Titelaufnahme

Titel
Ist der Geburtszeitpunkt innerhalb oder außerhalb der Routinedienstzeit für die Mortalität und Morbidität bei extrem Frühgeborenen (< 30. SSW) mit vorzeitigem Blasensprung entscheidend? Eine retrospektive Datenanalyse / eingereicht von Cennet Katharina Gürsoy
Verfasser / VerfasserinGürsoy, Cennet Katharina
GutachterGrill, Agnes
Erschienen2018
Umfang64 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Datum der AbgabeJanuar 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)pPROM / Blasensprung / Frühgeburt / Routinedienstzeit
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Zusammenfassung (Deutsch)

Derzeit gibt es kaum Studien zum optimalen Geburtszeitpunkt von extrem Frühgeborenen mit vorzeitigem Blasensprung und deren Outcome. Dennoch besteht das Bemühen die extrem Frühgeborenen innerhalb der regulären Dienstzeit zu entbinden um eine eventuelle notwendige Entbindung außerhalb der Routinedienstzeit mit eingeschränkten Gegebenheiten und Faktoren, die ärztliche Fehler beeinflussen können (Müdigkeit, Stress, kleinere Dienstmannschaft, etc.) zu vermeiden. Somit könnte eine vorzeitige, geplante Entbindung innerhalb der Routinedienstzeit die Neugeborenen wertvolle Tage zur Reifung im Mutterleib kosten. Dies ist von großer Relevanz, da die Frühgeburtlichkeit der häufigste Grund für den Tod Neugeborener ist und mit schwerer perinataler Morbidität assoziiert ist.

Zielsetzung: Ziel dieser retrospektiven Studie war es festzustellen, ob es einen Zusammenhang zwischen Entbindungszeitpunkt und neonataler Mortalität und Morbidität gibt.

Methoden: Es wurde eine retrospektive Kohortenstudie der Jahre 2009-2015 an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien an 363 Frühgeborenen, geboren <30. Schwangerschaftswoche mit vorzeitigem Blasensprung durchgeführt und die Outcome-Parameter Mortalität, Sepsis, pulmonale Hypertension, Pneumothorax, Nekrotisierende Enterokolitis (NEC), Frühgeborenen Retinopathie (ROP), Ligatur eines persistierenden Ductus arteriosus (PDA Ligatur), Intraventrikuläre Hämorrhagie (IVH) Grad 1-2, Grad 3-4 sowie die zystische periventrikuläre Leukomalazie (cPVL) untersucht.

Ergebnisse:

Von 363 Frühgeborenen mit vorzeitigem Blasensprung wurden 186 (51,2%) Frühgeborene innerhalb und 177 (48,8%) außerhalb der Routinedienstzeit entbunden. 43 Frühgeborene (11,8%) verstarben an der Intensive Care Unit, davon 19 (10,2%) von den während und 24 (13,6%) von den außerhalb der Routinedienstzeit entbunden Frühgeborenen. Klinische Sepsiszeichen erlitten 50 (26,9%) der während der Routinedienstzeit entbundenen Kinder und 49 (27,7%) der außerhalb der Routinedienstzeit entbundenen Kinder. Mit einer pulmonalen Hypertension präsentierten sich 44 (23,7%) der innerhalb und 41 (23,2%) der außerhalb der Routinedienstzeit entbundenen Frühgeborenen; bei einem Pneumothorax war dies bei 16 (8,6%) vs. 12 (6,8%) der Fall. Eine NEC präsentierte sich bei 1 (0,5%) der innerhalb und bei 3 (1,7%) der außerhalb der regulären Dienstzeit entbundenen Frühgeborenen. Eine ROP hatten 21 (11,3%) vs. 21 (11,9%) der Kinder und eine PDA Ligatur erlitten 12 (6,5%) vs. 7 (4,0%). Eine IVH 1-2 erlitten 36 (19,4%) der innerhalb der Routinedienstzeit entbundenen Frühgeborenen und 27 (15,3%) der außerhalb der Routinedienstzeit geborenen Kinder. Bei einer IVH 3-4 wurde dies bei 20 (10,8%) vs. 17 (9,6%) festgestellt. 2 (1,1%) der Frühgeborenen der innerhalb der Routinedienstzeit entbundenen Kinder präsentierten sich mit einer zystischen PVL; bei den außerhalb der Routinedienstzeit entbundenen Kindern war dies bei 3 (1,7%) der Fall. Eine statistische Signifikanz bezüglich des Unterschieds einer Entbindung innerhalb oder außerhalb der Routinedienstzeit zeigte sich im Rahmen dieser Arbeit bei keinem der untersuchten Parameter.

