Titelaufnahme

Titel
Osteoporose nach Herztransplantation : eine retrospektive Beobachtungsstudie an der Abteilung für Herzchirurgie der Medizinischen Universität Wien
Weitere Titel
Osteoporosis after cardiac transplantation - a retrospective study of the Department of Cardiac Surgery, Medical University of Vienna
Verfasser / VerfasserinMislivec, Cornelia
GutachterZuckermann, Andreas
Erschienen2018
Umfang81 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeDezember 2018
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Transplantation / Herztransplantation / Osteoporose / Frakturen
Schlagwörter (EN)Transplantation / Cardiac Transplantation / Osteoporosis / Fractures
Zugriffsbeschränkung
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Zusammenfassung (Deutsch)

Durch die steigende Zahl der Herztransplantationen und die längeren Patienten- und Transplantatüberlebenszeiten gewinnen auch die Langzeitkomplikationen nach HTX immer mehr an Bedeutung. Es kommt meist zu einer raschen Abnahme der Knochendichte im ersten postoperativen Jahr, einer hohen Osteoporose-Inzidenz und einem gehäuften Auftreten von Fragilitäts-Frakturen, wobei diese erhebliche negative Auswirkungen auf die Morbidität und Lebensqualität der Patienten haben.

In dieser retrospektiven Studie wurden die DXA-T-Scores von 281 über 50jährigen Patienten mit einer HTX zwischen 2000 und 2016 und seriell kontrollierte Knochenstoffwechselmarker aus der Datenbank des AKH Wien extrahiert.

Perioperativ hatten 47,4% der Patienten Osteopenie und 22,8% Osteoporose (n=114). Im Zeitraum 2-12 Monate nach HTX wiesen 21,8 % der untersuchten Patienten erstmalig eine osteoporotische BMD auf (n=64). Auch in den nachfolgenden Untersuchungszeiträumen bis 10 Jahre nach HTX erfüllten 42,6-49,2 % der Patienten die WHO-Kriterien für Osteopenie und bei 22,7-27,3 % der Patienten lag definitionsgemäß eine osteoporotische Knochendichte vor. Bei mind. 8,59 % (5,1-10 Jahre nach HTX) bis 18,75 % (2-12 Monate nach HTX) der Patienten wurde eine Wirbelkörperfraktur beobachtet. Frakturen traten schon bei normaler BMD und leicht verminderter BMD nach HTX auf. Es kam insgesamt gesehen zu keinen hochsignifikanten Veränderungen der Knochendichte T-Scores im Zeitverlauf. Einzig im Zeitraum 25 Monate-5 Jahre nach HTX zeigte sich ein marginal signifikant niedrigerer mittlerer T-score im Vergleich zur perioperativen Gruppe (n=51, mittlere Differenz: 0,318, p=0,012).

Es konnte ein statistisch signifikanter Anstieg der PTHi (max. Median 13-24 Monate nach HTX: 69,8 pg/ml) und des 25-OH-Vitamin-D3 (immer erniedrigt, min. Mittelwert 0-12 Monate nach HTX: 39,12 nmol/L) sowie ein Abfall des Osteocalcinspiegels (max. Median 0-12 Monate nach HTX: 44,70 ng/ml) gezeigt werden.

Im Rahmen dieser Studie konnte bestätigt werden, dass Osteoporose eine häufige Komplikation nach HTX darstellt. Angesichts des gehäuften Auftretens osteoporotischer Frakturen nach HTX stellt die Prophylaxe und Therapie der Posttransplantationsosteoporose einen bedeutsamen Aspekt in der Langzeitbetreuung von HTX-Patienten dar.

Inwiefern die langfristigen Veränderungen der T-Scores bzw. Laborparameter auf die Immunsuppressiva zurückzuführen sind und welchen Einfluss das steigende Alter bzw. das Geschlecht auf die Veränderungen hat, konnte im Rahmen der Diplomarbeit nicht belegt werden. Die Ergebnisse können als Grundlage zur Hypothesengenerierung für weitere Studien dienen.

Zusammenfassung (Englisch)

The excellent patient and graft survival rates after cardiac transplantation have resulted in both an increased number of transplantations and increased recognition of long-term complications of transplantation such as fractures and osteoporosis.

Rapid bone loss and a high incidence of fragility fractures is common during the first year after TX. This is associated with increased morbidity and mortality and decreased quality of life.

In this retrospective study patients over the age of 50 who had a heart transplant between 2000 and 2016 were identified from the AKH Vienna Service database, and demographic data, serial bone mineral density T-Scores and serial bone turnover markers were extracted.

Osteopenia and Osteoporosis were present in 47,4% and 22,8% of transplant recipients before transplantation (n=114). After 2-12 months osteoporosis was first diagnosed in 21,8 % of transplant recipients (n=64).

During the observation period (up to 10 years after CTX) DXA showed in 42,6-49,2 % of transplant recipients osteopenia and in 22,7-27,3 % osteoporosis.

Vertebral fractures occurred in about 8,59 % (5,1-10 years after CTX) to 18,75 % (2-12 months after CTX) of long-term cardiac recipients. Fractures already occurred at normal bone mineral density and mild osteopenia.

Posttransplant BMD T-Scores decreased significantly in 25 months-5 years after CTX (n=51, mean difference: 0,318, p=0,012).

During long term monitoring PTHi levels significantly increased (max. elevated Median 13-24 months after HTX: 69,8 pg/ml) as well as 25-OH-Vitamin-D3 (below the normal range, min. mean 0-12 months after CTX: 39,12 nmol/L). Osteocalcin was high (above normal range) after CTX and declined significantly during the observation period (max. elevated Median 0-12 months after CTX: 44,70 ng/ml).

This study confirmed in a local CTX population that osteopenia and osteoporosis are common conditions following transplantation. Considering the high prevalence of osteoporotic fractures after transplantation preventive and therapeutic approaches to both pretransplant and posttransplant periods play an important role for long term transplant recipients.

The influence of immunosuppressive therapy, higher age or sex on long term changes in T-Scores and bone turnover markers remains unclear. The results of this study could be used for further detailed studies.