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Bibliographic Metadata

Title
Klinische Anfallssemiologie von epileptischen und dissoziativen Anfällen / eingereicht von Diana Catharina Ellersdorfer
Additional Titles
The clinical seizure semiology of epileptic and dissociative seizures
AuthorEllersdorfer, Diana Catharina
Thesis advisorBaumgartner, Christoph
Published2018
Description73 Blatt : Illustrationen
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Date of SubmissionAugust 2018
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Epilepsie / Anfall / PNES / Neurologie
Keywords (EN)epilepsy / seizure / PNES / neurology
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-17205 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
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Klinische Anfallssemiologie von epileptischen und dissoziativen Anfällen [1.07 mb]
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Classification
Abstract (German)

Hintergrund: Diese Studie analysiert klinische Zeichen epileptischer Anfälle und psychogener nicht-epileptischer Anfälle (PNES) um die Diagnosestellung zu erleichtern.

Epileptische Anfälle entstehen aufgrund einer exzessiven, hypersynchronen Entladung von Neuronen des zerebralen Kortex. Die Epilepsie ist definiert als eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, welche als gemeinsames Merkmal haben, dass das Gehirn eine anhaltende Bereitschaft besitzt nicht provozierte epileptische Anfälle zu erzeugen. Die Diagnose wird dann gestellt, wenn Betroffene zwei oder mehrere nicht provozierte Anfälle erlitten haben oder nach einem epileptischen Anfall eine Wahrscheinlichkeit von >60% besteht, einen weiteren Anfall zu erleiden. Zur Therapie stehen mehrere Antiepileptika zur Verfügung, das wichtigste Therapieziel stellt die Anfallsfreiheit dar.

Bei PNES kommt es zu paroxysmalen Verhaltensänderungen, welche in ihrer Symptomatik epileptischen Anfällen ähneln. Allerdings kommt es zu keinen epileptischen Entladungen von Neuronen. Die Ursache der PNES ist multifaktoriell bestimmt und beinhaltet prädisponierende, auslösende und aufrechterhaltende Faktoren. Die Therapie beruht hauptsächlich auf der Erklärung der Diagnose und einer anschließenden psychotherapeutischen Behandlung.

Studienziel: Ziel der Studie ist es, klinische Zeichen zu identifizieren, welche entweder für epileptische Anfälle oder PNES typisch sind. Dadurch soll die Diagnosestellung verbessert werden und die Latenzzeit zwischen Erkrankungsbeginn und Diagnosestellung verringert werden. Zusätzlich wird versucht eine Klassifikation der PNES zu erstellen.

Methodik: Retrospektiv werden Video-EEG-Aufnahmen von 28 Patienten analysiert und auf das Vorhandensein zuvor definierter klinischer Zeichen geprüft. Anschließend wird durch eine Analyse der signifikant öfters in PNES auftretenden klinischen Zeichen, eine Klassifizierung der PNES erstellt.

Ergebnisse: Unsere Studie kam zu dem Ergebnis, dass es 5 klinische Zeichen gibt, welche die Unterscheidung zwischen epileptischen Anfällen und PNES ermöglichen. Bei Patienten, welche unter epileptischen Anfällen leiden kommt es zu einem signifikant häufigeren Auftreten von Bewegungen des Mundes und iktalem Schreien. Bei PNES-Patienten hingegen kommt es zu einem signifikant häufigeren Auftreten von geschlossenen Augen während des Anfalls, einer undulierenden Symptomatik und postiktaler Erinnerung an den Anfall.

Im Hinblick auf die Klassifikation war die Anzahl der Studienteilnehmer zu klein, sodass es zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis kam.

Abschluss: Es konnte gezeigt werden, dass es klinische Zeichen gibt, welche die Unterscheidung zwischen Epilepsie und PNES ermöglichen.

Abstract (English)

Background: This research analyses clinical signs of epileptic seizures (ES) and psychogenic non-epileptic seizures (PNES) to facilitate the diagnostic process.

Epileptic seizures occur due to excessive, and hypersynchronous discharges of neurons in the cerebral cortex. Epilepsy is a heterogenous group of diseases with the common feature of a continuous disposition of the brain to produce non-provoked epileptic seizures. The diagnosis is given, if a patient has had two or more non-provoked epileptic seizures or a single seizure with recurrence risk of >60%. Antiepileptic drugs represent the central treatment option. Seizure-freedom represents the most important treatment goal.

PNES manifest themselves as a paroxysmal change of behavior, which is very similar to the clinical presentation of epileptic seizures. However, there are no typical epileptic discharges of the neurons during the seizures. Etiology of PNES is multifactorial and contains predisposing, precipitating and perpetuating factors. Treatment consists of explanation and subsequent psychotherapy.

Research objectives: This research aims to identify clinical signs, which can differentiate epileptic seizures and PNES. This should lead to an improvement in the diagnostical process. Furthermore, it should help to reduce the latency between disease onset and the tome of correct diagnosis. Finally, a clinical classification of PNES will be attempted.

Methods: The video-EEG-material of 28 patients is retrospectively analyzed regarding the presence of predefined clinical signs. Further, a classification of PNES will be created by analyzing the clinical signs which occur significantly more often during PNES as compared to epileptic seizures.

Results: We identified 5 clinical signs, which could distinguish epileptic seizures from PNES. Patients with epilepsy showed a significantly more often movement of their mouth and an ictal cry during seizures. Patients with PNES presented significantly more often with closed eyes during the seizure, undulating symptoms and memory for the seizure.

For a potential classification the number of study participants was too low, so we couldn`t obtain a satisfying result for this part of the study.

Conclusion: We were able to identify clinical signs that allow to make a differential diagnosis between epileptic seizures and PNES.

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