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Bibliographic Metadata

Title
Epidemiologie von akuten und chronischen Schmerzen im Gesundheitsbezirk Bruneck / vorgelegt von Gerald Parth
AuthorParth, Gerald
Thesis advisorSchlager, Andreas
Published2013
Description90 Seiten : Illustrationen
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2013
Date of SubmissionApril 2013
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)Gesundheitsbezirk Bruneck / strukturierter Fragebogen
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-12414 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
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Epidemiologie von akuten und chronischen Schmerzen im Gesundheitsbezirk Bruneck [7.29 mb]
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Abstract (German)

Einleitung:

Mit der vorliegenden Untersuchung wurden die Häufigkeit und Verteilung akuter und chronischer Schmerzen im Gesundheitsbezirk Bruneck erfasst und die Schmerzkontrolle und Zufriedenheit der Patienten bei vorangegangener bzw. laufender Therapie analysiert.

Methode:

39 Allgemeinmediziner des Territoriums und 4 in der Schmerzambulanz im Krankenhaus Bruneck tätige Anästhesisten wurden kontaktiert und gebeten, die Patienten, die aufgrund von Schmerzen die Ambulatorien aufsuchen mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens abzubilden.^ Die Laufzeit der Datenerhebung betrug 5 Wochen.

Schmerzen wurden als chronisch definiert, wenn sie 6 Monate oder länger andauerten oder rezidivierend über diesen Zeitraum auftraten.

Neben den soziodemografischen Daten, der momentanen beruflichen Tätigkeit, der Schmerzdauer und Diagnose wurden die von den Patienten angegebene Ursache für den Schmerz, die Schmerzhäufigkeit und die Schmerzintensität mittels NRS abgefragt und die allgemeine und berufliche Beeinträchtigung durch den Schmerz ermittelt.

Den Abschluss des Fragebogens bildeten die Fragen nach den konsultierten medizinischen Fachkräften, den Medikamenten, die die Patienten zum Zeitpunkt der Vorstellung einnahmen, und den Therapien, denen sie sich unterzogen hatten, einschließlich einer einfachen Bewertung nach subjektivem Empfinden.

Ergebnisse und Diskussion:

74,4% der Allgemeinmediziner nahmen an der Datenerhebung teil und erfassten 653 Patienten,^ wobei 76,6% an akuten und 23,4% an chronischen Schmerzen litten. Frauen hatten mit 54% mehr akute und mit 63,4% deutlich mehr chronische Schmerzen als Männer. Die 4 häufigsten Diagnosen bei chronischen Schmerzpatienten waren muskuloskelettale Schmerzen, Rücken-, Kopf- und Abdominalschmerzen. Neben der hohen allgemeinen Einschränkung blieben 40% der berufstätigen chronischen Schmerzpatienten tageweise von der Arbeit fern und 11% wiesen sogar eine schmerz- bzw. krankheitsbedingte Invalidität auf. Die am häufigsten vor der Befragung aufgesuchten Fachärzte waren Orthopäden, während nur 3,3% der chronischen Patienten eine psychologische Schmerztherapie erhalten hatten. Die bisherige Behandlung bestand bei 80% der chronischen Schmerzpatienten in oraler medikamentöser Therapie, aber auch in Infiltrationen, Infusionstherapie und Physiotherapie.^ 9,8% der chronischen PatientInnen hatten im Territorium bis zum Zeitpunkt der Befragung keine Behandlung erfahren.

GP 2 In der Schmerzambulanz des Krankenhauses Bruneck wurden im selben Zeitraum 75 Patienten dokumentiert, von denen 84% an chronischen Schmerzen litten. Bei den chronischen Schmerzpatienten überwogen ebenfalls die Frauen. Der neuropathische Schmerz war nach den Rücken- und muskuloskelettalen Schmerzen die dritthäufigste Diagnose, gefolgt vom Kopfschmerz. Entsprechend dem höheren Chronifizierungsgrad hatten hier mehr Befragte psychologische Schmerztherapie in Anspruch genommen.^ Nur 1,6% der chronischen Patienten hatten bis zum Zeitpunkt der Befragung keine Schmerzbehandlung erhalten.

Schlussfolgerung:

Neben der erstmaligen Darstellung der Prävalenz akuter und chronischer Schmerzen im Gesundheitsbezirk Bruneck bestätigen die Ergebnisse den großen Einfluss chronischer Schmerzen auf die Lebensqualität der Patienten.

Für einen Teil dieser Patienten reichen die Therapiemöglichkeiten offensichtlich nicht aus, weshalb eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen Allgemeinmedizinern und Schmerzambulanzen gefordert werden muss: Nur durch eine frühzeitige interdisziplinäre multimodale Therapie kann es gelingen, diese Patienten erfolgreich zu behandeln und der Chronifizierung wirkungsvoll entgegenzutreten.

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