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Bibliographic Metadata

Title
Schmerzmedizin bei septischen Intensivpatienten
AuthorBucher, Michael
Thesis advisorKraya, Torsten
Published2015
Description80 Blatt
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2015
Annotation
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Date of SubmissionApril 2015
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)septische Intensivpatienten / retrospektive Beobachtungsstudie
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-12375 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
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Schmerzmedizin bei septischen Intensivpatienten [1.12 mb]
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Classification
Abstract (German)

Ziel der vorliegenden Masterarbeit war es, den Kenntnisstand zur Schmerzmedizin bei septischen Intensivpatienten anhand einer selektiven Literaturrecherche zusammenzufassen und dessen Umsetzung in der Praxis anhand einer retrospektiven Beobachtungsstudie und einer Mitarbeiterbefragung exemplarisch zu beleuchten.

Trotz enormer Fortschritte in der Intensivmedizin liegt die Sterblichkeit der schweren Sepsis und des septischen Schocks seit mehreren Jahrzehnten unverändert bei 30 - 70%. Alle in dieser Zeit entwickelten spezifischen Therapieansätze mussten erfolglos verworfen werden. Die anerkannte und wirksame Therapie der Sepsis ist überwiegend unspezifisch und supportiv. Eine adäquate Schmerztherapie wird in den Leitlinien gefordert und beeinflusst das Behandlungsergebnis kritisch kranker Patienten.

Die Evidenzlage zur Schmerztherapie bei septischen Intensivpatienten ist unzureichend. Derzeit liegen keine systematischen Studien zur Analgetikatherapie bei kritisch kranken septischen Patienten vor. Die Übertragung der aus anderen Patienten- oder Probandenpopulationen abgeleiteten schmerzmedizinischen Behandlungsprinzipien auf septische Intensivpatienten ist vermutlich nicht ohne Weiteres möglich. So gibt es zunehmende Erkenntnisse über Interaktionsmöglichkeiten zwischen klassischen Schmerz- und Sepsis-Pathways und Hinweise für immunmodulatorische Aktivitäten von Analgetika. Deren klinische Relevanz ist derzeit nicht abschätzbar, wurde jedoch kürzlich durch den Bericht über eine Verminderung der Schmerzschwelle bei systemischer Inflammation beim Menschen verdeutlicht. Objektive und verlässliche apparative Verfahren zur Schmerzerfassung beim nicht kommunizierenden Intensivpatienten existieren nicht. Das in den Leitlinien empfohlene Instrument zur Schmerzerfassung bei nicht kommunikationsfähigen Intensivpatienten, die Behavioral Pain Scale, wird in der klinischen Praxis häufig nicht angewendet. Dies ist umso relevanter, als septische Intensivpatienten häufig Schmerzen ausgesetzt und zudem oft nicht kommunikationsfähig sind.

Derzeit können keine Angaben zum spezifischen analgetischen Management bei septischen Intensivpatienten gemacht werden. Nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung steht grundsätzlich das gesamte Repertoire des Analgesiemanagements inklusive rückenmarknaher Regionalanalgesieverfahren zur Verfügung. Gut belegt ist der Nutzen eines Schmerzmanagementkonzeptes mit regelmäßigem Schmerzmonitoring bei Intensivpatienten für deren Behandlungsqualität. Die Einführung und Umsetzung des Schmerzmanagementkonzeptes bedarf einer Anpassung der entsprechenden SOP an die individuellen Bedürfnisse der beteiligten Berufsgruppen sowie deren intensive und regelmäßige Schulung.

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