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Title
Komorbiditäten bei stationären Patienten mit Medikamentenübergebrauchskopfschmerz - eine retrospektive Datenanalyse von 1984 bis 2015 / eingereicht von Sandra Raab
AuthorRaab, Sandra
Thesis advisorZebenholzer, Karin
Published2018
Description78 Blatt
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Date of SubmissionAugust 2018
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Medikamentenübergebrauchskopfschmerz
Keywords (EN)Medication overuse headache
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Abstract (German)

Hintergrund:

Der Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (medication overuse headache, MOH) ist eine Kopfschmerzerkrankung mit einer weltweiten Prävalenz von circa 1 bis 2%. Der MOH ist gekennzeichnet durch chronische Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat und entsteht durch die übermäßige Einnahme von Medikamenten zur Akutbehandlung von Kopfschmerzen. Psychiatrische Begleiterkrankungen, insbesondere Depressionen und Angststörungen, treten unter MOH Patienten/innen deutlich öfter auf, als in der restlichen Bevölkerung, wodurch auch die Therapie beeinflusst und erschwert wird.

Fragestellung:

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Unterschiede und Zusammenhänge bei Patienten/innen mit MOH und psychiatrischer Komorbidität, im Detail Depression und Angststörung und Patienten/innen mit MOH ohne diese psychiatrische Komorbidität im Hinblick auf verschiedene Merkmale aufzudecken und zu vergleichen. Zudem wird veranschaulicht, ob die psychiatrische Komorbidität im Verlauf von dreißig Jahren an Häufigkeit zu- oder abnimmt.

Methodik:

Es wurden retrospektive Daten von allen 869 konsekutiven Patienten/innen mit MOH erhoben, die im Zeitraum von 1984 bis 2015 an der Univ.-Klinik für Neurologie Wien stationär behandelt wurden. 688 Patienten/innen mit MOH mit und ohne psychiatrische Komorbidität wurden in diese Studie eingeschlossen. Wir verglichen Patienten/innen mit psychiatrischer Komorbidität mit jenen ohne psychiatrische Komorbidität. Für den Vergleich metrischer Variablen verwendeten wir die binär logistische Regression, für nominale Variablen den Chi2 Test.

Ergebnisse:

Von den 688 Patienten/innen waren 535 (78%) Frauen, die Patienten/innen waren durchschnittlich 46,5 Jahre alt und 259 (38%) hatte eine psychiatrische Komorbidität. Es bestand eine signifikante Abhängigkeit der psychiatrischen Komorbidität von Geschlecht (p<,001) und Beschäftigungsstatus (p=0,001). Die Komorbidität war nicht abhängig von Alter, Familienstand, Anzahl der Medikamente pro Monat, Dauer des Kopfschmerzes, Anzahl der Substanzklassen, sonstigen Schmerzen und dem Laufe der Zeit.

Schlussfolgerung:

Bei Patienten und Patientinnen, die in den letzten dreißig Jahren eine stationäre Entzugstherapie an der Universitätsklinik für Neurologie machten, fand sich bei einem erheblichen Teil eine psychiatrische Komorbidität. Diese war von zwei nicht beinflussbaren Faktoren, nämlich Geschlecht und Beruf abhängig. Bei der Behandlung von Patienten/innen mit MOH sollte daher nicht nur ein Augenmerk auf den Kopfschmerz per se gelegt werden, sondern auch auf die Therapie der Begleiterkrankungen, um die Lebensqualität der Betroffenen rasch zu verbessern.

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