Titelaufnahme

Titel
Furosemid als Risikofaktor für Nephrokalzinose bei Frühgeborenen - eine retrospektive Fall- Kontroll- Studie
Weitere Titel
Furosemide therapy as a risk factor for the development of nephrocalcinosis in preterm infants- A retrospective case- control study
Verfasser / VerfasserinBlauensteiner, Nicole
GutachterCardona, Francesco
Erschienen2018
Umfang98 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeDezember 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Nephrokalzinose / Furosemid / Frühgeborene
Schlagwörter (EN)nephrocalcinosis / furosemide / preterm infants
Zugriffsbeschränkung
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund und Ziele: Nephrokalzinose in Frühgeborenen tritt mit einer Inzidenz von 0,73 % - 41 % auf und kann zu einer Beeinträchtigung der glomerulären und tubulären Funktion sowie zu einem verminderten Wachstum der Niere führen. Die Ursachen sind multifaktoriell. Das Schleifendiuretikum Furosemid wird in einigen Studien aufgrund seiner hyperkalziurischen Wirkung mit einer Nephrokalzinose assoziiert. Es gibt im Gegensatz dazu auch Studien, die keinen signifikanten Zusammenhang zwischen einer Therapie mit Furosemid und der Entstehung einer Nephrokalzinose zeigen konnten.

Das Ziel der Studie war, die Rolle von Furosemid als Risikofaktor für die Ausbildung einer Nephrokalzinose bei Frühgeborenen zu untersuchen.

Methodik: In dieser retrospektiven Kohortenstudie wurden die Daten von Frühgeborenen mit einem Gestationsalter bis einschließlich der 27+6. Schwangerschaftswoche, die im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien geboren wurden, retrospektiv analysiert. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Chi- Test, univariater und multivariater logistischer Regressionsanalyse. Als Hauptparameter wurde das Auftreten einer Nephrokalzinose festgelegt. Weitere demographische Daten, Laborparameter sowie diverse Daten zu den durchgeführten Therapien und zu den Komorbiditäten wurden für die statistische Analyse herangezogen.

Ergebnisse: Insgesamt wurden die Daten von 290 Kindern analysiert, davon wiesen 104 (35,9 %) eine renale Verkalkung im Sinne einer Nephrokalzinose in der sonografischen Untersuchung auf. Diese trat häufiger bei Patienten mit einer Therapie mit Furosemid auf (OR= 1,83 (1,12- 2,97); p= 0,016). Die Dauer der Furosemid- Therapie, die Anzahl der Furosemid- Gaben und die Dosis zeigten jedoch keinen dosisabhängigen Effekt bei der Entstehung einer Nephrokalzinose. Als weitere signifikante Faktoren konnten Milrinon, Kalziumeinnahme, Kortikosteroide, Ibuprofen, Paracetamol, Trometamol, Operationen, mechanische Beatmung, Gestationsalter, Geburtsgewicht, Länge der Hospitalisation, parenterale Ernährung, Koffeincitrat, Vitamin D, Multivitamin, Gentamicin, Natriumeinnahme, PDA, ROP und BPD identifiziert werden. Den stärksten Effekt zeigten Ibuprofen und Vitamin D.

Schlussfolgerung: Frühgeborene mit einer Furosemid- Therapie weisen häufiger eine Nephrokalzinose in der Ultraschalluntersuchung auf. Dies sollte bei der Behandlung berücksichtigt werden. Kinder mit dieser Therapie sollten vor Entlassung mittels Ultraschalluntersuchung auf eine Nephrokalzinose gescreent werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction: The incidence of nephrocalcinosis in preterm infants is 7 %- 41 % in recent studies. The causes are multifactorial. Moreover, renal calcification can affect long- term glomerular und tubular function in premature babies. Due to its hypercalciuric effect the loop diuretic furosemide is associated with nephrocalcinosis in some studies. In contrast, there are also studies that could not show a significant association between furosemide treatment and the development of nephrocalcinosis.

The aim of this study was to determine if furosemide is a risk factor for nephrocalcinosis in premature babies.

Methods: In this retrospective cohort study data were collected from preterm infants with a gestational age less than 28 weeks who were born in the General Hospital of Vienna. Statistical analysis was performed by using Chi-test, univariate and multivariate logistic regression. The main parameter was nephrocalcinosis. In addition, demographic characteristics, laboratory results, various data on the performed therapies and data on the comorbidities were used for the statistical calculations.

Results: The data records of 290 children were analyzed. 104 children (35.9 %) had renal calcification in the ultrasound scans. Nephrocalcinosis was more common in patients treated with furosemide (OR= 1,83 (95%- CI 1,12- 2,97); p= 0,016). The duration of furosemide therapy, the amount of applications of furosemide and the dose were not significantly associated with the development of nephrocalcinosis. Other factors significantly associated with nephrocalcinosis included milrinone, calcium intake, corticosteroids, ibuprofen, paracetamol, trometamol, surgery, mechanical ventilation, gestational age, birth weight, length of hospital stay, parenteral nutrition, caffeine citrate, vitamin D, multivitamin, gentamicin, sodium intake, PDA, ROP and BPD. On multivariate analysis, ibuprofen and vitamin D were the strongest predictors for nephrocalcinosis.

Conclusion: Preterm infants treated with furosemide are more likely to have nephrocalcinosis. Clinicians should prescribe furosemide only with caution in premature babies. We suggest that preterm infants receiving this medication should be screened for nephrocalcinosis.