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Titelaufnahme

Titel
Imagination - Mythos - Wissenschaft : Eine ontologische Gegenüberstellung / eingereicht von Andreas Huber
Weitere Titel
Imagination - Myth - Science: An Ontological Comparison
Verfasser / VerfasserinHuber, Andreas
GutachterStompe, Thomas
Erschienen2018
Umfang170 Seiten
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diss., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeApril 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Traum / Hypnagogie / Oneiroid-Syndrom / Mythos / Wissenschaft / Ontologie / Flotation-REST
Schlagwörter (EN)dream / hypnagogia / oneiroid syndrome / myth / science / ontology / flotation REST
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-17251 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
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Imagination - Mythos - Wissenschaft [17.92 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Traumartige Zustände sind ein Teil menschlicher Erfahrung. Für die träumende Person zeigt das Traumgeschehen die geschlossene Wirklichkeit einer eigenständigen Welt. Die grundlegenden (ontologischen) Wirklichkeitsstrukturen dieser „Traumwelten“ wurden bislang nur in Hinblick auf Abweichungen zum modernen Alltagserleben beforscht. Die Frage nach ihrer Nähe zur vormodernen (mythischen) Weltauffassung ist angesichts der lückenhaften Datenlage von hoher wissenschaftlicher und psychotherapeuticher Relevanz.

Ziel: Ziel des vorliegenden Beitrages war es, die ontologischen Ähnlichkeiten zwischen autonom-imaginativen (traumartigen) und mythischen Welterleben qualitativ zu untersuchen. Zudem sollten die gefundenen Ähnlichkeiten durch eine empirische Untersuchung geprüft und auf diese Weise die quantitative Datenlage in diese Bereich erweitert werden.

Methoden: Im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden die Erlebnisformen in der Hypnagogie, dem Traum und dem oneiroiden Syndrom mit dem mythischen Welterleben verglichen. Die untersuchten ontologischen Bereiche waren Substanz, Zeit und Raum, wobei diese im Mythos in einen profanen und einen heiligen Teil aufgetrennt sind. Die Ergebnisse dieser Analyse dienten als Hypothesen in einer empirischen Untersuchung mit einem Within-Subject-Design geprüft. Hierfür wurden gesunde Personen mittels Flotation- REST (sensorischer Isolation) in einen halbschlafartigen Zustand versetzt. Es wurden die Bewusstseinsveränderungen, die imaginative Autonomie und der Grad an mythischer Ontologie mittels Fragebögen gemessen und mit dem normalen Wachzustand verglichen.

Ergebnisse: Die qualitative Inhaltsanalyse ergab Parallelen zwischen dem autonom-imaginativen und dem mythischen Erleben. Die Ähnlichkeiten betrafen den heiligen (und nicht den profanen) Teil der mythischen Ontologie in allen Bereichen. Die empirische Untersuchung mit einer Stichprobe von 31 freiwilligen TeilnehmerInnen (m/w) bestätigte diese Ergebnisse. Zudem zeigten sich mythische Spuren im normalen Wachzustand.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse erhärten die Annahme einer Ontologie der autonomen Imagination, die eine signifikante Nähe zum heiligen Teil des Mythos aufweist. Da die Interpretation der Ergebnisse zudem von der eingenommenen ontologischen Position abhängt, wurde eine naturwissenschaftliche, eine mythische sowie eine ontologisch-pluralistische Perspektive elaboriert.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Dreamlike states are a part of human experience. For the dreaming person, the dream scenery reveals the closed reality of an independent world. The fundamental (ontological) reality structures of these "dream worlds" have so far only been explored with regard to deviations from modern everyday life. The question of their proximity to the pre-modern (mythic) world-view is due to the incomplete data situation of high scientific and psychotherapeutic relevance.

Objective: The aim of this project was a qualitative examination of the ontological similarities between autonomous-imaginative (dreamlike) and mythic experiences. In addition, the found similarities should be re-examined by an empirical investigation and in this way to extend the quantitative data situation in this field.

Methods: In the context of a qualitative content analysis the forms of experience in hypnagogia, the dream and the oneiroid syndrome were compared with the mythic world experience. The investigated ontological areas were substance, time, and space, which in myth are divided into a secular and a sacred part. The results of this analysis were used as hypotheses in an empirical study with an within-subject design. For this study healthy volunteers were put in a hypnagogic state induced by flotation-REST (sensory isolation). The changes in state of consciousness, the imaginative autonomy, and the degree of mythic ontology were measured by questionnaires and compared with the normal awake state.

Results: The qualitative content analysis revealed parallels between the autonomous-imaginative and the mythic experience. The similarities concerned the sacred (and not the secular) part of the mythic ontology in all areas. The empirical study with a sample of 31 volunteers (m/f) confirmed these results. In addition, there were also small traces of mythic experience detectable in normal awake state.

Conclusion: The results confirm the assumption of an ontology within autonomous imagination, with a significant proximity to the sacred part of the mythic ontology. Since the interpretation of the results also depends on the adopted ontological position, a scientific, a mythic and an ontologically pluralistic perspective was elaborated.

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