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Title
Evaluation der klinischen und radiologischen Ergebnisse nach operativer Versorgung von periprothetischen Vancouver Typ B2 - Oberschenkelbrüchen: Winkelstabile Verplattung versus Revisionsprothese / eingereicht von Christoph Schlossarek
AuthorSchlossarek, Christoph
Thesis advisorHofbauer, Marcus
Published2018
Description64 Blatt : Illustrationen, Diagramme
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Date of SubmissionMay 2018
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Periprothetische Fraktur
Keywords (EN)periprosthetic fracture
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Abstract (German)

Hintergrund: Die operative Versorgung von periprothetischen Vancouver Typ B2-Frakturen sollte gemäß den Empfehlungen der Literatur anhand der Vancouver Klassifikation durch eine Revisionsprothese erfolgen. Aufgrund des lockeren Prothesenschafts wird die alleinige Versorgung eines solchen Bruchs durch Plattenfixation als kontraindiziert erachtet. Da die operative Versorgung mit einer Revisionsprothese komplexer ist und für die Patienten einen schwerwiegenderen Eingriff als die Versorgung mit winkelstabilen Platten darstellt, könnten Patienten von letzterer Versorgung profitieren, sollte gezeigt werden, dass die Ergebnisse gleichermaßen zufriedenstellend sind. Da es zu dieser Thematik nur begrenzte Aussagen gibt, erscheint es hilfreich, die Ergebnisse beider Versorgungsmethoden zu vergleichen.

Methoden: Diese Studie wurde als retrospektive, monozentrische Studie an der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Medizinischen Universität Wien durchgeführt. Eingeschlossen wurden alle 63 Patienten, die zwischen 2000 und 2014 nach periprothetischen Vancouver Typ B2-Oberschenkelbrüchen mit einer Revisionsprothese (Gruppe 1) oder durch offene Brucheinrichtung und winkelstabile Plattenfixierung (Gruppe 2) versorgt wurden. Es wurden Unfallursache, Operationsdauer, Spitalsaufenthaltsdauer, Komplikationen, Erythrozytenkonzentrate, postoperative Belastung, knöcherne Konsolidierung und Mortalität untersucht.

Ergebnisse: Die mediane Operationszeit der mit winkelstabilen Platten versorgten Patienten war mit 135 Minuten signifikant kürzer als die der mit einer Revisionsprothese versorgten Patienten, die 185 Minuten betrug. Die Patienten aus Gruppe 1 konnten die betroffene Extremität postoperativ signifikant höher belasten (p=0,002). Die knöcherne Konsolidierung blieb bei insgesamt 3 Patienten aus, wobei alle mit einer Revisionsprothese versorgt wurden. Dieser Unterschied ist nicht signifikant. Bei den übrigen Parametern konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden.

Schlussfolgerung: In bestimmten Situationen stellt die winkelstabile Verplattung bei Vancouver Typ B2-Frakturen eine geeignete Alternative zur Revisionsprothese dar, obwohl in der Literatur vorranging die Meinung herrscht, dass diese Versorgungsmethode bei dieser Art von Fraktur nicht indiziert ist. Der behandelnde Chirurg sollte neben der Vancouver Klassifikation den individuellen Zustand des Patienten und seine eigenen chirurgischen Fähigkeiten bei der Therapie-Entscheidung berücksichtigen.

Abstract (English)

Background: Revision surgery using a long-stem prosthesis is a common treatment for periprosthetic Vancouver type B2-fractures, while the treatment with Open Reduction and Internal Fixation (ORIF) is considered to be contraindicated due to loose prosthetic stem. However, if it could be shown that ORIF achieves equal results to long-stem prosthesis, patients would benefit from a less challenging surgery.

Methods: This study is a retrospective single-centre data analysis at the Department of Orthopaedic and Trauma Surgery at the Medical University of Vienna including 63 patients who were treated with a long-stem prosthesis (group 1) or ORIF (group 2) between 2000 and 2014 due to a Vancouver type B2-fracture after arthroplasty hip replacement.

Results: The median surgery time of patients being treated with ORIF was 135 minutes. The median surgery time of patients being treated with a long-stem prosthesis was 185 minutes. This difference is significant. The weight-bearing of patients belonging to group 1 was significantly higher than the one of patients from group 2 (p=0,002). 3 patients did not achieve the fracture healing. All of them were treated with a long-stem prosthesis, however, the difference is not significant. For the remaining parameters, no significant differences could be found.

Conclusion: In certain situations ORIF presents a suitable alternative to long-stem prostheses in the treatment of Vancouver type B2-fractures, although the literature suggests this kind of treatment to be contraindicated. Besides the Vancouver classification, the surgeon should also take the patients medical conditions and his own surgical skills into consideration.