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Bibliographic Metadata

Title
Einfluss von Impulsivität und Persönlichkeitsfaktoren auf die Amphetamin induzierte Dopaminausschüttung bei gesunden Probanden
AuthorRech, Kerstin
Thesis advisorWilleit, Matthäus
Published2018
Description79 Blatt : Illustrationen, Diagramme
Institutional NoteMedizinische Universität Wien, Diplomarbeit, 2018
Date of SubmissionNovember 2018
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (DE)Persönlichkeitsfaktoren / Impulsivität / Novelty Seeking / TCI / BIS / Dopaminausschüttung / Amphetamin / Sensibilisierung
Keywords (EN)Personality factors / impulsivity / Novelty Seeking / TCI / BIS / dopamine release / amphetamine / sensitization
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-18379 Persistent Identifier (URN)
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Einfluss von Impulsivität und Persönlichkeitsfaktoren auf die Amphetamin induzierte Dopaminausschüttung bei gesunden Probanden [2.71 mb]
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Abstract (German)

Zusammenfassung

Zielsetzung:

In dieser Arbeit soll der Zusammenhang zwischen dem Dopamin-Stoffwechsel und den Persönlichkeitsmerkmalen „Novelty Seeking“ und Impulsivität unter dem Aspekt der Sensibilisierung untersucht werden. Sensibilisierung bedeutet die Verstärkung der Reaktion auf einen Reiz nach wiederholter Reiz-Exposition und ist sozusagen das Gegenteil der Toleranzentwicklung. Sensibilisierung ist ein Lernphänomen, das besonders in der Anfangsphase der Suchtentwicklung eine Rolle spielt. Mittels mehrmaliger Stimulantiengabe kann beispielsweise eine gesteigerte Dopamin-Antwort und ein verstärkter Verhaltenseffekt erreicht werden (= Sensibilisierung). Durch die Untersuchung des Sensibilisierungseffekts im Bezug auf Persönlichkeitsfaktoren soll ein Beitrag zum besseren Verständnis des Dopaminsystems und der neurobiologischen Grundlagen von Persönlichkeitszügen geleistet werden. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass eine positive Korrelation zwischen der Ausprägung der beiden Persönlichkeitsmerkmale „Novelty Seeking“ und Impulsivität und der Amphetamin-induzierten Dopamin-Ausschüttung besteht. Außerdem wurde angenommen, dass Teilnehmer mit stärker ausgeprägter Impulsivität und „Novelty Seeking“ stärker auf die Amphetamin Sensibilisierung ansprechen, und dass sich dies auf Verhaltens- und auf neurochemischer Ebene wiederspiegelt.

Methoden:

Bei 28 gesunden Probanden wurde mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) die Amphetamin-induzierte Dopamin-Ausschüttung vor und nach Sensibilisierung durch mehrmalige Amphetamingabe gemessen. Als Radiotracer wurde der Dopamin D2/3 Rezeptor Agonist [11C]-(+)-PHNO verwendet, der besonders genau Veränderungen der extrazellulären Dopaminspiegel detektieren kann. Impulsivität und „Novelty Seeking“ wurden mit den Selbsteinschätzungsfragebögen „Temperament und Character Inventory“ (TCI) und „Barrat Imulsiveness Scale“ (BIS) erhoben, die subjektive Response auf Amphetamin mit den visuellen Analog Skalen Drug Effects Questionnaire (DEQ) und Subjective States Questionnaire (SSQ). Die Ergebniswerte der Fragebögen wurden in Bezug auf die in den PET Scans gemessene Dopaminrezeptor-Bindung vor und nach Amphetamingabe untersucht. Dabei war besonders der Vergleich der Dopamin-Ausschüttung und der subjektiven Amphetamineffekte vor und nach Sensibilisierung von Interesse. Zur statistischen Analyse eines Zusammenhanges zwischen Impulsivität und „Novelty Seeking“, subjektiven Amphetamineffekten und Dopamin-Ausschüttung, wurden Korrelationsanalysen gerechnet.

