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Titelaufnahme

Titel
Tod durch Schienenfahrzeuge- eine retrospektive Studie für die Jahre 1980-2004
Weitere Titel
Death by railway vehicel- a retrospective analysis for the years 1980-2004
Verfasser / VerfasserinBurtscher, Angelika
GutachterRisser, Daniele
Erschienen2019
Umfang144 Seiten
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2019
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeFebruar 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Schienenzwischenfälle / Schienentote / Gerichtsmedizin / Suizid / Unfall / Sicherheitsmaßnahmen im Schienenbereich
Schlagwörter (EN)railway incident / railway death / forensic medicine / suicide / accident / security measures on railways
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:1-19480 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Tod durch Schienenfahrzeuge- eine retrospektive Studie für die Jahre 1980-2004 [2.6 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Im Rückblick auf die letzten Jahrzehnte zeigt sich, dass die Auswirkungen von Vorfällen mit Schienenfahrzeugen nicht nur das Opfer selbst betreffen, sondern auch einen starken Einfluss auf alle beteiligten Personen wie Fahrgäste, Zugführer und Rettungskräfte haben.

Ziel: Vorrangig ist die grundsätzliche Darstellung der Häufigkeit sowie der Verteilung von tödlichen Vorkommnissen im Schienenbereich. In weiterer Folge werden diese nach bestimmten Kriterien, wie etwa Unfall, Suizid, Mord einerseits sowie Alter und Geschlecht der betreffenden Person andererseits analysiert. Darüber hinaus wird auf das Umfeld und etwaige psychische Vorerkrankungen eingegangen, zusätzlich wird untersucht ob ein Hinweis auf Alkohol und anderen Drogen im Blut besteht.

Material und Methodik: Die Arbeit wird auf Grundlage der Obduktionsgutachten aus den Jahren 1980-2004, die an der Wiener Gerichtsmedizin erstellt worden sind, angefertigt. Aus diesem Gesamtarchiv werden speziell jene Gutachten extrahiert, die von Vorfällen im Schienenbereich handeln. Dabei werden sämtliche Daten hinsichtlich Hintergründe, Ursachen, Opfer und deren Umfeld erfasst. Diese werden in einer Excel Tabelle gesammelt und mit Hilfe des Statistikprogrammes IBS SPSS weiterbearbeitet (1). Es wird eine deskriptive Statistik durchgeführt, vorwiegend an Hand von Häufigkeitsdarstellungen, Chi2-Tests wie auch einem Mann-Whitney-U-Test.

Ergebnisse: Im Rahmen der Untersuchung der insgesamt 202 erfassten Fälle kann gezeigt werden, dass vorwiegend Männer in Vorfälle mit Schienenfahrzeugen verwickelt waren, während vor allem Personenzüge die involvierten Fahrzeuge gewesen sind. Im Gegensatz zum internationalen Vergleich lag der Schwerpunkt der Vorfallsart bei Unfällen, in einer deutlich geringeren Anzahl der Fälle war der Vorfall als Suizid zu klassifizieren. Zwischen diesen beiden Kategorien rückt ein signifikanter Unterschied in der Altersverteilung ins Blickfeld, so waren Suizidanten deutlich jünger als Unfallopfer. Die meisten Unfallopfer befanden sich dabei auf Grund und Boden der ÖBB, den sie widerrechtlich betreten hatten.

Bei den erfassten psychiatrischen Diagnosen der Suizidopfer lagen vor allem Depressionen und Suchterkrankungen vor.

Fazit: Gegenstand zukünftiger Maßnahmen sollte die Implementierung einer eigenständigen ICD-Codierung des Schienensuizides sein. Beispielsweise könnte der Code „X81 sich legen oder werfen vor ein sich bewegendes Objekt“ in einer weiteren Aufschlüsselung eine differenzierte Unterteilung der sich bewegenden Objekte treffen. Zusätzlich muss zur besseren Unterscheidung zwischen Unfall und Suizid an der flächendeckenden (europaweiten) einheitlichen Befolgung von Richtlinien, wie den Ovenstone-Kriterien, die von der europäischen Eisenbahnagentur vorgeschlagen werden, gearbeitet werden. Begleitend muss die Öffentlichkeitsarbeit, die Bewusstseinsbildung, die Durchführung und der Ausbau der Sicherheitsmaßnahmen weiter forciert werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Looking back over the past decades, it has been shown that the effects of rail vehicle incidents not only affect the victim himself, but also have a strong impact on everyone involved, including passengers, train drivers and rescue workers.

Objective: Priority is given to the basic representation of the frequency and distribution of fatal occurrences in the rail sector. Subsequently, information and reports gathered are analyzed according to certain criteria, such as accident, suicide, murder on the one hand and the age and sex of the person concerned on the other hand. In addition, attention is paid on the environment, any past mental illness, but also reference to alcohol and other drugs in the blood, etc.

Material and methods: The work is based on the autopsy reports from the years 1980-2004, which were prepared at the Vienna Forensic Medicine. From this entire archive, especially those reports are extracted that deal with incidents in the rail sector. All data regarding background, causes, victims and their environment are recorded. They are collected in an Excel spreadsheet and further processed using the statistics program IBS SPSS. A descriptive statistic is performed, mainly on the basis of frequency representations, Chi2 tests as well as a Mann Whitney U test (1).

Results: In the course of the investigation of the 202 recorded cases, it can be shown that predominantly men were involved in incidents involving rail vehicles, while passenger trains were the vehicles involved in particular. In contrast to international compared data, the focus of incidents laid on pure accidents rather than suicides. Between these two categories, a significant difference in terms of age distribution comes into view showing that suicides were obviously much younger than victims. Most of the victims were on the property of the ÖBB, which they entered illegally.

Among the recorded psychiatric findings of suicide victims mainly depression or drug addiction was the diagnosis, respectively.

Conclusion: The subject of future measures should be the implementation of an independent ICD-coding of the track suicide. For example, the code "X81 - may lie down or throw in front of a moving object" in a further breakdown might encounter a differentiated subdivision of the moving objects. In addition, in order to better distinguish between accident and suicide, it is essential to work on the consistent (Europe-wide) uniform compliance with directives, such as the Ovenstone-Criteria proposed by the European Railway Agency. Accompanying this, public relations work, raising awareness, implementing and developing security measures should be further intensified.

Statistik
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