Titelaufnahme

Titel
Potentialanalyse für Telemonitoring im österreichischen Wahl- und Privatarztbereich: Barrieren, Anforderungen und Empfehlungen für eine Umsetzung im Kontext Diabetes
Verfasser / VerfasserinMuigg, Domenik
GutachterDuftschmid, Georg ; Kastner, Peter
Erschienen2017
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Masterarb., 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeAugust 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Telemonitoring / Ärzte / Patienten / Stakeholder / Querschnittstudie / Experteninterview
Schlagwörter (EN)telemonitoring / physicians / patients / stakeholder / cross-sectional study / expert interviews
Zugriffsbeschränkung
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund

Telemonitoring bietet neue Möglichkeiten bei der Behandlung chronisch erkrankter Patienten und könnte dazu beitragen, dass die Lebensqualiät dieser erhöht wird, während gleichzeitig die Kosten für das Gesundheitswesen reduziert werden. Das Potential für Österreich, insbesondere für den Wahl- und Privatarztbereich, ist nicht bekannt.

Ziel

Der Stand der Forschung und die Situation in Österreich für Telemonitoring sollen aufgezeigt werden. Weiters wird die Bereitschaft für Telemonitoring bei Ärzten und Patienten untersucht. Aus Sicht der wichtigsten Stakeholder sollen Vorteile und Nachteile sowie Barrieren für Telemonitoring in Österreich analysiert werden. Zuletzt werden Anforderungen (technisch und organisatorisch), die Standpunkte der Stakeholder, das Potential für den Wahl- und Privatarztbereich sowie ein mögliches Geschäftsmodell ermittelt.

Methodik

Im Rahmen einer Querschnittstudie mittels Fragebogen wurde ein "Telehealth Readiness Assessment" bei Ärzten (n=41) und Patienten (n=47) vollzogen. Zur Erhbeung der qualitativen Informationen wurden eine Stakeholder Befragung mittles Experteninterviews (n=28), sowie ein Workshop durchgeführt. Die Interviews wurden transkribiert, anonymisiert und mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.

Ergebnisse

Die durchschnittliche Bereitschaft für Telemonitoring beträgt bei Ärzten 58,21 % (95 % CI: 53.93 - 62.50), bei Patienten 64,64 % (95 % CI: 62.42 - 66.88). Beide sind somit in einer Position, in der es mehrere Punkte gibt, die den Erfolg von Telemonitoring ungünstig beeinflussen. Als größter Vorteil wir die ermöglichte intensivere Betreuung gesehen, die größten Bedenken sind Datenschutz sowie der Verlust der persönlichen Kommunikation. Die größten Barrieren sind die fehlende Finanzierung, die lückenhafte wissenschaftliche Evidenz, die Organisation des Gesundheitswesens, sowie dass Telemonitoring nicht in den täglichen Abläufen etabliert ist und damit einen zusätzlichen Zeitaufwand für Ärzte bedeutet, während der Nutzen eher auf Seite der Patienten zu finden ist. Die wichtigsten Anforderungen sind die Etablierung von Telemonitoring im Rahmen eines Disease Management Programms und die Integration verschiedener Systeme und Messgeräte um die Akzeptanz bei Anwendern zu erhöhen.

Fazit

der Großteil der befragten Stakeholder steht Telemonitoring sehr positiv gegenüber und erwartet auch in den nächsten Jahren eine positive Entwicklung. Das Potential im österreichischen Wahl- und Privatarztbereich ist wesentlich geringer als es auf den ersten Blick erscheint. Es gibt noch einige Barrieren zu überwinden, insbesondere (finanz-)politische, organisatorische und technische.

Zusammenfassung (Englisch)

Background

Telemonitoring offers new opportunities in the treatment of chonically ill patients and could help to improve the quality of life while reducing healthcare costs. However, the potential for Austria, especially within the private health system, is not known yet.

Objective

The currnt state of research and the situation in Austria concerning the use of telemonitoring are to be shown. Furthermore, the willingness to use telemonitoring is examined for both physicians and patients. From the perspective of the most important stakeholders, advantages and disadvantages as well as barriers for telemonitoring in Austria are analysed. Finally, the requirements (technical and organisational), the stakeholder' positions, the potential for the private health system as well as a possible business model are explored.

Methods

A "Telehealth Readiness Assessment" was carried out with physicians (n = 41) and patients (n = 47) in a cross-sectional study using a questionnaire. A stakeholder survey was conducted by use of expert interviews (n = 28) as well as a workshop to collect the qualitative information. The interviews were transcribed, anonymised and evaluated through qualitative content analysis.

Results

The average readiness for telemonitoring is 58.21% (95% CI: 53.93 - 62.50) for physicians, and 64.64% for patinets (95% CI: 62.41 - 66.88). Both are thus in a position where there are several points which adversely affect the sucess of telemonitoring. The most important advantage is the more intensive care that is offered through telemonoitoring, while the biggest concerns are data protection as well as the loss of personal communication. The greatest barriers are the lack of funding, the lack of scientific evidence, the organisation of the Austrian health care system and the fact that telemonitoring is not established in daily routines and therefore means an additional time effort for doctors, whereas the benefit is more likely to be on the side of patients. The most important requirements are the establishment of telemonitoring within the framework of a disease management program and the integration of different systems and measuring devices in order to increase acceptance by users.

Conclusion

The majority of the stakeholders think highly positive about telemonoitoring and expect a positive development in the next years. The potential in the Austrian private health system is much lower than it seems at first sight. There are still some barriers to overcome, especially financial, political, organisational and technical.