Titelaufnahme

Titel
Der Effekt von Tiotropium bei COPD-Patienten mit häufigen Exazerbationen : Ein systematischer Review / eingereicht von Lilith Tomandl
Weitere Titel
The Effect Of Tiotropium In COPD-Patients With Frequent Exacerbations
Verfasser / VerfasserinTomandl, Lilith
GutachterPohl, Wolfgang ; Renner, Andreas
Erschienen2018
Umfang108 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeApril 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)COPD / chronisch obstruktive Lungenerkrankung / Tiotropium / LAMA / Phänotyp / Frequent Exacerbator / systematischer Review
Schlagwörter (EN)COPD / chronic obstructive pulmonary disease / tiotropium / LAMA / phenotype / frequent exacerbator / systematic review
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund:

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine Erkrankung, die durch persistierende Einschränkung des Atemflusses geprägt ist. Symptome sind anhaltende Atemnot und chronischer Husten mit Auswurf. Die Erkrankung ist nicht heilbar und in den meisten Fällen progredient. Im Laufe der Erkrankung kann es zu akuten Zustandsverschlechterungen kommen, die als Exazerbationen bezeichnet werden. Tiotropium ist eine etablierte Substanz der langwirksamen Anticholinergika (LAMA), mit der eine Reduktion dieser Exazerbationen erfolgen kann. Als heterogene Erkrankung lassen sich bei COPD unterschiedliche klinische Phänotypen erkennen. Da sich die Exazerbationsfrequenz zwischen Patienten unterscheidet, wurde diese in den letzten Jahren auch in die Beschreibung der unterschiedlichen Phänotypen aufgenommen. COPD-Patienten mit zwei oder mehr Exazerbationen jährlich bilden den Phänotyp des Frequent Exacerbators. Dieser ist in allen Gruppen mit unterschiedlichen Schweregraden zu finden.

Ziel der Arbeit:

Anhand eines systematischen Reviews sollte in dieser Diplomarbeit ein Überblick der Publikationen gegeben werden, in welchen der Effekt von Tiotropium bei Patienten mit häufigen Exazerbationen dargestellt wurde.

Methode:

Es wurden die zwei Datenbanken CENTRAL und Medline mit einer vorab festgelegten Suchsyntax auf bis 31. März 2017 publizierte randomisierte kontrollierte Studien durchsucht. Dazu ergänzend wurden die Referenzen von bereits publizierten Fachartikeln zu dem Thema evaluiert. Anhand vorab festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien wurden Titel und Abstracts auf Eignung analysiert und alle damit eingeschlossenen Studien durch eine Volltextanalyse geprüft. Der Recherche-prozess wurde in einem Flowchart nach PRISMA dargestellt. Die Qualität eingeschlossener Studien wurde durch die Bewertung des Bias-Risikos geprüft und zur Beurteilung der Heterogenität die Studien in den Bereichen „Methode“, „Teilnehmer“, „Intervention“ und „Outcome“ tabellarisch gegenüber gestellt.

Ergebnis:

Aus den insgesamt 778 Resultaten der Recherche konnten nach Analyse der Titel und nach Entfernung der Duplikate 68 Abstracts identifiziert werden. Aus diesen konnten unter Beachtung der Ein- und Ausschlusskriterien 23 potentiell geeignete Studien extrahiert werden von denen in weiterer Folge durch eine Volltextanalyse sechs Studien in den systematischen Review eingeschlossen werden konnten. Bei diesen sechs Studien handelt es sich um randomisiert kontrollierte Studien bei denen Patienten mit stabiler COPD einmal täglich Tiotropium erhielten und eine Gruppenzuteilung zu häufigen Exazerbationen möglich war. In vier der eingeschlossenen Studien fungierte Tiotropium als Kontrollsubstanz für andere Substanzen, jedoch konnte Tiotropium insgesamt in drei Studien mit Placebo verglichen werden. Bei allen Studien waren Angaben über Personen mit mehr als einer Exazerbation während der Studie angegeben, diese wurden in einem Forest plot dargestellt. Eine Einteilung in COPD-Patienten mit mindestens zwei Exazerbationen während der Untersuchung, war bei zwei Studien möglich. In drei der sechs eingeschlossenen Studien konnte nur eine Einteilung in Patienten mit mehr als einer Exazerbation während der Studie erfolgen. Auf Grund der Heterogenität der Studien in Hinblick auf Kontrollgruppen und Gruppeneinteilung nach Exazerbationsanamnese musste auf eine Metaanalyse verzichtet werden. Es gibt also derzeit keine randomisiert kontrollierten Studien mit der eine Aussage zu einer möglichen unterschiedlichen die Effektivität von Tiotropium bei Frequent Exacerbators zu Infrequent- oder Non-Frequent Exacerbators getroffen werden kann.

