Titelaufnahme

Titel
Prognostische Parameter bei vorzeitiger Plazentalösung : eine retrospektive Studie / eingereicht von Chiara Paternostro
Weitere Titel
Prognostic parameters in placental abruption
Verfasser / VerfasserinPaternostro, Chiara
GutachterPils, Sophie
Erschienen2018
Umfang56 Seiten : Diagramme
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeOktober 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Plazentalösung
Schlagwörter (EN)placental abruption
Zugriffsbeschränkung
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Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung: Bei einer frühzeitigen Plazentalösung kommt es zur Ablösung der Plazenta von der Uteruswand noch vor der Beendigung der Austreibungsphase. Die Ätiologie ist nach wie vor nicht gesichert und ist multifaktoriell. Die Plazentalösung geht einher mit einer deutlich erhöhten maternalen und fetalen Mortalität sowie Morbidität. Zahlreiche Risikofaktoren wie Rauchen, Hypertonie oder ein mechanisches Trauma sind bekannt. Es ist nach wie vor schwierig eine Plazentalösung vorherzusagen, da noch keine prognostischen Parameter ermittelt wurden. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Hauptsymptome sind vaginale Blutungen sowie abdominelle Schmerzen. Einige Autoren sehen die frühzeitige Plazentalösung als Folge eines chronischen Prozesses, der vermutlich durch immunolgische, inflammatorische und ischämische Faktoren beeinflusst wird. Diese Studie untersucht einen Zusammenhang zwischen Blutparametern und dem Auftreten einer vorzeitigen Plazentalösung. Diese Fragestellung beruht auf der Überlegung, dass ein bereits länger bestehender, chronischer Prozess auch anhand von Blutparametern erkennbar sein könnte.

Methoden: Bei dieser Studie handelte es sich um eine retrospektive, monozentrische, klinische Fall-Kontroll-Studie mit insgesamt 371 Patientinnen. Diese haben an der Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin der Medizinischen Universität Wien im Zeitraum von Jänner 2003 und November 2016 mittels Sectio caesarea entbunden und verfügten über Blutparameter innerhalb der letzten 48 Stunden vor Entbindung beziehungsweise zum Zeitpunkt der Blutung.

Resultate: Beim Vergleich der Patientinnen mit Plazentalösung und ohne, konnte festgestellt werden, dass Patientinnen mit vorzeitiger Plazentalösung (n=118) signifikant jünger waren, signifikant früher schnittentbunden wurden und signifikant höhere Leukozyten-Werte (p<0,001), sowie signifikant niedrigere Fibrinogen-Werte aufwiesen (p<0,001). Sowohl bei Patientinnen mit vaginaler Blutung mit und ohne Lösung, als auch bei Patientinnen ohne Blutung mit und ohne Lösung sind die CRP Werte uni- und multivariat signifikant erhöht, obwohl bedeutende Risikofaktoren wie Hypertonie in die Analysen mit einbezogen wurden.

Conclusio: Zusammenfassend unterstützen unsere Daten die Hypothese, dass die vorzeitige Plazentalösung ein chronischer Prozess ist und zeigen, dass erhöhte CRP Werte ein unabhängiger Risikofaktor für diese geburtshilfliche Komplikation darstellen.

Einleitung: Bei einer frühzeitigen Plazentalösung kommt es zur Ablösung der Plazenta von der Uteruswand noch vor der Beendigung der Austreibungsphase. Die Ätiologie ist nach wie vor nicht gesichert und ist multifaktoriell. Die Plazentalösung geht einher mit einer deutlich erhöhten maternalen und fetalen Mortalität sowie Morbidität. Zahlreiche Risikofaktoren wie Rauchen, Hypertonie oder ein mechanisches Trauma sind bekannt. Es ist nach wie vor schwierig eine Plazentalösung vorherzusagen, da noch keine prognostischen Parameter ermittelt wurden. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Hauptsymptome sind vaginale Blutungen sowie abdominelle Schmerzen. Einige Autoren sehen die frühzeitige Plazentalösung als Folge eines chronischen Prozesses, der vermutlich durch immunolgische, inflammatorische und ischämische Faktoren beeinflusst wird. Diese Studie untersucht einen Zusammenhang zwischen Blutparametern und dem Auftreten einer vorzeitigen Plazentalösung. Diese Fragestellung beruht auf der Überlegung, dass ein bereits länger bestehender, chronischer Prozess auch anhand von Blutparametern erkennbar sein könnte.

Methoden: Bei dieser Studie handelte es sich um eine retrospektive, monozentrische, klinische Fall-Kontroll-Studie mit insgesamt 371 Patientinnen. Diese haben an der Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin der Medizinischen Universität Wien im Zeitraum von Jänner 2003 und November 2016 mittels Sectio caesarea entbunden und verfügten über Blutparameter innerhalb der letzten 48 Stunden vor Entbindung beziehungsweise zum Zeitpunkt der Blutung.

Resultate: Beim Vergleich der Patientinnen mit Plazentalösung und ohne, konnte festgestellt werden, dass Patientinnen mit vorzeitiger Plazentalösung (n=118) signifikant jünger waren, signifikant früher schnittentbunden wurden und signifikant höhere Leukozyten-Werte (p<0,001), sowie signifikant niedrigere Fibrinogen-Werte aufwiesen (p<0,001). Sowohl bei Patientinnen mit vaginaler Blutung mit und ohne Lösung, als auch bei Patientinnen ohne Blutung mit und ohne Lösung sind die CRP Werte uni- und multivariat signifikant erhöht, obwohl bedeutende Risikofaktoren wie Hypertonie in die Analysen mit einbezogen wurden.

Conclusio: Zusammenfassend unterstützen unsere Daten die Hypothese, dass die vorzeitige Plazentalösung ein chronischer Prozess ist und zeigen, dass erhöhte CRP Werte ein unabhängiger Risikofaktor für diese geburtshilfliche Komplikation darstellen.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction: The placental abruption is a premature detachment that can lead to a partial or total separation of the placenta before delivery. It is one of the most important causes for perinatal mortality and morbidity. The etiology is not yet fully understood and seems to be multifactorial. It is assumed to result from a chronic process. Risk factors for abruption include smoking, hypertension and trauma. It is diagnosed clinically. The main symptoms are vaginal bleeding and lower back or abdominal pain.

In this study, we aimed to evaluate laboratory parameters in women with and without placental abruption. Another focus was set on the predictability of placental abruption with and without vaginal bleeding.

Methods: In a retrospective case-control study, we included 371 women who delivered at the Department of Feto-maternal Medicine of the Medical University of Vienna, Austria, from January 2003 to November 2016 and for whom the routine serum parameters were available within 48 hours before delivery and/or at the incidence of vaginal bleeding.

Results: Patients of the case group with placental abruption were significantly older, suffered more often from pregnancy-induced/preexisting hypertension and delivered significantly earlier which was accompanied by lower neonatal weight. Women with placental abruption revealed significantly higher leukocyte (p< 0.001) and lower fibrinogen serum levels (p< 0.001). Both in patients with vaginal bleeding with and without abruption, and in patients without bleeding with and without abruption, the CRP level was univariate and multivariate significantly higher, although significant risk factors such as hypertension were included in the analysis.

Conclusion: In summary, our data supports the hypothesis that placental abruption is a chronic process and shows that elevated CRP levels are an independent risk factor for this obstetric complication.

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