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Titelaufnahme

Titel
Biologische Mechanismen der Strahlenwirkung
Verfasser / VerfasserinDörr, Wolfgang ; Gruber, S.
Erschienen in
Der Radiologe, 2017, Jg. 57, H. 7, S. 541-547
ErschienenSpringer, 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Gewebeeffekte / Strahlenrisiko / Strahlenempfindlichkeit / Dosis-Effekt-Beziehung / Pathobiologie
Schlagwörter (EN)Tissue effects / Radiation risk / Radiation sensitivity / Dose-effect relationship / Pathobiology
URNurn:nbn:at:at-ubmuw:3-3551 Persistent Identifier (URN)
DOI10.1007/s00117-017-0239-6 
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Biologische Mechanismen der Strahlenwirkung [0.67 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund

Eine Exposition mit ionisierender Strahlung für diagnostische Zwecke ist in der modernen Medizin unumgänglich. Bei einer Tumorerkrankung ist die therapeutische Anwendung dieser Strahlung hoch effektiv. Dies impliziert immer eine Exposition normaler Gewebestrukturen mit signifikanten Strahlendosen. Die diagnostische oder therapeutische Exposition mit ionisierender Strahlung kann langfristig zu Gewebeveränderungen und Tumorinduktion führen. Die Kenntnis der biologischen Mechanismen dieser Effekte ist essenziell für eine Individualisierung der Applikation.

Fragestellung

Biologische Mechanismen auf geweblicher und molekularer Ebene der klinischen Manifestation eines Strahleneffekts, Dosisabhängigkeit des Risikos und des zeitlichen Verlaufs, Einflussfaktoren.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Der zeitliche Verlauf der Reaktion von Geweben auf eine Strahlenexposition erstreckt sich über weite Bereiche bis hin zu vielen Jahrzehnten. Es werden frühe und späte gewebliche Strahleneffekte unterschieden, deren Pathobiologie sich wesentlich unterscheidet. Es sind vonseiten des Expositionsmusters verschiedene Einflussfaktoren („R“) auf die klinische Manifestation von Strahleneffekten bekannt. Die Strahlentoleranz normaler Gewebestrukturen bzgl. der Induktion eines funktionellen Defizits variiert stark, hat aber immer einen Schwellenwert, welcher bei diagnostischen Maßnahmen in der Regel nicht überschritten wird. Das Risiko einer letalen strahleninduzierten Tumorerkrankung (Ganzkörperexposition 5%/Gy) ist bei einer medizinischen Strahlenapplikation im Vergleich zum natürlichen Risiko als sehr gering einzuschätzen. Die Patientenaufklärung muss dies in ausgewogener Weise widerspiegeln.

Zusammenfassung (Englisch)

Background

Exposure to ionizing radiation for diagnostic purposes is inevitable in modern medicine. The therapeutic application of irradiation is highly effective against cancer; however, this implies exposure of normal tissue structures to significant doses of radiation. Diagnostic or therapeutic exposure to ionizing radiation can result in tissue changes and tumor induction in the long term. Knowledge of the biological mechanisms underlying these effects is essential for individualization of the application.

Objectives

This article examines the biological mechanisms at the tissue and molecular level, the clinical manifestation of radiation effects, dose-dependence of the risk and the temporal progression as well as influencing factors.

Results and conclusion

The time course of the reaction of tissues to radiation exposure extends over wide ranges up to many decades. The effects of radiation on tissues are classified into early and late and their pathobiology is significantly different. Various factors (R) influencing the clinical manifestation of radiation effects have been identified related to the exposure pattern. The radiation tolerance of normal tissue structures regarding the induction of functional deficits shows great variation but always has a threshold value, which is usually not exceeded in diagnostic procedures. The risk of a radiation-induced fatal malignancy (total body exposure 5%/Gy) for a medical administration of radiation must be considered as very low in comparison to the natural risks. Informed consent of patients must reflect this in a balanced way.

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