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Titelaufnahme

Titel
Management der chirurgischen Therapie der fortgeschrittenen Hidrosadenitis suppurativa unter besonderer Berücksichtigung der perioperativen Antibiose : Eine Fragebogenstudie / eingereicht von Bernhard Raunik
Weitere Titel
Management of the surgical treatment of severe hidradenitis suppurativa in terms of perioperative antibiotic treatment - a questionnaire study
Verfasser / VerfasserinRaunik, Bernhard
GutachterHaslik, Werner
Erschienen2018
Umfang103 Blatt : Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeMai 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Hidradenitis / Suppurativa / Hidrosadenitis / Antibiotika / Acne / Inversa / Operation / Perioperativ / Behandlung / Biologika / Fragebogen / Deutschland / Österreich / Schweiz / Plastische / Rekonstruktive / Allgemein / Dermatologie
Schlagwörter (EN)hidradenitis / suppurativa / hidrosadenitis / antibiotics / acne / inversa / Surgery / plastic / reconstructive / general / dermatology / perioperative / treatment / biologicals / survey / Germany / Austria / Switzerland
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-14133 Persistent Identifier (URN)
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Management der chirurgischen Therapie der fortgeschrittenen Hidrosadenitis suppurativa unter besonderer Berücksichtigung der perioperativen Antibiose [2.48 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Hidrosadenitis suppurativa (HS) ist eine chronische, wiederkehrende, entzündliche Erkrankung der Haut, welche vorwiegend Bereiche des Körpers befällt, die reich an apokrinen Schweißdrüsen sind. Therapieentscheidend sind zum überwiegenden Teil der Schweregrad der Erkrankung sowie der Leidensdruck von Betroffenen. Ausgedehnte Erkrankungen bedürfen oft einer chirurgischen Therapie mit antibiotischer Begleitung. Verwendete Präparate sind Clindamycin, auch in Kombination mit Rifampicin, oder Tetracycline. Für die perioperative Anwendung gibt es derzeit jedoch keine Empfehlungen. Ziel dieser Diplomarbeit war es, den Status quo bezüglich der perioperativen antibiotischen Therapie an Abteilungen für Allgemeinchirurgie, Dermatologie sowie Plastische Chirurgie im deutschsprachigen Raum zu erheben und die Ergebnisse vergleichend darzustellen.

Material und Methoden: Durch die Vermittlung des Bundesministeriums für Gesundheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden insgesamt 1.955 Email-Adressen erhoben. Ein Fragebogen in digitaler Form wurde mit Limesurvey© erstellt und an 1.900 dieser Kontakte geschickt. Die eingegangenen Antworten wurden anschließend mittels IBM® SPSS® Version 23 ausgewertet.

Resultate: Die Analyse der Ergebnisse hat gezeigt, dass mit der antibiotischen Therapie am öftesten präoperativ begonnen wurde. Abstriche wurden häufiger durchgeführt als Biopsien und spielten in der Auswahl der Präparate die bedeutendste Rolle. Die verabreichten Antibiotika wurden großteils an die mikrobiologischen Ergebnisse angepasst, ungeachtet des bevorzugten Verabreichungszeitpunktes. Das sowohl topisch als auch systemisch am häufigsten eingesetzte Antibiotikum war Clindamycin. Wenn im Rahmen der Therapie zwei Präparate in Kombination verabreicht wurden, so waren das hauptsächlich Clindamycin und Rifampicin. In der Entscheidung über die Notwendigkeit operativer Versorgungen spielte die Ausprägung der Erkrankung die bedeutendste Rolle. Die großflächige Exzision der Wunden war die Methode der Wahl. Mit einer Ausnahme ließ man in allen Regionen den postoperativen Defekt am öftesten ausgranulieren. Wenn Biologika im Rahmen der Therapie verabreicht wurden, so war es in den meisten Fällen Adalimumab. In beinahe der Hälfte der Fälle wurden sie zusammen mit Antibiotika verabreicht, wobei die Verabreichungsdauer oft deutlich länger war als die der Antibiotika.

Diskussion: Hauptgrund für den häufigen präoperativen Beginn der Antibiose könnte einerseits das bessere klinische Outcome, andererseits bereits vorbestehende Therapien bei zögerlicher OP-Indikation sein. Die hohe Durchführungsrate von Abstrichen erklärt deren Bedeutung in der Auswahl der Präparate. Die Anpassung an mikrobiologische Ergebnisse ermöglicht eine gezielte Behandlung. Clindamycin wurde vermutlich aufgrund der aktuellen Studienlage am häufigsten verabreicht. Selbiges gilt auch für die Kombination mit Rifampicin. Aufgrund der Wichtigkeit der Erkrankungsausprägung in Entscheidungen über operative Eingriffe wurde der Indikationszeitpunkt anhand klinischer Parameter erhoben. Die großflächige Exzision mit anschließender Defektdeckung wird auch in Publikationen meistens empfohlen. Der Einsatz von Adalimumab stützt sich auf aktuelle Therapieempfehlungen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Hidradenitis suppurativa is a chronic, recurrent, inflammatory skin disease, which affects predominantly areas of the body that bear apocrine glands. Treatment decisions are based primarily on the extent of the disease and the patients degree of suffering. In extensive cases, a combination of surgical and antibiotic treatment is often needed. Studies on the effects of topical or systemic Clindamycin, a combination of Clindamycin and Rifampicin or systemic Tetracyclines can be found. However no recommendations for perioperative application of antibiotic agents exist. It was the aim of this study to determine the actual status quo about the perioperative antibiotic treatment at departments for general surgery, plastic surgery and dermatology in the German-speaking area.

Methods: 1.955 email-addresses could be gathered with the help from federal ministries of health in Germany, Austria and Switzerland. 1.900 of those received an invitation to take part in a digital survey conducted by the authors via Limesurvey©. Subsequently the incoming responses were statistically analyzed with IBM® SPSS® version 23.

Results: The analysis of the results showed, that in most cases the antibiotic treatment started before a surgical intervention. Bacterial swabs were performed more often and were more important in the selection of antibiotic agents than biopsies. Most of the participants adjusted the treatment to microbiological results, regardless of the favored moment of application. Clindamycin was the most used topical and systemic antibiotic agent. If a combination of antibiotics was used, it was predominantly Clindamycin with Rifampicin. The extent of the disease was the most determining factor for the necessity of surgical interventions. The wide excision of the whole affected area was the method of choice. Healing by secondary intention was the most common method for closure after excision of affected skin in most areas. The submammary region was more prone to direct closure. If biologicals were used in treatment regimens, Adalimumab was the most used substance. In nearly half of the cases biologicals were combined with antibiotics, their duration of treatment being usually longer.

Conclusion: A better clinical outcome or the extent of a preexisting therapy could be the main reasons for a frequent start of antibiotic treatment before surgery. The high rate of bacterial swabs explains their relevance in the selection of agents. The therapy-adjustment to microbiological results enables a very specific treatment. The frequent use of Clindamycin and Rifampicin might be due to currently available study results. The grade of disease severity is the most relevant parameter for the necessity of surgical interventions. The indication for surgical intervention was mostly based on the extent of the disease and was therefore also determined in this observation. The wide excision of affected areas with subsequent closure is also recommended in previous publications. The primarily use of Adalimumab in the treatment of hidradenitis suppurativa might be due to current therapy recommendations.

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