Titelaufnahme

Titel
Untersuchung der distalen sensiblen Nerven bei inzipienter Polyneuropathie
Weitere Titel
Examination of distal sensory nerves in incipient polyneuropathy
Verfasser / VerfasserinGraninger, Marianne
GutachterKatzenschlager, Regina ; Erdler, Marcus
Erschienen2019
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2019
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeJanuar 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Polyneuropathie / Nervus plantaris medialis / Elektroneurografie
Schlagwörter (EN)Polyneuropathy / Medial plantar nerve / Nerve conduction studies
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die distal-symmetrisch sensible Polyneuropathie (PNP) ist eine häufige neurologische Erkrankung, die initial distale Nerven befällt und sich klinisch in Symptomen wie Parästhesien und verändertem Schmerzempfinden der Akren äußert, bevor sie nach proximal aufsteigt. Die Elektroneurographie ist ein wichtiges Instrument in der Diagnostik der PNP, um Art und Verteilungsmuster des Nervenbefalls festzustellen. Die peripheren Nerven, die üblicherweise untersucht werden, reichen nicht bis in die distalsten Körperregionen und lassen die Diagnosestellung erst zu, wenn die Nervenschädigung bereits fortgeschritten ist. Die frühe Erkennung einer PNP ist jedoch wichtig, um frühzeitig nach der Ursache fahnden und therapeutisch eingreifen zu können. In den letzten Jahren wurde der Nutzen der elektroneurografischen Messung des Nervus plantaris medialis, der die Fußsohle bis zu den Zehen innerviert, zur Erkennung einer PNP mittels verschiedener Messtechniken bestätigt. In dieser Studie wurde eine antidrome Technik mit Stimulation hinter dem Malleolus medialis und Ableitung mit Ringelektroden an der Großzehe angewandt und untersucht, ob Veränderungen des N. plantaris medialis bei inzipienter PNP messbar sind und ob der N. plantaris medialis zu diesem Zeitpunkt stärker betroffen ist als andere periphere Nerven. Es erfolgte ein Vergleich zwischen einer Patient_innengruppe mit leichten bis mäßigen Symptomen einer PNP und einer gesunden Proband_innengruppe zu je 15 Personen. Bei jedem_r Studienteilnehmer_in wurden beidseits der N. radialis superficialis, N. peroneus superficialis und N. plantaris medialis gemessen. Es zeigte sich, dass es bei den Patient_innen zu einer Verlangsamung der Nervenleitgeschwindigkeit des N. plantaris medialis kommt, während die anderen Nerven keine signifikanten Veränderungen aufweisen. Sensitivität und Spezifität wurden mit 14,3% bzw. 96% berechnet. Bisherige Studien mit orthodromen Messungen erreichten elektroneurografische Messwerte von vergleichbarer Höhe, aber mitunter höhere Sensitivitäten für die Erkennung einer peripheren Neuropathie. Auch die antidrome Messung mit Nadelelektroden besitzt eine höhere Sensitivität, stellt aber eine für den_die Patient_in unangenehmere Alternative zur Messung mit Oberflächenelektroden dar. Durch die antidrome Technik mit Oberflächen- und Ringelektroden konnten zwar Veränderungen des N. plantaris medialis bei inzipienter Polyneuropathie festgestellt werden, aber die Sensitivität der Methode ist zu niedrig, um eine klinische Anwendung empfehlen zu können. Da sich der N. plantaris medialis bei einigen Proband_innen nicht ableiten ließ, müssten Studien mit größeren Fallzahlen durchgeführt werden, um die Verlässlichkeit der Methode in der Messung des N. plantaris medialis zu prüfen.

Zusammenfassung (Englisch)

Distal-symmetric polyneuropathy is a common neurological disorder which in its earliest stage affects the most distal nerves of the hands and feet before ascending to proximal nerves. Nerve conduction studies are used as a tool to assess the type and distribution pattern of the nerval damage. A set of peripheral nerves is usually examined in the diagnosis of polyneuropathy; however, these nerves do not reach the most distal body parts and become affected at a later stage of the disease, leading to delayed diagnosis and treatment. Previous studies have evaluated the use of the medial plantar nerve in the diagnosis of peripheral neuropathy. The medial plantar nerve innervates the sole and toes and represents the most distal nerve in the lower limb. In this study, an antidromic measuring technique was used to detect pathological changes in the medial plantar nerve in patients with incipient polyneuropathy. To do so, the results of individuals with mild symptoms of polyneuropathy and healthy controls were compared, each group consisting of 15 subjects. The nerve was stimulated behind the medial malleolus and nerve action potentials were recorded from the big toe using ring electrodes. In addition, the superficial radial nerve and the superficial peroneal nerve were examined to evaluate if the medial plantar nerve was more affected. It showed that the nerve conduction velocity of the medial plantar nerve was reduced in patients compared to healthy controls. Other nerves did not show any significant changes. The sensitivity and specifity of the new method were 14,3% and 96%, respectively. Previously described orthodromic techniques recorded similar values for amplitude and nerve conduction velocity but some reached higher sensitivities. Also, an antidromic near-nerve needle technique was described, reaching the highest sensitivity of all methods; however, inserting needles can cause more discomfort in patients than using surface electrodes.

Although changes in the medial plantar nerve were recordable with the described antidromic technique, it reached a sensitivity of only 14,3%, which is less than other commonly applied methods. Since nerve action potentials were not obtainable in some controls, further studies with a larger number of study participants are necessary to evaluate the reliability of the method in recording the medial plantar nerve.