Ergebnisse:

Sowohl der Amphetamin-Sensibilisierungseffekt auf neurochemischer und Verhaltensebene, als auch eine positive Korrelation zwischen den Testwerten der Persönlichkeitsfragebögen und der Dopamin-Ausschüttung, konnten mit dieser Arbeit nachgewiesen werden, ebenso eine positive Korrelation der [11C]-(+)-PHNO Bindungspotential Werte nach Sensibilisierung mit den subjektiven Amphetamineffekten. Die Hypothese, dass die Testwerte von TCI und BIS positiv mit DEQ und SSQ korrelieren, konnte teilweise bestätigt werden. Hier fanden sich auch negative Korrelationen, die auf eine Toleranzentwicklung bestimmter subjektiver Amphetamineffekte hinweisen könnten.

Konklusion:

Mit dem Nachweis eines Einflusses von Persönlichkeitsfaktoren auf den Dopamin-Stoffwechsel konnte diese Arbeit einen Beitrag zum besseren Verständnis der neuronalen Grundlagen von Persönlichkeitsmerkmalen leisten. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der neuronalen Grundlage von Impulsivität und „Novelty Seeking“ in Bezug auf den Dopamin-Stoffwechsel wurden nachgewiesen und können als Risikofaktoren für ein erhöhtes Suchtpotential gesehen werden. Diese neurobiologische Grundlage von Persönlichkeitsmerkmalen könnte Ansatzpunkte für zukünftige Therapiemöglichkeiten neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen und insbesondere von Suchterkrankungen liefern und sollte in weiterführenden Studien erforscht werden.

Abstract (English)

Abstract

Objectives

The objective of this work was to investigate the relationship between amphetamine-induced dopamine release and the personality traits ‘novelty seeking and ‘impulsiveness before and after prospective amphetamine sensitization in healthy subjects. Sensitization is a learning process, by which repeated exposure to a stimulus leads to an enhanced response to the same stimulus. Sensitization is viewed as the opposite of tolerance. Sensitization is regarded important for initial stages of addiction and can be induced by repeated stimulant administration, which leads to increased dopamine release and behavioral effects (=sensitization). This work should contribute to a better understanding of the dopamine system and the neurobiological basis of personality. We hypothesized that there will be a positive correlation between the expression of the personality traits novelty seeking and ‘impulsiveness and amphetamine-induced dopamine release. In addition, we hypothesized that participants with a higher level of impulsivity and novelty seeking would respond more strongly to amphetamine sensitization on a neurochemical and behavioral level.

Methods

In 28 healthy subjects, amphetamine-induced dopamine release was measured using positron emission tomography (PET) before and after repeated amphetamine administration (sensitization). The dopamine D2/3 receptor agonist radiotracer [11C]-(+)-PHNO was used for measuring changes in extracellular dopamine. Impulsiveness and novelty seeking were measured using the self-assessment questionnaires TCI and BIS, the subjective response to amphetamine using the visual analogue scales DEQ and SSQ. The scores in the questionnaires were examined with regard to the dopamine D2/3 receptor non-displaceable binding potential (BPND) values and amphetamine-induced dopamine release as measured in repeated PET scans. The comparison of amphetamine-induced dopamine release and subjective amphetamine effects before and after sensitization was of particular interest. Correlational analyses were calculated for the statistical analysis of a correlation between impulsiveness and novelty seeking, subjective amphetamine effects, and the release of dopamine.

Results:

Both, sensitization at a behavioral and neurochemical level as well as a positive correlation between scores in personality questionnaires and release of dopamine were demonstrated in this work. We also found a positive correlation between [11C]-(+)-PHNO BPND values after sensitization and subjective amphetamine effects. The hypothesis that the test values of TCI and BIS correlate positively with DEQ and SSQ was partially confirmed. Here, negative correlations were found as well, which could indicate development tolerance in certain subjective amphetamine effects.

Conclusion:

Since the influence of personality factors on dopamine metabolism has been demonstrated, this work has contributed to a better understanding of the neurophysiologic basis of personality. Similarities and differences in the neurophysiologic basis of impulsiveness and novelty seeking with regard to dopamine metabolism were found and identified as potential risk factors for addiction. The neurobiological basis of personality could provide starting points for future therapeutic interventions in neurological and psychiatric disorders and warrants further investigation.

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