Titelaufnahme

Titel
Retrospektive Studie zur Analyse der Auswirkung von postoperativen Interventionen auf das Lappenüberleben nach Lappentransplantationen bei Tumoren im Mund- Kiefer- und Gesichtsbereich / eingereicht von Antonia Frank
Verfasser / VerfasserinFrank, Antonia
GutachterKrenn, Claus Georg
Erschienen2019
Umfang68 Blatt : Illustrationen
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2019
Datum der AbgabeJanuar 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Tumore im Kopf- und Halsbereich / mikrovaskuläre Lappen / Katecholamine
Schlagwörter (EN)Head and neck carcinoma / microvascular flaps / catecholamines
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Kopf-Hals-Karzinome sind die sechsthäufigste Krebserkrankung weltweit. Der Standard für komplexe Kopf- und Hals-Rekonstruktionen nach Exzision einer perioralen Malignität sind mikrovaskuläre Lappentransplantationen. Trotz Erfolgsraten von über 97%, hat ein Versagen des Lappens verheerende Folgen für den Patienten und dessen weiteren Behandlungen.

Hypoperfusion und Lappenversagen sind noch immer die wichtigsten Komplikationen bei Lappentransplantationen, wobei trotz verbesserten Operationstechniken, viele Faktoren zur Minderperfusion des Lappens beitragen. Neben der Anästhesieart haben auch die Veränderung des Blutvolumens, die Gabe von Flüssigkeit sowie vasomotorischen Medikamenten einen Einfluss auf den Blutfluss des Lappens.

Ziel dieser retrospektiven Studie ist die Ermittlung der Auswirkung von Katecholaminen und Flüssigkeitsgabe auf das Lappenüberleben von Patienten mit Tumoren im Mund- Gesicht- und Kieferbereich.

Material und Methoden: Die Daten wurden im Rahmen einer retrospektiven Studie an der Universitätsklinik für Anästhesie, allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien erfasst. Dabei wurden alle Tumorpatienten, welche im Zeitraum 2005 bis 2012 mittels mikrovaskulärer Lappentransplantaten rekonstruiert wurden, nachuntersucht. Ergebnisse wie Lappenüberleben, Flüssigkeitsbilanz, Katecholamingabe, Lappenart, Operationsdauer, Geschlecht und Alter wurden dabei statistisch erfasst. Insgesamt wurden 209 Patienten in die Analyse inkludiert.

Ergebnisse: Im Zeitraum von Jänner 2005 bis Dezember 2012 wurden 209 (133 männlich, 76 weiblich) nach Tumorresektionen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich mit mikrovaskulären Lappentransplantaten versorgt. Dabei haben 174 Transplantate überlebt, was einer Überlebensrate von 83,3% entspricht, wobei sie bei Männern mit 84,2% gering höher ist als jene der Frauen mit 81,6%. Das durchschnittliche Alter der Patienten beträgt 56 Jahre. Eine signifikante Auswirkung von postoperativem Katecholaminbedarf und Flüssigkeitsgabe auf das Lappenüberleben konnte nicht nachgewiesen werden. Diese Arbeit zeigt, dass sich die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation durch Lappenverlust verlängert.

Diskussion: Ein Trend bezüglich Alter und Geschlecht auf das Lappenüberleben konnte gefunden werden, erreichte jedoch ebenso wie Flüssigkeits- und Katecholamingabe keine

statistische Signifikanz. Die Daten bestätigen, dass das Lappenüberleben multifaktorieller Genese ist. Alter, Geschlecht, Katecholaminbedarf und Flüssigkeitsgabe scheint dabei keine signifikante Auswirkung auf das Versagen des Lappens zu haben.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Head and neck carcinomas are the sixth most common cancer worldwide. The standard for complex head and neck reconstructions after excision of peri-oral malignancy are microvascular flap grafts. Despite success rates of over 97%, a failure of the flap has devastating consequences for the patient and his subsequent treatments.

Hypoperfusion and flap failure are still the major complications of flap grafting, and despite improved surgical techniques, many factors contribute to misfolding of the flap. In addition to the type of anesthetic, changes in blood volume, administration of fluids, and vasomotor drugs also affect the blood flow of the flap.

The aim of this retrospective study is to determine the effect of catecholamines and fluid administration on flap survival in patients with tumors of the mouth, face and jaw.

Material and Methods: The data were collected as part of a retrospective study at the Department of Anesthetics, General Intensive Care Medicine and Pain Therapy at the General Hospital of the City of Vienna. All tumor patients, which were reconstructed between 2005 and 2012 using microvascular flap grafts, were reexamined. Results such as flap survival, fluid balance, catecholamine administration, flap type, duration of surgery, gender and age were statistically recorded. A total of 209 patients were included in the analysis.

Results: In the period from January 2005 to December 2012, 209 (133 male, 76 female) were treated with microvascular flap grafts after tumor resection in the oral, maxillofacial and facial area. Here, 174 transplants survived, which corresponds to a survival rate of 83.3%, whereas in men it is slightly higher (84.2%) than that of women with 81.6%. The average age of the patients is 56 years. A significant effect of postoperative catecholamine demand and fluid administration on flap survival could not be demonstrated. This work shows that the length of stay in the intensive care unit is prolonged by flap loss.

Discussion: A trend in age and gender on flap survival could be found but, like fluid and catecholamine administration, did not reach statistical significance. The data confirm that flap survival is multifactorial in origin. Age, gender, catecholamine requirement and fluid administration appear to have no significant effect on the failure of the flap.