Titelaufnahme

Titel
Verlauf von Geburten bei Zustand nach einmaliger Sectio, an der Abteilung für Geburtshilfe, Medizinische Universität Wien in den Jahren 2003 bis 2013 eine exploratorische retrospektive Studie an 15.184 Patienten
Weitere Titel
Course of birth in state post one-time Sectio at the Department of Obstetrics, Medical University of Vienna in the years 2003 to 2013 -a exploratory retrospective study of 15.184 patients
Verfasser / VerfasserinHoyoux, Stella
GutachterOtt, Johannes
Erschienen2019
Umfang61 Blatt
HochschulschriftMedizinische Universität Wien, Diplomarb., 2019
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Datum der AbgabeMärz 2019
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)verlauf / geburten / zustand / einmaliger / sectio / caesarea
Schlagwörter (EN)course / birth / state / post one-time / sectio / caesarea
Zugriffsbeschränkung
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zusammenfassung

Hintergrund: Für Frauen, die bereits per Sectio entbunden haben stellt sich bei neuerlicher Schwangerschaft die Frage, ob erneut ein Kaiserschnitt durchgeführt werden soll oder ob eine natürliche Geburt möglich ist. Vor vielen Jahren wurde oft der Begriff " Einmal Kaiserschnitt - immer Kaiserschnitt " verwendet. Seit den 1980er Jahren sind sich die Experten einig, dass die vaginale Entbindung für Frauen, die während der vorangegangenen Schwangerschaft einen Kaiserschnitt hatten eine Option ist, vorausgesetzt, dass die einzelnen mütterlichen und kindlichen Risiken individuell gegeneinander abgewogen werden und die Erfolgsaussichten demzufolge hoch sind.

Ziel der Studie: Das Ziel dieser Diplomarbeit war es herauszufinden, wie hoch die Rate an sekundären Sectios im Vergleich zur Vaginalgeburt nach einem Kaiserschnitt (VBAC) zu evaluieren ist. Andererseits wurden Unterschiede hinsichtlich der APGAR-Scores nach 1-, 5-, und 10 Minuten nach der Geburt evaluiert. Als ein weiterer Vergleichsparameter wurde die Bestimmung des pH-Wert im Nabelschnurblut herangezogen.

Material und Methodik: Es handelt sich um eine retrospektive, monozentrische, klinische Kohortenstudie, welche an der Abteilung für Geburtshilfe der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der Medizinischen Universität Wien durchgeführt wurde. Der Beobachtungszeitraum umfasst 10 Jahre von 2003 bis 2013. Nach Sortierung der Daten entsprechend festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien ergab sich eine Anzahl von n= 15.184 reifen Einlingen mit einem Schwangerschftsalter von >37+0. Davon fanden n= 393 Geburten bei einem Zustand nach einem Kaiserschnitt statt exklusive 30 Fälle bei denen einen unvollständigen Datensatz vorliegt. Der Datensatz der folgenden Analysen umfasst n = 363 Geburten. Zur Analyse wurden im Folgenden nur Mehrgebärende betrachtet. Diese begannen mit dem Versuch einer vaginalen Geburt. Daher ergibt sich eine Einteilung in eine Gruppe von Z.n. Sectio und eine Kontrollgruppe, welche miteinander verglichen werden konnten. Desweiteren war ein Ziel der Studie Unterschiede im kindlichen Outcome herauszuarbeiten. Verglichen wurde der APGAR-Score nach 1-,5-, und 10-Minuten sowie der Nabelschnur pH-Wert. Beim Vergleich der Gruppe Z.n. Sectios gegenüber die Kontrollgruppe spielten folgende Einflussfaktoren wie das Alter der Mutter, die SSW bei der Entbindung und der BMI der Mutter eine Rolle. Bei multiplen Vergleichen wurde ein Bonferroni Korrekturverfahren durchgeführt. Um den Einfluss individueller Risikofaktoren auf die Outcomeparameter zu untersuchen, wurden anhand der oben genannten Parameter logistische Regressionsmodelle herangezogen. Die Signifikanz wurde durch ein p von weniger als 0,05 definiert.

