Titelaufnahme

Titel
Prävalenz von Schilddrüsenfunktionsstörung bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebs eine retrospektive Datenanalyse / eingereicht von Manerva Ikladious
Weitere Titel
Prevalence of thyroid dysfunction in patients with advanced breast cancer - a retrospective study
Verfasser / VerfasserinIkladious, Manerva
GutachterWolf, Peter ; Krebs, Michael
Erschienen2019
Umfang63 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2019
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Datum der AbgabeJanuar 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Mammakarzinom / Schilddrüse / Hypothyreose / Hyperthyreose / Schilddrüsenhormonsubstitution / Hirnmetastasen
Schlagwörter (EN)breast cancer / thyroid gland / hypothyroidism / hyperthyroidism / thyroid hormone replacement / brain metastases
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Epidemiologische Studien zeigen einen Einfluss der Schilddrüsenhormone T3 und T4 auf die Prävalenz und Progression von Tumorerkrankungen, wobei Schilddrüsenhormone eine tumorfördernde Wirkung haben können. Deshalb könnte eine Schilddrüsenfunktionsstörung einen prognostischen Einfluss auf das Gesamtüberleben bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung haben.

Ziel: Ziel dieser Studie war es daher, die Prävalenz von Schilddrüsenfunktionsstörung bei Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebs festzustellen und zu ermitteln, ob ein Zusammenhang zwischen Störungen der Schilddrüsenfunktion und dem Überleben bei fortgeschrittenem Mammakarzinom besteht.

Material und Methodik: Die erfolgte retrospektive Datenanalyse umfasste 425 Patienten mit Gehirnmetastasen aufgrund eines Mammakarzinoms als Primärtumor aus dem Zeitraum 01/1990 bis 12/2017, bei denen die Werte von TSH, fT3 und fT4 zum Zeitpunkt (+/- 14 Tage) der Erstdiagnose der Gehirnmetastase vorlagen und das Gesamtüberleben erhoben wurde. Dabei wurden Patienten mit einer euthyreoten Schilddrüsenfunktion gegen Patienten mit einer hypothyreoten Schilddrüsenfunktion in Bezug auf ihr Gesamtüberleben verglichen.

Resultate: Es konnte festgestellt werden, dass 52 Patienten (12,2 %) der Studienpopulation zum Zeitpunkt der Erstdiagnose der Gehirnmetastasen hypothyreot waren. Diese Interventionsgruppe zeigte im Durchschnitt ein längeres Gesamtüberleben als die Vergleichsgruppe ohne Hypothyreose, jedoch war der Unterschied statistisch nicht signifikant (13 (7,2; 18,8) Monaten vs. 7 (5,6; 8,4) Monaten, p=0,430, Log-Rank Test). Es zeigte sich auch ein verlängertes Gesamtüberleben von Patienten mit laufender Schilddrüsensubstitutionstherapie gegenüber Patienten ohne Schilddrüsenmedikation, dennoch konnte auch hier kein statistisch signifikanter Unterschied dargelegt werden (13 (9,0; 17,0) Monaten vs. 8 (6,6; 9,4) Monaten, p=0,585, Log-Rank Test).

Schlussfolgerung: In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass hypothyreote Patienten numerisch ein längeres Gesamtüberleben hatten, wobei aber die Ergebnisse statistisch nicht signifikant waren. Aufgrund des kleinen Studienkollektivs ist eine weitere Analyse in einem größeren Patientenkollektiven notwendig. Andererseits sollten die Mechanismen und Signalwege erforscht werden, die einen möglichen therapeutischen Einfluss auf das Gesamtüberleben bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung haben könnten.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Epidemiological studies show an influence of thyroid hormones T3 and T4 on the prevalence and progression of tumor diseases, whereby thyroid hormones and stimulation of their receptors can have a tumor-promoting effect. Therefore, thyroid dysfunction might have a prognostic impact on overall survival in patients with advanced cancer.

Aim: The aim of this study was to determine the prevalence of thyroid dysfunction in patients with advanced breast cancer. Furthermore, it was the aim to investigate if there is an association between thyroid dysfunction and survival in advanced breast cancer.

Material and methods: This retrospective data analysis included 425 patients with brain metastases due to breast cancer as the primary tumor from 01/1990 to 12/2017, in which values of TSH, fT3 and fT4 at the time (+/- 14 days) of the first diagnosis brain metastasis and overall survival were available. Patients with euthyroid thyroid function were compared to patients with hypothyroid thyroid function in terms of overall survival.

Results: In 52 patients (12.2 %) of the whole study population hypothyroidism was found at the time of first diagnosis of brain metastases. Hypothyroid patients showed a longer overall survival than the control group without hypothyroidism, however the difference was not statistically significant (13 (7,2; 18,8) months vs. 7 (5,6; 8,4) months, p=0.430, log-rank test). There was also a prolonged overall survival for patients, who received thyroid hormone replacement compared to patients without thyroid medication, yet no statistically significant difference could be shown (13 (9,0; 17,0) months vs. 8 (6,6; 9,4) months, p=0.585, log-rank test).

Conclusion: In this study it was shown that hypothyroid patients had a longer overall survival, although the results were not statistically significant. Due to the small study population, it is of great clinical importance to further analyze thyroid function and overall survival in larger cohorts, and to explore the mechanisms and signaling pathways, as these may have a prognostic and therapeutic impact on the overall survival of patients with advanced cancer.