Titelaufnahme

Titel
Inspiratorisches Atemmuskeltraining bei COPD : Vergleich zweier Sitzpositionen eine prospektive randomisierte Studie
Weitere Titel
Effects of IMT in COPD patients. Comparison of two different sitting positions on development of inspiratory muscle strength a prospective randomised trial
Verfasser / VerfasserinEnder, Georg Erwin
GutachterZwick, Ralf Harun
Erschienen2019
Umfang112 Seiten
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2019
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeMärz 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)COPD / Inspiratorisches Atemmuskeltraining / IMT
Schlagwörter (EN)COPD / inspiratory muscle training / IMT
Zugriffsbeschränkung
 Das Dokument ist ausschließlich in gedruckter Form in der Bibliothek vorhanden.
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Das inspiratorische Atemmuskeltraining (IMT) ist ein innovativer Bestandteil der pneumologischen Rehabilitation (PR) bei Patienten mit COPD. Die einzelnen Komponenten des Atemmuskeltrainings, die zur Verbesserung der Atemmuskelkraft führen, sind bislang nicht ausreichend identifiziert. In Österreich erfolgt das IMT überwiegend in einer aufrechten sitzenden Position, die vorwiegend die Zwerchfellatmung trainiert. In Deutschland wird das IMT in einer aufgestützten Sitzposition unter Einbezug der Atemhilfsmuskulatur durchgeführt. Ziel der Studie war es, den Effekt von 2 unterschiedlichen Sitzpositionen auf den maximalen Inspirationsdruck (PImax) zu vergleichen.

Methodik: In der prospektiven randomisierten kontrollierten Studie wurden 30 Probanden mit diagnostizierter COPD in jede der beiden Studiengruppen eingeschlossen. Beide Gruppen durchliefen eine 6-wöchige ambulante pneumologische Rehabilitation der Phase II mit 3 IMT-Trainingseinheiten pro Woche in der Dauer von jeweils 30 Minuten unter Verwendung von Respifit-S. Eine Gruppe führte das IMT in einer aktiven, vorwärts gelehnten abgestützten Sitzposition (ASP) durch, die andere Gruppe in einer passiven aufrechten Sitzposition (PSP). Die Veränderung des PImax zwischen Beginn und Ende der Rehabilitation wurde mittels Mann-Whitney-U-Test auf signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen geprüft.

Ergebnis: In beiden Studienarmen wurde eine signifikante Steigerung der Atemmuskelkraft erzielt (ASP: +17,43 13,79 mbar; PSP: +15,50 14,49 mbar), wobei der Unterschied zwischen den Gruppen nicht signifikant war. Probanden der ASP-Gruppe konnten die inspiratorische Kraftausdauer im Mittel stärker erhöhen als Probanden der Vergleichsgruppe; der Unterschied zwischen den Gruppen lag über dem MCID von 120s, war jedoch nicht signifikant. Probanden beider Gruppen erreichten in der inspiratorischen Kraftausdauer, in 6-MWT, Ergometrie und im STS-Test signifikante klinisch relevante Leistungsverbesserungen von Beginn bis Ende der PR. Im CAT-Score verbesserten sich die Probanden der ASP-Gruppe mit einem Median von -2,50 (MW -4,41 5,84) signifikant stärker als die Vergleichsgruppe mit einem Median von -1,50 (MW -1,75 3,21). Daraus resultierte, dass 73% der ASP-Probanden, welche die PR beendeten, eine klinisch relevante Verbesserung des CAT erzielten, wogegen dies nur 50% der Probanden der PSP-Gruppe erreichten. Im Gesamtkollektiv lag eine mittlere PImax-Verbesserung von 16,40 14,04 mbar sowie signifikante, klinisch relevante Verbesserungen in Ergometrie, 6-MWT, 70%-Submaximaltest und im CAT vor.

Diskussion: Eine aktive, vorwärts gelehnte abgestützte Sitzposition mit Einbezug der Atemhilfsmuskulatur zeigte im Real-Life-Setting einer ambulanten pneumologischen Rehabilitation bei COPD-Probanden keinen signifikanten Effekt auf die Steigerung der Atemmuskelkraft. Der Einbezug der Atemhilfsmuskulatur in das Atemmuskeltraining könnte jedoch die individuelle Symptomlast der Rehabilitanden im Alltagsleben verringern.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: Inspiratory muscle training (IMT) is an innovative approach for the treatment of patients with pulmonary diseases. But there is no standard for the practical realization of IMT so far. In Austria, it is standard to practise IMT in an upright sitting position with focus on training the diaphragm. In Germany, it is common to practise IMT in a slightly braced position using also accessory inspiratory muscles. The aim of our study was to compare the impact of 2 different sitting positions on development of maximal inspiratory pressure (PImax) during pulmonary rehabilitation (PR).

Methods: The prospective randomised trial included 30 patients each group with COPD. The subjects underwent a 6-week outpatient PR programme including IMT three times a week using Respifit-S-device for 30 minutes. One group practised IMT in an active sitting position (ASP) with braced arms, the control group practised IMT in a passive sitting position (PSP) without bracing. All data were recorded at the beginning and the end of PR. Differences of PImax-development between the groups were tested with Mann-Whitney-U-Test.

Results: Both groups showed a significant increase of inspiratory muscle strength from beginning to end of PR (ASP: +17,43 13,79 mbar; PSP: +15,50 14,49 mbar), but inspiratory muscle strength did not increase significantly greater in ASP-group (p>0,05). Both groups achieved significant improvement in inspiratory muscle endurance with probands in ASP-group improving slightly better, but the difference between the groups was not significant. Both study arms achieved significant changes in exercise performance during PR. Participants training in the ASP accomplished a median improvement of CAT-Score by-2,50 points (mean: 4,41 5,84). In contrast participants in PSP did only change median by -1,50 points (mean: -1,75 3,21), which was a significant difference between the groups (p<0,05). This resulted in 73% of ASP-probands, who completed PR programme, reaching the MCID, whereas did only 50% of PSP-probands. Overall, a mean PImax-improvement of 16,40 14,04 mbar and significant and clinically relevant changes in cycle ergometry, 6-MWT, constant high work-rate exercise and CAT were found.

Discussion: An active sitting position in IMT supporting the use of accessory inspiratory muscle groups showed no significant effect on PImax-improvement in a multidisciplinary outpatient pulmonary rehabilitation setting. But probands training in ASP-group had greater improvement of CAT-score than probands in control group. Additional training of accessory inspiratory muscles may improve symptoms of COPD-patients in a real-life setting.