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Title
Änderungen in der Schmerzmedikation bei hoch betagten Patienten nach hüftnahen Frakturen seit Implementierung des Tiroler Zentrums für Altersfrakturen an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie in Innsbruck / Yvonne Hoffmann-Weltin
AuthorHoffmann-Weltin, Yvonne
Thesis advisorKammerlander, Christian
Published2014
Description69 Blatt
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2014
Date of SubmissionMarch 2014
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (DE)TZA, Geriatrie / geriatrisches Assessment / DDI / NW / postoperatives Delir / Frailty / Schmerzen bei geriatrischen Patienten / interdisziplinärer Ansatz / Ressourcenorientierte Medizin / Age-friendly hospital
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-12488 Persistent Identifier (URN)
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Änderungen in der Schmerzmedikation bei hoch betagten Patienten nach hüftnahen Frakturen seit Implementierung des Tiroler Zentrums für Altersfrakturen an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie in Innsbruck [0.89 mb]
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Abstract (German)

Einleitung: Geriatrische Patienten sind aufgrund der physischen und der psychischen Veränderungen, die bereits beim natürlichen („normalen“) Alterungsprozess auftreten, ihrer meist bestehenden Multimorbidität und der damit einhergehender Polypharmazie ein sehr vulnerables Patientenkollektiv. Daher ist es von großer Bedeutung Substanzklassen im Rahmen der Schmerztherapie zu wählen, die ein möglichst niedriges Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufweisen, sei es durch die Substanz an sich bzw. durch Interaktionen mit der bestehenden Polypharmazie. Die Geriatrie hat sich in den letzten Jahren vermehrt der Problematik der Polypharmazie gewidmet. Seit 2009 betreuen Geriater und Unfallchirurgen im Rahmen des Tiroler Zentrums für Altersfrakturen (TZA) orthogeriatrische Patienten im Sinne eines Co-Managementmodells.^ Eines der Ziele des TZA ist es, eine adäquate Schmerztherapie zu etablieren, insbesondere mit der Vermeidung von potentiell ungeeigneten Substanzen. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Änderungen der Schmerztherapie seit Einführung des TZA darzustellen.

Methode: Es handelt sich um eine retrospektive Querschnittsstudie. Die Verordnung analgetischer Medikamente sowie deren Dosierungen, die während des stationären postoperativen Aufenthaltes an der Unfallchirurgie und schließlich bei der Entlassung rezeptiert wurden, der Jahre 2005 und 2012, wurden verglichen. Das Jahr 2005 habe ich als Beispiel vor der Implementierung des TZA gewählt, 2012 als Beispiel für Änderungen, die sich im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Geriatrie entwickelt haben. Die Studienpopulation umfasste Patienten mit hüftnahen Frakturen. Für den Vergleich wurden jeweils Zufallsstichproben aus beiden Jahren genommen.^ Insgesamt wurden 46 Patienten eingeschlossen, 25 in der Vergleichsgruppe aus 2005, 21 aus 2012 im Rahmen des orthogeriatrischen Co-Managements. Einschlusskriterien waren Alter über 80 Jahre sowie eine operativ zu versorgende hüftnahe Fraktur nach inadäquetem Trauma.

Ausschlußkriterien waren eine bestehende Demenz, Morphine als Prämedikation und eine Kontraindikation gegen NSAR (z.B. aufgrund von Magenulcera). Die Datenerfassung erfolgte retrospektiv aus den Krankenakten. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS 20.0.

Resultate: Beide Gruppen unterschieden sich nicht signifikant im Hinblick auf Alter, die Geschlechtsverteilung, dem Serum-Kreatinin, den staionären Aufenthaltstagen, dem Operationsdelay, der Selbstständigkeit sowie der Entlassung in die geriatrische Rehabilitation.^ In der ersten stationären Woche postoperativ erhielten 2005 76 % (n=19) Paracetamol, 2012 stieg der Anteil auf 95,2 % (p=0.07), wobei es insbesondere zu einem signifikanten Anstieg der Dosis pro Patient kam (p<0,001). Hochsignifikant waren auch die Unterschiede für Metamizol. So war Metamizol 2005 praktisch nicht relevant (nur 1 Patient), 2012 erhielt immerhin jeder zweite Metamizol. Betrug der Prozentsatz der NSAR behandelten Patienten 2005 noch 32 % (n=8), so zeigte sich 2012 eine signifikante Reduzierung auf 4,8 % (n=1) (p=0.017). Im Gegenzug nahm der Morphinverbrauch signifikant zu von 4 % (n=1) 2005 auf 57 % (n=12) 2012 (p=0,001). Keine signifikante Änderung erfuhr die Verwendung von Tramadol. Ähnliche, aber abgeschwächte Ergebnisse zeigten sich auch im Bereich der Bedarfs- und Entlassungsmedikation.

Zusammenfassung: Im Rahmen des orthogeriatrischen Co-Managements hat sich die Schmerzmedikation des Jahres 2005 verglichen mit jener 2012 signifikant verändert.^ In der akuten postoperativen Schmerztherapie werden kaum noch NSAR bei Hochbetagten eingesetzt, es werden deutlich höhere Dosen von Paracetamol bzw. Metamizol und vermehrt höherpotente Morphine verordnet. Das orthogeriatrische Co-Management im Rahmen des Tiroler Zentrums für Altersfrakturen führte zu einer signifikanten Änderung der Schmerzmedikation bei geriatrischen Patienten. Die Resultate sind durchaus erfreulich, zeigen sie doch deutlich, dass die veränderte Pharmakodynamik und Pharmakokinetik in einer speziellen Patientengruppe - den Hochaltrigen, in der Schmerztherapie im interdisziplinären Setting berücksichtigt werden können. Seit Implementierung des TZA gibt es auch klinische Leitlinien für eine Schmerztherapie bei geriatrischen Patienten an der Unfallchirurgie.

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