Titelaufnahme

Titel
Lymphoproliferative Erkrankungen nach Herztransplantation: eine retrospektive Datenanalyse / eingereicht von Rene Rettl
Weitere Titel
Post-transplant lymphoproliferative disorders after heart transplantation: a retrospective single-centre analysis
Verfasser / VerfasserinRettl, René
GutachterZuckermann, Andreas ; Gökler, Johannes
Erschienen2018
Umfang55 Blatt : Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeJuli 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Posttransplantations-Lymphoproliferative Erkrankung / PTLD / Herztransplantation
Schlagwörter (EN)Post-Transplant Lymphoproliferative Disorder / PTLD / Heart transplantation
Zugriffsbeschränkung
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund. Die Posttransplantations-Lymphoproliferative Erkrankung (PTLD) stellt eine gefährliche Komplikation nach Herztransplantation dar, welche mit einer hohen Mortalitätsrate einhergeht. Einer der Gründe dafür liegt in der ausgeprägten Immunsuppression nach Transplantation und der damit erhöhten Infektanfälligkeit, insbesondere in Bezug auf das Epstein-Barr-Virus (EBV), sowie dem Cytomegalievirus (CMV). Durch entsprechende Prophylaxemaßnahmen mittels anti-CMV-Immunglobulinen kann einer solchen Virusinfektion vorgebeugt werden, wodurch das Risiko für das Erlangen einer PTLD wiederum minimiert werden kann. In bereits publizierten Studien konnte im Rahmen der Anwendung von anti-CMV-Immunglobulinen nach Nieren- bzw. Lungentransplantationen ein signifikant geringeres Auftreten von Frühlymphomen nachgewiesen werden. In dieser Studie möchten wir über unsere Erfahrungen mit dem Einsatz von anti-CMV-Immunglobulinen nach Herztransplantation berichten.

Methoden. In unserer retrospektiven Datenanalyse wurden die Daten von insgesamt 1.324 herztransplantierten Patientinnen und Patienten der klinischen Abteilung für Herzchirurgie am AKH Wien, im Zeitraum von Jänner 1984 bis Dezember 2015 ausgewertet. Der postoperative Follow-up Zeitraum wurde dabei auf mindestens ein Jahr festgelegt.

Resultate. Von den insgesamt 1.324 Patientinnen und Patienten entwickelten 31 (2,3%) Patientinnen und Patienten eine PTLD nach Herztransplantation. Bei 8 Patientinnen und Patienten wurde die Diagnose innerhalb der ersten 12 Monaten nach Transplantation gestellt, bei weiteren 23 nach dem ersten Jahr. Die 1- und 5-Jahres-Überlebensraten beliefen sich auf 48% bzw. 31%.

Schlussfolgerung. Da im Rahmen unserer retrospektiven Datenanalyse, verglichen mit anderen publizierten Studien, eine geringere Rate an Lymphomen nach Herztransplantation ermittelt wurde, liegt der Verdacht nahe, dass die postoperative Anwendung von anti-CMV-Immunglobulinen der Entwicklung von EBV-assoziierten Lymphomen entgegenwirkt und insbesondere zu einer Verringerung der Frühlymphomrate beiträgt.

Zusammenfassung (Englisch)

Background. Post-transplantation lymphoproliferative disorder (PTLD), is a feared complication after heart transplantation with high mortality. It is mainly associated with an infection by Epstein-Barr virus (EBV) or cytomegalovirus (CMV), according to immunosuppressive therapy. The treatment with immunoglobulin (Ig) cytomegalovirus prophylaxis after heart transplantation can prevent an infection by CMV, as well as by EBV. The use of CMV Ig prophylaxis after renal and lung transplantation, resulted in a significant lower incidence of PTLD. In this study, we report about our experience with PTLD in heart transplantation with CMV Ig prophylaxis.

Methods. One-thousand three-hundred twenty-four patients who underwent heart transplantation at the Medical University of Vienna between January 1984 and December 2015 were included in this retrospective analysis on PTLD. The Follow-up period was at least one year.

Results. A total of 31 patients (2,3%) developed PTLD after heart transplantation. Eight patients were diagnosed in the first post-transplant year and twenty-three patients beyond 1 year. One- and five-year survival after diagnosis of PTLD was 48% and 31%, respectively.

Conclusion. The incidence of PTLD in our centre is low compared with scientific literature. We hypothesize that CMV Ig prophylaxis also protects from EBV-associated PTLD, especially early-PTLD.