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Titelaufnahme

Titel
Bedürfnisse von Flüchtlingen und Asylsuchenden in der psychosozialen Gesundheitsversorgung in Wien
Weitere Titel
Refugee's and asylum seeker's needs in psychosocial health care in Vienna
Verfasser / VerfasserinLagler, Werner
GutachterJirovsky, Elena
Erschienen2018
Umfang68 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeDezember 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)psychosozial / Flüchtlinge / Asylwerber / Bedürfnisse / PTBS / Belastungsstörung
Schlagwörter (EN)psychosocial / refugee / asylum seeker / needs / PTSD
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-19033 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Bedürfnisse von Flüchtlingen und Asylsuchenden in der psychosozialen Gesundheitsversorgung in Wien [1.35 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die gegenwärtige Studie erhebt die Hauptstressoren von Flüchtlingen in Wien, den Einfluss dieser Probleme auf das Leben der Flüchtlinge, Umstände, die eine effiziente psychosoziale Behandlung verhindern, Wünsche für die Behandlung und von Flüchtlingen gesetzte Maßnahmen zur Bewältigung der psychosozialen Last. Die Datenerhebung wurde in Form von PLA-Sessions abgehalten mit anschließender Transkription und Textanalyse. TeilnehmerInnen waren englischsprachige Flüchtlinge verschiedener Staaten. Sie erzählten nicht nur von ihren eigenen Erlebnissen, sondern auch von Erfahrungen anderer CampbewohnerInnen. Zum Zeitpunkt der Erhebung waren die TeilnehmerInnen zwischen ein paar Monaten und knapp einem Jahr in den Flüchtlingscamps. Die wichtigsten Ergebnisse sind, dass:

In den ersten Monaten nach Ankunft ein fehlendes soziales Netz und infrastrukturelle Missstände, wie überfüllte Camps und die Unsicherheit, während des Asylverfahrens einen starken Einfluss auf die psychische Gesundheit der Asylsuchenden haben.

Erwachsene als vulnerables Kollektiv vernachlässigt werden, deren psychische Gesundheit sich aber auch stark auf die Gesundheit der Kinder auswirkt, denen das therapeutische Hauptaugenmerk geschenkt wird.

PTBS und Depressionen bei Flüchtenden oft über körperliche Beschwerden ausgedrückt bzw. erklärt werden, was oft für Missverständnisse sorgt.

Aufgrund fehlender Kapazitäten ist in der psychosozialen Versorgung keine Anpassung an akut steigenden Bedarf möglich. Des Weiteren ist auch längerfristig die ausreichende Versorgung von Asylsuchenden bei psychosozialen Problemen nicht gewährleistet.

Dass die Zufriedenheit der ÄrztInnen-PatientInnen-Beziehung bei Konsultationen wegen psychischer Probleme sehr gering war. Von positiven Erfahrungen wurde dann berichtet, wenn PatientInnen sich mit ihren Problemen von den ÄrztInnen ernst genommen fühlten.

Gruppendiskussionen über bestehende Probleme und vergangene Traumen eine Möglichkeit sind, Asylsuchende niederschwellig zu betreuen, deren Einsatz aber auch kritisch betrachtet werden sollte, da viele Flüchtlinge Angst vor Stigmatisierung haben.

In der Akutphase der Einwanderung keine Projekte in Eigenregie von Flüchtlingen verwirklicht wurden.

Dies lässt darauf schließen, dass Erkenntnisse in der Vergangenheit weiterhin keine Anwendung finden. In Bezug auf Kapazitätsprobleme in der psychosozialen Versorgung bleibt zu erwähnen, dass diese durch die Schulung und den reflektierten Einsatz von Laienhelfern gebessert werden könnten.

Zusammenfassung (Englisch)

This study explores the main stressors of refugee population living in Vienna, Austria. It furthermore shows the impact of those problems in daily life as well as it shows reasons why the current offers on psychosocial therapy are inefficient or are under-utilised. At last this study concentrates on asylum seekers wishes for a better medical treatment and shows their own steps in working towards an improvement of their psychosocial health.

The collection of data was carried out through PLA-Sessions which were later on transcribed and analysed. The sessions were held in two groups. The participants were divided according to their sex into male and female groups. The participants were English speaking refugees and asylum seekers from different countries of origin who had recently arrived in Austria and had lived here between a few months and a year. Participants were instructed not only to tell their own stories but the other camps inhabitants stories as well. The results of this study show the following:

Refugees lack a sufficient social network after arrival and that the lack of infrastructure in the camps negatively affects health of asylum seekers.

Children are in the center of attention when it comes to psychological care yet adults are being neglected.

Refugees and asylum seekers often express their psychological suffering with physical symptoms. Thus leading to misunderstandings and mistreatment when talking to Austrian health care professionals.

The number of workers in the Austrian health care system is so little that it cannot adapt to a quickly rising demand for treatment nor will it be able to meet future demands.

Refugees were least satisfied with the quality of medical treatment when seeking help because of psychological problems. They were most satisfied with a consultation when they felt that the health care professionals had understood them and had taken them seriously.

Refugees were quite fond of the idea of group sessions for working with their past traumas. However, it needs to be considered, that there is also a lot of fear of stigmatization which could be counterproductive to such an approach.

Refugees did not have the capacity of carrying out projects to tackle their psycho-social problems in the acute phase of resettlement.

These results lead to the conclusion that past findings are still not put to practical use. They furthermore suggest, that capacity problems could be reduced through the use of non-professional people of the refugee population.

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