Schlussfolgerung:

Studien die den Effekt von Medikamenten auf Patienten mit häufigen und nicht häufigen Exazerbationen getrennt untersucht haben sind sehr rar. In keiner der eingeschlossenen Studien wurde ausdrücklich der Effekt von Tiotropium bei Patienten des Frequent Exacerbator-Phänotyps untersucht, und mögliche Einteilungen nach Exazerbationshäufigkeit variierten zwischen den Studien stark. Ein Vergleich des Effektes von Tiotropium in Abhängigkeit der verschiedenen Exazerbationshäufigkeiten konnte in dieser Arbeit nicht erstellt werden. Der positive Effekt von Tiotropium auf die Reduktion von Exazerbationen allgemein konnte jedoch unterstrichen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Objective:

The chronic obstructive pulmonary disease (COPD) is characterized by a persisting increase of airflow limitation with dyspnea, chronic cough and sputum as key symptoms. It is an incurable disease and most cases of COPD show a progressive course. Many patients suffer from exacerbations phases with acute worsening of symptoms that can even be life threatening. Tiotropium is an inhalative long acting anticholinergic bronchodilator (LAMA), and a number of studies were able to demonstrate that tiotropium can reduce the frequency of exacerbations. COPD is a heterogenic disease, associated with different clinical phenotypes. The exacerbation rate varies between patients and can be used for defining these phenotypes. Patients with two or more exacerbations per year are called frequent exacerbators and can be detected in all severities of COPD.

Aim:

A systematic review was performed to give an overview of all publications investigating the effect of tiotropium in COPD patients with frequent exacerbations.

Methods:

A literature search with a pre-defined search strategy was conducted in the two databases CENTRAL and Medline, considering all publications published until end of March 2017. The results from the database-search where scanned for inclusion in terms of the pre-defined inclusion- and exclusion-criteria. Included were randomized controlled trials, investigating inhaled tiotropium for at least one year in patients with stable COPD with the possibility of generating groups by exacerbation history. In this search process, first, the titles and abstracts were examined for eligibility. A full text analysis was performed for all possibly eligible studies. The whole research-process was documented in a PRISMA-flowchart. For all included studies a Risk-of-Bias evaluation was performed to assess the methodical quality. The clinical quality was evaluated in an assessment of heterogeneity by compromising the studies in the sub-domains “methods”, “participants”, “interventions” and “outcome”.

Results:

Six studies were selected from overall 778 results. These studies were all randomized controlled trials, using inhaled tiotropium for patients with stable COPD. Furthermore they allowed dividing patients into groups with different exacerbation histories and different exacerbation rates. In four of six studies tiotropium was the control to other substances, however, a comparison to placebo was possible in three studies. In all studies information about patients having at least one exacerbation during the study period was available. Therefore, a forest plot for this outcome was generated. The same comparison was possible only in two studies in patients with two or more exacerbations per year. Due to heterogeneity of controls and limited possibility of stratifying by exacerbation-history no meta-analysis could be performed.

Conclusion:

At present there are very few studies, which analyzed the effect of medication in patients with frequent and infrequent exacerbations accurately. None of the included studies investigated the effect of tiotropium in frequent exacerbators in comparison to patients with lower exacerbation rates. Because of this lack of information, it was not feasible to make a statement about the effect of tiotropium in patients with different exacerbation-risk in this review. Despite that, the positive effect of tiotropium on reducing the exacerbation was strengthened in several included studies.

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