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Title
Prävalenz von Toxoplasmoseantikörpern im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung in Wien und Wien-Umgebung unter Berücksichtigung geographischer und sozioökonomischer Aspekte - eine retrospektive Datenerhebung / eingereicht von Evely Mühl
AuthorMühl, Evelyn
Thesis advisorEndler, Georg
Published2018
Description67 Blatt
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Date of SubmissionApril 2018
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Toxoplasmose / Toxoplasma gondii / Seroprävalenz / Österreich / Mutter-Kind-Pass
Keywords (EN)toxoplasmosis / Toxoplasma gondii / seroprevalence / Austria / mother-child-pass
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Abstract (German)

Toxoplasmose gehört zu den am häufigsten verbreiteten Zoonosen weltweit, wobei man schätzt, dass etwa ein Drittel der Menschheit mit dem Erreger Toxoplasma gondii infiziert ist. Für den immunkompetenten Menschen stellt diese Erkrankung kaum eine Gefahr dar. Weitaus gefährlicher ist Toxoplasmose allerdings für immunsupprimierte Patienten und Schwangere, wenn es zu einer Primärinfektion in der Schwangerschaft kommt. Aus diesem Grund hat Österreich 1975 das weltweit erste pränatale Toxoplasmosescreening eingeführt, um eine Erstinfektion während der Schwangerschaft rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können. In dieser Arbeit wurde retrospektiv im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung die Seroprävalenz von Toxoplasmoseantikörpern bei Frauen im gebärfähigen Alter in Wien und Niederösterreich im Zeitraum von 1998 bis 2014 (mit Ausnahme der Jahre 2009 und 2012) ermittelt. Hierfür wurden aus dem Labor-Informationssystem einer großen labormedizinischen Kassenpraxis in Wien anonymisiert Toxoplasmose-Antikörper-Bestimmungen aus dem Zeitraum 1997 bis 2014 abgefragt und ausgewertet. Hierbei zeigte sich insgesamt ein Abfall der Seroprävalenz von 27,5% im Jahr 1998 auf 19,25% im Jahr 2014. Des Weiteren ließ sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Seroprävalenz und Alter der Schwangeren feststellen. Die Seroprävalenz nahm mit ansteigendem Alter der Mutter zu. Beim Vergleich von Wien mit Ortschaften in Niederösterreich ließ sich kein signifikanter Unterschied im Sinne eines Stadt-Land-Gefälles feststellen. Es konnte jedoch ein deutlicher Unterschied der Seroprävalenz zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Bezirken innerhalb Wiens ermittelt werden. Hierbei zeigte sich eine höhere Seroprävalenz (19,8%) in Bezirken, die deutlich unter dem Durchschnittseinkommen lagen, im Vergleich zu Bezirken, die sich über dem Durchschnittseinkommen befanden (23,6%). Insgesamt ist die Seroprävalenz weltweit im Rückgang. Die Gründe hierfür sind vielfältig und werden im Rahmen der Arbeit näher beleuchtet. Auch in Österreich zeigte sich ein deutlicher Abfall der Toxoplasmoseprävalenz. Umso wichtiger erscheint das kostenlose Screening, das innerhalb des MKP durchgeführt wird und so Frauen aller gesellschaftlichen Schichten unabhängig von ihrem Einkommen eine Möglichkeit bietet, sich für diese Erkrankung testen zu lassen. Rechtzeitig erkannt, kann eine Therapie eingeleitet werden, und sowohl Mutter als auch Kind können weiteren Kontrollen zugeführt werden, um schwerere Komplikation zu verhindern.

Abstract (English)

Toxoplasmosis is one of the most common zoonoses worldwide and up to two third of the worlds population is infected with the parasite Toxoplasma gondii. For immunocompetent humans, this disease normally does not pose any threat. However, it can be dangerous for immunosuppressed individuals and pregnant women who get primarily infected during pregnancy. Because of that, Austria was the first country worldwide to introduce a prenatal screening program for toxoplasmosis in 1975 in order to discover and treat a primary infection during pregnancy as quickly as possible. In this diploma thesis, the seroprevalence of toxoplasmosis antibodies of women in their child bearing years was determined retrospectively using data of mother-child-pass examinations in Vienna and parts of Lower Austria for the years 1998 to 2014 (excluding 2009 and 2012). Toxoplasmosis antibody test results were obtained from a laboratory communication system of a big panel practice, anonymized and evaluated. A decrease of the seroprevalence from 27,5% in the year 1998 to 19,25% in 2014 could be observed. Furthermore, a connection between seroprevalence and age was detected as seroprevalence rates increased with rising age of the mother. Comparing Vienna and other towns in Lower Austria, no significant difference in terms of a urban-rural divide could be observed. However, there was a clear difference of seroprevalence between districts with high income and districts with a low income within the city of Vienna. Here, the seroprevalence was higher in districts which were below average income (19,8%) compared to districts which were above average income (23,6%). Taken together, seroprevalence of T. gondii is decreasing worldwide and reasons for this are multifarious and are examined in this diploma thesis. Also in Austria, seroprevalence of toxoplasmosis has shown a decline over the past few years. All the more, a free-of-cost screening program, which is offered in the framework of the Austrian mother-child-pass, is important so that women from all social classes can be tested for this disease. Discovered in time, effective treatment can be initiated and both mother and child can be brought to further surveillance to prevent more severe complications.