Titelaufnahme

Titel
„Eine so hochwichtige und erschütternde Krankheit im Menschen“: Die Wende zur modernen Epileptologie anhand von Eduard Löbenstein-Löbels „Wesen und Heilung der Epilepsie“ / eingereicht von Arisn Benedek
Verfasser / VerfasserinBenedek, Aris
GutachterHorn, Sonia
Erschienen2018
Umfang95 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Datum der AbgabeMai 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Epilepsie / 19. Jahrhundert / Löbenstein-Löbel / Neurologie / Tissot / Binswanger
Schlagwörter (EN)epilepsy / 19th century / Löbenstein-Löbel / neurology / Tissot / Binswanger
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Epileptologie am Anfang des 19. Jahrhunderts. Grundlage hierfür bildete der Text „Wesen und Heilung der Epilepsie“, der 1818 vom deutschen Arzt Eduard Löbenstein-Löbel verfasst wurde. Neu war die Aufarbeitung des Fortschrittes in der Epilepsieforschung, welcher um diesen Zeitpunkt seinen Ausgang nahm.

Zum diesem Zweck wurden zwei Texte bedeutender Neurologen herangezogen, „Abhandlung von der fallenden Sucht“ von Samuel Auguste Tissot aus dem Jahr 1771 und die 1899 erschienene Monografie „Die Epilepsie“ von Otto Binswanger. Ergebnis dieser Forschung war ein stark von antiken Ansichten geprägtes Epilepsiebild, welches sich sowohl bei Tissot und Löbenstein-Löbel, als auch bei Binswanger fand. In Binswangers Text ließ sich jedoch auch schon ein deutlicher Fortschritt in Richtung einer modernen Epileptologie nachvollziehen, der sich am sichtbarsten in der Entdeckung wirksamer Arzneien und der Weiterentwicklung anatomischer und neurophysiologischer Kenntnisse darstellte.

Um den zeitlichen Bogen bis in die Gegenwart zu spannen, wurde Löbenstein-Löbels Text auf seine heutige Relevanz untersucht. Als Ergebnis konnten hierbei einige Übereinstimmungen gefunden werden, etwa die Anfallsbeschreibung oder eine differenzierte Klassifizierung der Epilepsie. Andere Ansichten gelten hingegen hinsichtlich des aktuellen Wissensstandes als überholt. Dazu zählen die Therapie von Krampfanfällen oder die Theorie eines extrazerebralen Ursprunges der Epilepsie. Den Heilverfahren Löbenstein-Löbels wurde in dieser Arbeit besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht und die einzelnen Arzneien auf ihren heutigen Stellenwert hin untersucht. Das Ergebnis dieser Forschung war eine Obsoleszenz in der Epilepsietherapie für alle Mittel, welche Löbenstein-Löbel einsetzte. In anderen Bereichen der Medizin besitzt die eine oder andere Substanz jedoch auch noch heute ihre Relevanz.

Zusammenfassung (Englisch)

This diploma thesis brings epileptology at the beginning of the 19th century into focus. It is based on „Wesen und Heilung der Epilepsie“, a text written by German physician Eduard Löbenstein-Löbel in 1818. What is new about this thesis is the analysis of this episodes shift and progress in epileptology.

For this purpose two texts by prominent neurologists were analysed: „Abhandlung von der fallenden Sucht“, published in 1771 by Samuel Auguste Tissot and „Die Epilepsie“, a monograph by Otto Binswanger from 1899. As a result, viewpoints that were strongly influenced by ancient ideas could be determined in both texts as well as in Löbenstein- Löbels. Nonetheless, Binswangers writing shows rather modern ideas at the same time, which becomes most apparent in his description of an effective treatment and his enhanced knowledge in anatomy and neurophysiology.

In order to put Löbenstein-Löbels ideas in context with modern epileptology, the text was examined in regard to its current relevance. As a result, a range of analogies could be found, such as the authors description of seizures or his sophisticated classification of epilepsy. On the other hand, some of his ideas were found to be out-dated in terms of the current state of knowledge, like Löbenstein-Löbels treatment of seizures or his theory about an extracerebral origin of epilepsy. A special emphasis was laid on medical treatment in regard to its current significance. It was found that none of Löbenstein-Löbels remedies has any relevance in the modern anti-epileptic treatment regimens. Some of these substances, though, are still of value in other medical fields.