Schlussfolgerung:

In dieser Studie konnte bezüglich des Entbindungszeitpunkt der Frühgeborenen hinsichtlich neonataler Mortalität und Morbidität kein Unterschied nachgewiesen werden; es konnte somit in diesem Studienkollektiv keine Evidenz gefunden werden, dass die medizinische Versorgung außerhalb der festgelegten Routinedienstzeit nur eingeschränkt gewährleistet ist. Weitere Studien mit dieser Fragestellung an größeren Patientenkollektiven könnten zielführend sein.

Zusammenfassung (Englisch)

There are currently few studies on the optimal timing of birth of premature babies with preterm premature rupture of membranes (pPROM) and their outcome. However, there is always an effort to deliver extreme preemies during regular hours to avoid having to deliver these babies during off hours. Mistakes made by doctors are influenced by many factors (fatigue, stress, short-staffed teams, etc., ) and are prone to be increased during off hours. It is the attempt to schedule an early delivery/ C-section to avoid delivery during off hours and avert getting into situations where only limited resources might be available. Which in turn may cost the neonate valuable time to mature in the womb. This is of great relevance because prematurity is the most common cause of neonatal death and is associated with severe neonatal morbidity.

Objective:

The purpose of this study was to retrospectively determine whether the time of delivery makes a difference in terms of mortality and morbidity.

Method:

A retrospective cohort study was conducted at the Medical University of Vienna, Department of Pediatrics, on 363 patients with pPROM and birth before 30 weeks of gestation, during 2009-2015. These outcome parameters were evaluated: mortality, sepsis, pulmonary hypertension, pneumothorax, NEC, ROP, PDA ligature, IVH 1-2, IVH 3-4 and PVL.

Results:

Out of 363 preterm infants 186 (51,2%) were delivered during regular hours and 177 (48,8%) during off hours. 43 (11,8%) premature babies died in the Intensive Care Unit, 19 (10,2%) of these babies were delivered during regular hours and 24 (13,6%) during off hours. 50 (26,9%) from the babies delivered during regular hours and 49 (27,7%) from the babies delivered during off hours were diagnosed with Sepsis. 44 (23,7%) from the preterm infants born during regular hours and 41 (23,2%) from the infants born during off hours had pulmonary Hypertension. Pneumothorax was diagnosed in 16 (8,6%) vs. 12 (6,8%) premature babies. NEC was found in 1 (0,5%) vs. 3 (1,7%) of the premature babies. 21 (11,3%) babies born during regular hours and 21 (11,9%) born during off hours had ROP. 12 (6,5%) vs. 7 (4,0%) had PDA ligature. IVH 1-2 was found in 36 (19,4%) babies born during regular hours vs. 27 (15,3%) babies born during off hours. IVH 3-4 was diagnosed in 20 (10,8%) vs. 17 (9,6%). 2 (1,1%) from the premature infants born during regular hours and 3 (1,7%) from the babies born during off hours had PVL. Statistical significance whether the timing of birth makes a difference was not found in any of these parameters.

Conclusion

In this study it was found that the time of delivery did not make a significant difference in terms of mortality and morbidity. In this collective no evidence was found that medical care outside regular hours is only partially guaranteed.

Further studies on larger patient collectives can be purposeful.

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