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Title
Inpatient treatment of analgesic-overuse headache - a retrospective enquiry from 1984 to 2015 / eingereicht von Pavao Topic
Additional Titles
Stationäre Entzugstherapie bei Kopfschmerz durch übermäßigen Analgetikagebrauch - eine retrospektive Analyse von 1984 bis 2015
AuthorTopic, Pavao
Thesis advisorWöber, Christian
Published2018
Description61 Blatt
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Date of SubmissionOctober 2018
LanguageEnglish
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Kopfschmerz
Keywords (EN)Headache
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Abstract (German)

HINTERGRUND: Kopfschmerz durch übermäßigen Medikamentengebrauch ist eine belastende Erkrankung, welche ungefähr 1,5% der globalen Bevölkerung betrifft. Sie ist definiert als ein chronischer Kopfschmerz, bei welchem die Symptomatik an mindestens 15 Tagen im Monat vorhanden ist und zusammen mit einem Übergebrauch an akuten bzw. symptomatischen Kopfschmerzmedikamenten auftritt. Je nachdem, welches Medikament übermäßig gebraucht wird, muss eine Einnahme an mindestens 10 oder mindestens 15 Tagen im Monat gegeben sein. Die Erkrankung ist sowohl für den oder die Leidtragende/n als auch für die Gesellschaft sehr kostspielig, da sie einerseits zu reduzierter Produktivität und häufigem Fernbleiben vom Arbeitsplatz führt, andererseits die stationäre Entzugsbehandlung hohe Kosten für das Gesundheitssystem verursacht.

ZIEL: Ziel dieser Studie war es, PatientInnen mit chronischem Kopfschmerz und Übergebrauch von einfachen Schmerzmitteln, nicht steroidalen Anti-Rheumatika (NSAR), Opioiden und/oder Kombinationspräparaten (zusammengefasst als Kopfschmerz durch übermäßigen Analgetikagebrauch), welche eine stationäre Entzugstherapie durchgemacht haben, über einen Zeitraum von 32 Jahren zu erfassen und zu beschreiben.

METHODEN: Retrospektive Studie über Charakteristika von PatientInnen mit Kopfschmerz durch übermäßigen Analgetikagebrauch, welche sich im Zeitraum vom 01.Jänner 1984 bis 31. Dezember 2015 einer stationären Entzugstherapie an der Universitätsklinik für Neurologie Wien unterzogen haben.

ERGEBNISSE: Von 890 Patienten mit Kopfschmerz durch übermäßigen Medikamentengebrauch erfüllten 608 (68,3%, 77,3% Frauen, mittleres Alter war 45,5 12,2 Jahre) die Kriterien für Kopfschmerz durch übermäßigen Analgetikagebrauch und wurden analysiert. Die Prävalenz von Spannungskopfschmerz, Migräne und anderen Kopfschmerzen betrug 58,2%, 49,7% und 8,4%. Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Mefenaminsäure waren die am häufigsten verwendeten Substanzen mit 47,7%, 44,6% und 19,9%. Die Zeitdauer zwischen dem Auftreten von Kopfschmerz durch übermäßigen Analgetikagebrauch und der Aufnahme zur Entzugstherapie halbierte sich über die Jahre von 7,3 9,2 auf 3,5 4,5 Jahre (p < 0,001). Die Anzahl der verwendeten Substanzen stieg von 1,8 1 auf 2,1 1,1 (p = 0,019). Die Zeitdauer zwischen dem Erstauftreten von Kopfschmerzen und der letzten Aufnahme ins Spital war signifikant höher bei Patienten mit mehreren Entzugstherapien verglichen mit jenen, welche nur eine Entzugstherapie durchmachten (23,9 11,3 Jahre verglichen mit 18,8 13,3 Jahre, p < 0,001).

DISKUSSION: Diese Studie bietet umfassende Daten zum Kopfschmerz durch übermäßigen Analgetikagebrauch über eine Zeitspanne von drei Jahrzehnten. Die Zeitspanne, nach der die Patienten stationär aufgenommen wurden, hat zwar über die Zeit abgenommen, blieb aber dennoch relativ hoch. Patienten mit mehreren Entzugstherapien hatten im Gegensatz zu jenen mit nur einer Therapie eine längere Zeitdauer zwischen dem Erstauftreten von Kopfschmerzen und der Aufnahme zur (letzten) stationären Therapie. Künftige Studien sollten sich auf die Früherkennung von Kopfschmerzpatienten, welche häufig akute Schmerzmedikamente verwenden, fokussieren, um eine Kopfschmerzchronifizierung sowie einen Übergebrauch von Analgetika zu verhindern.

Abstract (English)

BACKGROUND: Medication overuse headache (MOH) is a very debilitating disorder affecting around 1.5% of the global population. It is defined as a chronic headache disorder with headaches occurring on 15 days per month together with overuse of acute or symptomatic headache medication, the latter of which constitutes medication intake on more than 10 or 15 days per month, depending on the medication used. It is also a very costly disorder for both the MOH patient and society, mainly due to reduced productivity, absenteeism, but also because of high costs of in-patient withdrawal treatment.

OBJECTIVE: This study aims to assess and describe patients with chronic headache and overuse of simple analgesics, non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs), opioids and/or combination analgesics summarized as analgesic-overuse headache undergoing in-patient withdrawal therapy during a period of thirty two years.

METHODS: Retrospective study of the characteristics of patients admitted for in-patient treatment of analgesic-overuse headache to the Department of Neurology, Medical University of Vienna from January 1st, 1984 to December 31st, 2015.

RESULTS: Out of 890 patients screened for probable MOH, 608 (68.3%, 77.3% women, mean age was 45.5 12.2 years) fulfilled the criteria for analgesic-overuse headache and were analyzed. The prevalence rates of tension-type headache, migraine and other headaches were 58.2%, 49.7% and 8.4% respectively. Paracetamol, acetylsalicylic acid and mefenamic acid were the most commonly used compounds with 47.7%, 44.6% and 19.9% respectively. The time period from onset of MOH and admission to inpatient treatment halved over the years from an average of 7.3 9.2 years to 3.5 4.5 years (p < 0.001). The number of substances used rose from an average of 1.8 1 to 2.1 1.1 over the years (p = 0.019). The time period since first occurrence of headache and last admission to hospital was significantly higher with patients who had more than one withdrawal treatment compared to those who had one withdrawal treatment (23.9 11.3 years versus 18.8 13.3 years, p < 0.001).

DISCUSSION: This study provides comprehensive data of analgesic-overuse headache over the span of three decades. While it took less time for patients until admission for inpatient treatment over the years, the time duration before adequate therapy remains nevertheless high. Patients who underwent multiple withdrawal treatments have a longer time since onset of the initial headache and admission for (the last) inpatient treatment compared to those who underwent treatment once. Future studies should focus on early identification of patients with headaches and high frequency use of acute pain medication so as to prevent headache chronification and overuse of analgesics.

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