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Titelaufnahme

Titel
On the Role of Levamisole as Cocaine Adulterant
Weitere Titel
Die Rolle von Levamisol als Streckmittel in Kokain
Verfasser / VerfasserinHofmaier, Tina
GutachterSitte, Harald
Erschienen2018
Umfang111 Seiten
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diss., 2018
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeSeptember 2018
SpracheEnglisch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Kokain / Levamisol / Aminorex / Neurotransmitter Transporter
Schlagwörter (EN)Cocaine / Levamisole / Aminorex / Neurotransmitter transporter
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-19367 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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On the Role of Levamisole as Cocaine Adulterant [5.07 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Kokain ist das am häufigsten eingenommene illegale Stimulanz der westlichen Gesellschaft. Untersuchungen des österreichischen gemeinnützigen Projekts Checkit! ergaben, dass 69% aller gestreckten Kokainproben aus Wien, das Anthelminthikum Levamisol enthielten. Levamisole, der aktive Wirkstoff des Medikaments Ergamisol®, welches 1999 vom Markt genommen wurde, ist seitdem nur mehr in der Veterinärmedizin zugelassen. Als 2004 eine gehäufte Anzahl von Kokainkonsumenten an Agranulozytose erkrankten, ein Krankheitsbild, das bereits als eine der Nebenwirkungen von Levamisole bekannt war, wurde erstmals die Verwendung von Levamisol als Kokainstreckmittel verifiziert. Über die genauen Ursachen der Verwendung von Levamisol wurde viel spekuliert, jedoch fehlten experimentelle Beweise. In dieser Arbeit wurde erstmals die pharmakologische Wirkung von Levamisol an humanen monoaminer-gen Neurotransmitter Transportern untersucht, welche unter anderem von Kokain inhibiert werden. Dabei handelte es sich um den Dopamin- (DAT), Noradrenalin- (NET), sowie Serotonin-Transporter (SERT). Unter Zuhilfenahme pharmakologischer Versuche, konnte gezeigt werden, dass Levamisol nur eine schwache Inhibierung am NET jedoch keine am DAT oder SERT erzeugen konnte. Unter der Annahme, Levamisol könnte, Amphetaminen gleich, eine Umkehr der Transportrichtung erzwingen, wurde auch das Freisetzungpotential gemessen. Jedoch führte Levamisol zu keiner Freisetzung in einem der getesteten Transportern. Weiters war zu diesem Zeitpunkt bekannt, dass Levamisol im menschlichen Körper zu unter anderem Aminorex metabolisiert wird. Aminorex war bereits aufgrund seiner dem Amphetamin ähnlichen Eigenschaften bekannt. Unter Berücksichtigung dieses Wissens wurden Aminorex ebenfalls an DAT, NET sowie SERT getestet. Dabei konnte gezeigt werden, dass Aminorex ein dem Kokain sehr ähnliches Inhibierungspotential besitzt. Experimente zur Messung der Neurotransmitterfreisetzung konnten zeigen, dass Aminorex einen starken Effekt am SERT, einen geringen am NET und keinen Effekt am DAT hat. Dabei zeigte Aminorex einen Kokaineffekt am DAT und NET sowie einen Amphetamineffekt am SERT, welches einen extraneuronalen Anstieg der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin sowie Serotonin zufolge hätte. Demnach würde der Effekt von Aminorex jenem von Kokain zeitlich verzögert folgen und damit zu einer Verlängerung der psychoaktiven Wirkung von Kokain führen.

Zusammenfassung (Englisch)

Cocaine is one of the most widely used illicit stimulant drugs in western society. Although cocaine adulteration is common practice amongst the dealers, the choice of adulterant often remains elusive. Since 2003, multiple cases of agranulocytosis amongst cocaine users has pointed towards a new adulterant - levamisole. An investigation of “street cocaine” samples in the year 2012 by the Austrian drug prevention program “Checkit!” revealed that 69% of analysed adulterated cocaine samples contained levamisole. Although it was speculated that levamisole may itself exert a pharmacological effect in humans there was no experimental evidence to substantiate this claim. During this doctoral thesis, the effect of levamisole on three human neurotransmitter transporters, the dopamine transporter (DAT), the norepinephrine transporter (NET), as well as the serotonin transporter (SERT) was investigated, since all three are targets of cocaine. It was found that levamisole exerted a weak inhibitory effect on NET, but not on DAT or SERT. Since substances like amphetamines cause release of these monoamines, the possibility of levamisole as a releaser had also been tested. No releasing property of levamisole could be detected. Previous publications have demonstrated that levamisole is heavily metabolized in the human body. The amphetamine-like substance aminorex was found to be one of the major levamisole metabolites. Testing aminorex on DAT, NET and SERT showed that it displayed a similar strength of inhibition on all three monoamine transporters as cocaine. Furthermore, aminorex exerted a strong releasing property on SERT, whereas releasing effects on NET were weak and absent on DAT, which was distinctive to the action of cocaine. This work provides the first evidence that it is not levamisole, but its metabolite aminorex, that exerts pharmacological effects similar to those of cocaine on the human monoamine transporters. Furthermore, these data could give a possible explanation for the use of levamisole as a cocaine adulterant: as the effect of cocaine starts to wear off, the metabolized aminorex starts to “kick in”, prolonging the psychoactive action of cocaine.

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