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Title
Qualitative Studie zu impfkritischen Ärztinnen und Ärzten im deutschsprachigen Raum : Untersuchung und Analyse der Ansichten und Argumente von ÄrztInnen mit ablehnender oder skeptischer Haltung gegenüber Impfungen / eingereicht von Katja Marie Leitner
Additional Titles
Qualitative analysis about medical practitioners with critical opinions regarding vaccination in German-speaking countries
AuthorLeitner, Katja Marie
Thesis advisorJirovsky, Elena
Published2018
Description102 Blatt
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Date of SubmissionSeptember 2018
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Impfkritik / Impfkritische Ärztinnen / Durchimpfungsrate / Impfkritik im Gesundheitswesen
Keywords (EN)vaccine criticism / doctors with critical views about vaccination / vaccine criticism among GPs / vaccine coverage
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Abstract (German)

Hintergrund

Trotz der vielfach belegten Rolle von Schutzimpfungen in Hinblick auf die Prävention von Infektionskrankheiten, werden in den letzten Jahren sinkende Impfraten in der Bevölkerung verzeichnet. Grund dafür ist ein Trend zum Nicht-Impfen, welcher multifaktoriell bedingt ist. Unter anderem resultiert dieser Trend aus impfkritischen bzw. impfskeptischen Bewegungen, welche ihre Ansichten über neue und alte Medien verbreiten. Auch impfkritische Ärztinnen und Ärzte tragen zur Skepsis gegenüber Impfungen bei, indem sie verunsicherte Patienten beraten bzw. ihre Haltung über diverse Kanäle an die Öffentlichkeit bringen.

Zielsetzung

Im österreichischen Raum liegen wenig bis keine Daten über impfkritische ÄrztInnen vor. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Argumente und Ansichten von ÄrztInnen mit skeptischer oder sogar ablehnender Haltung gegenüber Schutzimpfungen zu erarbeiten und die konkreten Kritikpunkte zu erfragen. Die Ergebnisse dieser Diplomarbeit sollen als Ausgangspunkt für weitere Studien zu dieser Thematik dienen.

Methodik

Es wurden im Rahmen einer qualitativen Studie 10 Ärztinnen und Ärzte aus dem deutschsprachigen Raum anhand eines semistrukturierten Interviews zu ihren Erfahrungen und allgemeinen Ansichten bezüglich Schutzimpfungen befragt. Das Rohmaterial wurde anschließend transkribiert und analysiert.

Ergebnisse

Es konnte festgestellt werden, dass die Kritik der befragten Teilnehmer nicht unbedingt an Impfungen bzw. das Impfen per se gerichtet ist, sondern dass viele mit dem Impfen einhergehende Themen der Grund für die skeptische Haltung dazu sind. Die einzelnen Teilnehmer kritisierten die Bezugsthemen in unterschiedlichem Ausmaß und hatten auch verschieden starke Aversionen gegen das Thema an sich. Gemeinsam war den Teilnehmern die Vermittlung ihrer Ansichten im direkten Patientenkontakt und an Gruppen von Interessenten durch z.B. Vorträge.

Diskussion

Die Argumente der TeilnehmerInnen sind teilweise nicht faktenbasiert und entstehen in manchen Fällen aus einer möglicherweise einseitigen Wahrnehmung der Situation zu Impfungen und Nebenwirkungen. Die Weiterbildung bezüglich Impfungen erfolgt bei einigen TeilnehmerInnen durch Quellen, deren Reliabilität in Frage zu stellen ist und überprüft werden sollte. Anhand der Ergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass impfkritische ÄrztInnen sowohl durch den direkten Patientenkontakt als auch durch öffentliche Informationsvermittlung einen Einfluss auf verunsicherte PatientInnen hinsichtlich deren Impfentscheidung haben können. Weitere qualitative und quantitative Erhebungen auf diesem Feld können zum besseren Einschätzen der gegebenen Situation beitragen und wären ein wichtiger Schritt für das Finden neuer Lösungsansätze in Hinblick auf den negativen Impftrend.

Abstract (English)

Background

Even though the positive impact of vaccines on the prevention of many diseases has been proven repeatedly, a decrease of vaccination coverage among the population can be noticed. This phenomenon is caused by many reasons which have led to a certain amount of doubt against vaccinations. Medical practitioners with critical or sceptical opinions regarding vaccines have been, and continue to, encourage this trend. By passing on their views in a public way or in a medical setting, they can have an active or passive impact on patients who are insecure about vaccines.

Aim

The aim of this study was to gather information about the experience and views of medical practitioners who have critical or sceptical opinions about vaccines. The main focuses were specific criticisms of the sceptical doctors and their interactions with patients. The results can be used as a basis for further studies on this topic.

Methods

Within the framework of a qualitative analysis, 10 semi-structured interviews with occupationally active or former active doctors were conducted. The participants shared their personal experiences and attitudes towards this topic. Subsequently, the material was transcribed and analysed.

Results

The results show that the interview participants do not necessarily criticise vaccination itself, but have additional or specific related points of criticism. As a result, they object to vaccinations and advise their patients to either not follow the recommended vaccine programmes or to not vaccinate altogether. The interview participants had differing opinions and experiences with vaccines and, therefore, no common recommendation for their patients. In spite of this, all of the interviewed doctors actively passed on their recommendations to patients or the wider public.

Discussion

The participants main arguments werent always based on facts and sometimes might result from a biased evaluation of vaccines and side effects. Also the participants resources to vaccine related topics are questionable and should be reviewed. The results show that doctors with a critical opinion about vaccines are very likely to have an impact on insecure patients. Following studies about related topics are essential for a better understanding and an approach for solutions regarding vaccine critisicm.