Mediotrusivkontakte
Keywords (EN)tinnitus / temporomandibular dysfunction / occlusion / mediotrusive contacts
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-11992 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
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Erhebung von Dysfunktionen im stomatognathen System bei Tinnituspatienten im Vergleich mit einer historischen Kontrollgruppe [1.34 mb]
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Abstract (German)

Hintergrund: Die ätiopathologischen Hintergründe der Assoziation von Tinnitus mit der temporomandibulären Dysfunktion (TMD) sind weitgehend unklar. Eine neu definierte Tinnitussubtype, der sogenannte somatosensorische Tinnitus, ist durch die Möglichkeit der Tinnitusmodulation durch Bewegungsmanöver der Kau- und Nackenmuskulatur charakterisiert. Dieses Phänomen lässt auf eine Beeinflussung der Tinnituswahrnehmung durch stomatognathe Afferenzen schließen. Die vorliegende Studie sollte Aufschluss über Zusammenhänge zwischen Tinnitus und dem Formenkreis der TMD geben und dabei okklusale Störkontakte (Mediotrusivkontakte) als mögliche Risikofaktoren untersuchen.

Methode: Um Zusammenhänge zwischen Dysfunktionen des Kausystems und Tinnitus zu untersuchen, wurden 54 Patienten mit gesicherter Diagnose subjektiver Tinnitus einer klinischen Funktionsanalyse unterzogen. Zusätzlich fand eine Erhebung der statischen und dynamischen Zahnkontakte mittels Artikulationsseide statt. Es erfolgte ein statistischer Vergleich der gesammelten Befunde mit den Daten einer gematchten tinnitusfreien Kontrollgruppe.

Ergebnisse: Tinnituspatienten wiesen einen signifikant stärker ausgeprägten Druckdolenzscore der Kaumuskulatur sowie signifikant höhere Schmerzwerte bei der Kiefergelenkspalpation auf als Patienten der Kontrollgruppe. Dahingegen konnten bei Tinnituspatienten Kiefergelenksgeräusche nicht häufiger festgestellt werden. Die Tinnitusgruppe zeigte signifikant häufiger eine instabile Seitzahnabstützung und übermäßige Abrasionszeichen der Bezahnung. Das Vorhandensein von Mediotrusivkontakten unterschied sich zahlenmäßig nicht signifikant zwischen den untersuchten Gruppen. Die Prävalenz des somatosensorischen Tinnitus betrug innerhalb der Tinnitusgruppe 35%.

Schlussfolgerung: Es besteht eine signifikante Assoziation von Tinnitus mit myogenen Beschwerden und Kiefergelenksschmerz, jedoch nicht mit Kiefergelenksgeräuschen. Diese Studie konnte keinen Zusammenhang zwischen vorhandenen Mediotrusivkontakten und Tinnitus feststellen. Auch scheinen Mediotrusivkontakte einen deutlich geringeren Einfluss auf die Entstehung einer TMD zu haben, als dies in der Vergangenheit angenommen wurde. Die Ergebnisse dieser Studie machen dennoch deutlich, dass eine zahnärztliche Untersuchung des Kausystems einen integralen Bestandteil einer umfassenden Tinnitusdiagnostik darstellen sollte.

Abstract (English)

Background: The underlying pathophysiological mechanism of the association between tinnitus and temporomandibular disorders (TMD) is not fully understood. The newly defined subgroup of somatic tinnitus is characterised by the ability to modulate tinnitus with jaw and neck movements. This phenomenon indicates the influence of stomatognathic afferences on the perception of tinnitus. Our study aimed to investigate the relationship between tinnitus and signs and symptoms of TMD by considering occlusal interferences as a putative risk factor.

Method: 54 patients with subjective tinnitus were clinically examined. A functional analysis of the masticatory system was conducted and occlusal features were recorded by using articulating silk. The findings were statistically compared with data of a matched tinnitus-free control group.

Results: Regarding the masticatory muscles and the temporomandibular joint (TMJ), tinnitus patients showed significantly higher pain on palpation than the control group. No statistical difference was found in joint sounds. Occlusal instability of the intercuspidation and abnormal tooth wear occurred significantly more often in individuals with tinnitus than in the control. The numerical presence of mediotrusive contacts did not differ between the two groups. Prevalence of somatic tinnitus within the tinnitus group was 35 percent.

Conclusion: Tinnitus is significantly associated with myogenous disorders and TMJ-pain but not with TMJ sounds. This study could not determine a relationship between the presence of mediotrusive contacts and tinnitus. In addition, mediotrusive contacts seem to play a much less important role in developing TMD than was previously supposed. However, the findings of this survey have strong implications that a functional evaluation of the stomatognathic system should perform an integral part in diagnosing tinnitus.

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