Ergebnisse:

In Bezug auf der Schwangerschaftswoche (SSW) bei der Entbindung zeigt das Kontrollkollektiv einen statistisch signifikanten Unterschied mit einem Durchschnittswert von 39,36 SSW gegenüber dem Kollektiv bei Z.n. Sectio, das bereits früher, nämlich in der 38,88 SSW das Kind entbunden hat. Bei der Gruppe Z.n. Sectio kam signifikant häufiger (38,3%) zu einer sekundären Sectio als in der Vergleichsgruppe (7,2%). Im Kollektivvergleich fiel auf, dass sich das Kollektiv Z.n Sectio und die Kontrollgruppe in der Verteilung der Apgar-Score in der fünften Lebensminute statistisch signifikant voneinander unterschieden, nach zehn Minuten postnatal jedoch nicht mehr. Dabei lag der Mittelwert in der Kontrollgruppe höher als in der Gruppe Z.n. Sectio. Bezüglich der Naph-Wertes unterschieden sich der Z.n. Sectio Gruppe und der Kontrollgruppe statistisch nicht signifikant. Das Geburtsgewicht war in der Kontrollgruppe um 153,97g höher als in der Z.n Sectio Gruppe und es bestand ein signifikanter Unterschied. Hinsichtlich der Körperlänge unterscheiden sich die Neugeborenen signifikant voneinander. So sind die Kinder in der Kontrollgruppe mit einem Durchschnittwert von 51,75 cm signifikant Größer als jene in der Gruppe Z.n. Sectio mit 51,33 cm. Ebenfalls statistisch signifikant, unterscheiden sich die Gruppen in der Verteilung des kindlichen Kopfumfanges.

Schlussfolgerung:

Obwohl eine vorausgegangene Sectio nicht zwangsläufig eine Indikation für einen neuerlichen Kaiserschnitt darstellt, wurde in Gruppe in diesem Kollektiv weit häufiger 38,3% eine sekundäre Sectio durchgeführt als im Vergleich zu der Kontrollgruppe mit 7,2%.

Mit zunehmendem Alter der Mutter und einer vorangegangenen Kaiserschnittgeburt, nehmen die Chancen auf eine vaginale Geburt deutlich ab.

Ein Z.n. Sectio erniedrigt die Chance auf eine vaginale Geburt obwohl die Kinder kleiner waren sowie ein niedrigeres Geburtsgewicht aufwiesen.

Zusammenfassung (Englisch)

Abstract

Background: For women who already delivered per Cesarean section, with the next pregnancy the question rises whether the delivery should be again per Cesarean section or is a natural delivery possible. Many years ago, the term "Cesarean section - always caesarean section" was often used. Since the 1980s, experts have agreed that vaginal delivery is an option for women who had a caesarean section during the previous pregnancy, provided that the individual maternal and child risks are individually weighed against each other and the chances of success are therefore high.

Study aim: The aim of this diploma thesis was to evaluate how high the rates of secondary Cesarean sections comparing to vaginal birth after Cesarean section are. On the other hand, differences in APGAR scores were evaluated after 1, 5, and 10 minutes after birth. As a further comparison parameter, the determination of the pH in the umbilical cord was used.

Material and methods: It is a retrospective, mono-centric clinical cohort study, conducted at the Department of Obstetrics and Gynecology at the Medical University Vienna. The observation period is 10 years, from 2003 until 2013. After sorting the data corresponding to the including and excluding criteria, 15.184 single pregnancies of gestational age >37+0 weeks came out. 393 deliveries were after a Cesarean section, exclusive 30 cases which contain incomplete patient information and history. For the analysis below only multipara were considered. These began with the attempt of a vaginal birth.

Therefore comes the classification in the St.p. Section group and the secondary control group that were compared to one another.

Furthermore, the aim of the study was to present the differences in the fetal outcome. The Apgar-Scores in minutes 1, 5 and 10 after birth and the umbilical pH value were compared.

In the comparison of the St.p. Section to control group following influencing factors played a role: maternal age, pregnancy week at delivery and maternal BMI.

Bonferroni correction was used in terms of multiple comparisons. Using the above named parameters, logistic regression models were made to evaluate the influence of the individual risk factors towards the outcome parameters. The significance was defined as p-value <0.05.

Results: Regarding the pregnancy week at birth, the control group showed a statistically significant result with a mean of 39.36 pregnancy weeks compared to the St.p. Section-group, in which the newborn was born earlier, in week 38.88. In the St.p. Section-group was a secondary C-section statistically more often (38.3%) done than in the comparing group (7.2%). While comparing the groups, it came to notice that the 5-min Apgar-Score was statistically significant different and the 10-min Apgar-Score was not. Whereas the mean in the control group was higher than the one in the St.p. Section group. Regarding the umbilical cord pH, there is no statistically significant difference among the groups. The birth weight in the control group is for 153.97g higher than in the St.p. Section group and is also statistically significant. Regarding birth length, there is also a statistically significant difference. The newborns from the control group are with a mean of 51.75 cm significantly taller than the St.p. Section group newborns with a mean of 51.33 cm. Another statistically significant difference among the groups is the difference regarding the newborns head circumference.

Conclusion: Although a previous C-section isn't a mandatory indication for another C-section, in this study group was a secondary C-section far more often (38.3%) performed compared to the control group (7.2%). With an increasing maternal age and a previous C-section, the chances for a vaginal birth decline clearly. A St.p. Section lowers the chances for a vaginal birth even though the newborns were smaller and had a lower birth weight.